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Bonjour erstmal: Stephen Clarkes Gebrauchsanweisung für Paris

Paris Muss ein Engländer ein deutsches Buch über die französische Hauptstadt schreiben? Non, aber schön, dass er es trotzdem getan hat. Stephen Clarke ist Wiederholungstäter in Sachen literarischer Paris-Abarbeitung. Seine quasi-autobiografischen Romane um Paul West, den liebestollen Engländer in Frankreich, wurden vom selbstverlegten und handverkauften Hobby-Projekt zu internationalen Bestsellern. Ja, auch in prädigitalen Zeiten wurden schon publizistische Tellerwäschermärchen war. In seiner Gebrauchsanweisung für Paris lässt Clarke die Hose meist zu und erzählt von Paris und den Parisern (also den Bürgern von Paris), und natürlich – Hose zu oder nicht – auch wieder von den Pariserinnen. Zu Frauenthemen lässt er dabei vielfach andere erzählen, etwa Künstlerinnen und Modeexpertinnen, was die Perspektive des Buches bereichert und ein sympathischer Gegenentwurf ist zur Ich-weiß-alles-ganz-alleine-Attitüde vieler anderer Reisebuchautoren.

Paris hat zu kleine Fahrstühle und zu wenige Toiletten, Vegetarier können unter Kellnern kollektive Panik auslösen, ohne „bonjour“ geht gar nichts, und der unbestreitbare aber schwer zu definierende Stil der Einwohnerinnen erklärt sich nicht aus dem, was sie tragen, sondern aus der Haltung, mit der sie es tragen. Das alles beschreibt Stephen Clarke richtig und amüsant. Wie bei jedem Reisebuch – ach was, wie bei jedem Buch überhaupt – kann man persönlich-geschmäcklerisch an der Themengewichtung mäkeln, wenn einem danach ist. Ich persönlich hätte gern etwas mehr Zeit in Philosophen-, Künstler- und Modezirkeln verbracht und etwas weniger in den Schlangen von Supermärkten und Bäckereien. Aber gut möglich, dass es anderen genau umgekehrt geht. 220 Seiten Paris sind natürlich zu wenig. Also schnell lesen und nichts wie hin. Vorbereitet ist man dann dank Clarke bestens.

--ANe

Kommentare

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Die Bücher von Clarke finde ich auch ganz interessant und witzig. Mittlerweile gibt es in Paris selbst auch Bühnenstücke zu dem Thema - auf englisch "How to become a Parisian in one day" oder ähnlich. Ich habe aber auch eine Frage. (Fast) jeder eBook-Händler ist in der Lage eine ordentliche Rechnung für heruntergeladene eBooks zu erstellen. Warum tut sich amazon damit so schwer? Aus dem Grunde lese ich nur ungeschütze PDFs auf meinem Kindle. EPUB-Dokumente kann der Kindle ja nicht lesen.

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