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Bastian Sick im Interview: "Wie gut ist Ihr Deutsch?"

Das Kindle-Team hat Bastian Sick anlässlich der Veröffentlichung seines Buches Wie gut ist Ihr Deutsch? einige Fragen gestellt.

Wann haben Sie Ihre Begeisterung für die deutsche Sprache entdeckt?

In der wunderbaren Welt der Wörter fühlte ich mich von Anfang an zuhause. Meine Mutter erinnert sich, dass ich, als ich zu sprechen begann, gleich in ganzen Sätzen redete. Sowie ich schreiben konnte, fing ich an, eigene Geschichten zu Papier zu bringen. In der fünften Klasse schrieb ich meinen ersten Ritterroman mit jeder Menge höfischer Intrigen und Kämpfe. In den Pausen las ich immer das jeweils neueste Kapitel vor, was irgendwann auch mein Deutschlehrer mitbekam. Ihm gefiel das, und er ließ mich dann immer zu Beginn einer jeden Deutschstunde aus meinem Roman vorlesen. So bekam ich mein erstes Auditorium. Mit 14 Jahren habe ich dann begonnen, Theaterstücke zu schreiben, die ich mit Mitschülern inszenierte und vor Eltern und Lehrern zur Aufführung brachte. Damals sagten schon alle: Der wird sicher mal Schauspieler oder Schriftsteller!

Wie kam es dazu, dass Sie Bücher darüber schreiben?

Ich habe jahrelang für „Spiegel Online“ korrekturgelesen und irgendwann angefangen, meine Kollegen mit kleinen Rundmails über typische Fehler und darüber, wie man sie vermeiden kann, aufzuklären. Und damit sie diese Anmerkungen auch lasen und nicht als lästige Belehrung empfanden, habe ich sie, wie das eben meine Art ist, in Humor verpackt. Und das kam so gut an, dass mein damaliger Chef mir eines Tages vorschlug, eine Kolumne zu schreiben. So wurde der „Zwiebelfisch“ geboren. 

Können Sie noch entspannt eine deutsche Tageszeitung lesen? Wie_gut_ist_Ihr_Deutsch

Selbstverständlich! Inzwischen ist das Lesen für mich ja keine Arbeit mehr, für die ich bezahlt werde, sondern ein Freizeitvergnügen. Natürlich springen mir Fehler immer noch ins Gesicht, und manchmal notiere ich mir den einen oder anderen, um ihn später vielleicht noch mal in einer Kolumne zu zitieren. 

Haben Sie ein Lieblingswort oder Lieblingsausdrücke?

Vor ein paar Jahren habe ich die Wortpatenschaft für das Wort „einander“ übernommen. Es ist ein nützliches Wort mit einem schönen Klang und einem gefälligen Rhythmus. Leider ist es ein wenig in Vergessenheit geraten, meistens verwendet man heute „sich“. Dabei ist es ein Unterschied, ob man „sich“ liebt oder ob zwei Menschen „einander“ lieben. Und wenn es in den Nachrichten heißt „Beide Kandidaten hielten sich für unfähig, das Land zu regieren“, darf man mit Recht irritiert sein. Hielten sie „einander“ für unfähig, wäre der Satz stilistisch eleganter und die Sachlage unmissverständlich. 

Was ist Ihr Favorit unter den deutschen Sprachverirrungen?

Es gibt zahlreiche Lieblingsfehler, die einander stets abwechseln. Wussten Sie, dass es das Wort „wohlgesonnen“ streng genommen gar nicht gibt? Die überwältigende Mehrheit der Deutschen glaubt, man könne jemandem, den man schätzt, „wohlgesonnen“ sein. Nur sehr wenige wissen, dass es „wohlgesinnt“ heißen muss. Denn dieses Wort hat weniger mit „sinnen“ in der Bedeutung „nachdenken“ zu tun, als vielmehr mit „Gesinnung“. Es heißt auch „freundlich gesinnt“, „feindlich gesinnt“, „anders gesinnt“ und „gleichgesinnt“. Zwei Menschen mit gleicher Gesinnung sind Gleichgesinnte und nicht etwa „Gleichgesonnene“. 

Haben Sie schon ein nächstes Projekt, über das Sie uns etwas berichten können?

Im kommenden Frühjahr gehe ich mit einem bunten Bühnenprogramm rund um das neue Buch wieder auf Tournee. Denn genauso gerne, wie ich schreibe, stehe ich auch auf der Bühne. Ich habe mit dem Thema Sprache eine Muse gefunden, die es mir ermöglicht, diese beiden Leidenschaften auszuleben. Und ich habe ein Publikum, das mich sowohl als Autor wie auch als Präsentator schätzt, und das ist ein großes Glück! 

-- ABi

Kommentare

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Im letzten Abschnitt des Interviews lese ich den Satz, ich zitiere:Und ich habe ein Publikum, das mich sowohl als Autor wie auch als Präsentator schätzt, und das ist ein großes Glück! Ende des Zitats.

Heißt es nicht "sowohl als auch und nicht "sowohl wie auch" ?

Ich lerne gerne.

Gruß

Edgar van Boekel

-- ABi

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