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Drachenelfen: Bernhard Hennen im Interview

Mit seinen Elfen-Romanen stürmte Bernhard Hennen alle Bestsellerlisten und schrieb sich an die Spitze der deutschen Fantasy-Autoren. Jetzt ist sein neues Werk Drachenelfen erschienen, und das Kindle-Team hatte die Freude, dem Autor einige Fragen zu stellen:

Bernhard_Hennen Sie haben über die Elfen sieben Romane und einen Gedichtband verfasst. Nun liegt der achte Band vor, mit 1072 Seiten Ihr bislang umfangreichstes Buch. Was kann man über Elfen noch Neues erzählen?

Die Geschichte, wie alles begann. Bisher kennen die Leser die Elfen als Volk, das Albenmark wie kein anderes seinen Stempel aufgedrückt hat. Seit Jahrhunderten herrscht die Elfenkönigin Emerelle, so lange, dass sie eine ganze Welt nach ihren Vorstellungen formen konnte. Drachenelfen ist ein Schritt zurück in das mythische Zeitalter der Drachenkriege. Eine Epoche, in der die Elfen gerade beginnen, die Magie für sich zu entdecken. Wenige Auserwählte werden von den Himmelsschlangen in die Kunst des Zauberwebens unterwiesen. Der Preis dafür ist völliger Gehorsam. Sie gehen mit den Mächtigsten unter den Drachen einen Bund ein, der sie auf Gedeih und Verderb an ihre Meister kettet, bis eines Tages die junge Elfe Nandalee die Ordnung der Welt in Frage stellt. Und dies ist nur einer von einem halben Dutzend miteinander verwobener Erzählstränge.

Woher nehmen Sie Ihre Ideen?

Aus dem Alltag, aus Nachrichten und Geschichtsbüchern. Das Erlebnis, wie meine dreijährige Tochter einem großen schwarzen Schäferhund Aug in Aug gegenüberstand und ihm freundschaftlich in die Nase kniff, ist fast eins zu eins in den Roman „Elfenwinter“ eingegangen. Es sind diese kleinen Geschichten und im Allgemein die Liebe zum Detail, die Fantasy-Romane überraschend realistisch klingen lassen können.

Kann man für Fantasy-Romane Recherchen betreiben oder legt man einfach mit dem Fabulieren los?

Ja, man kann, allerdings sehen diese Recherchen schon anders aus als bei Krimiautoren. Ich habe zum Beispiel Schwertkämpfen gelernt, damit sich meine Kampfszene realistischer anhören oder arbeite mit einem Geophysiker zusammen, wenn ich Welten entwerfe. Drachenelfen

Was machen Sie, wenn Sie keine Welten ersinnen und kein Schwert in der Hand halten?

Mich von meiner Tochter im Seilklettern schlagen lassen, mit meinem Sohn Zinnfiguren bemalen oder an Orte reisen, an denen man keine Touristen trifft.

Wie sehen solche Orte aus? Was suchen Sie dort?

Da wäre zum Beispiel die Stadt Fushun in der Mandschurei. Eine von mehr als dreihundert chinesischen Millionenstädten. Auf den ersten Blick grau und unscheinbar und doch ein Ort der Magie, wenn man den richtigen Augenblick abpasst. Ein Ort, an dem man im ersten Morgengrauen Frauen mit Schwertern in Hochhausschluchten treffen kann, die sich in kleinen Gruppen treffen, um in perfekter Harmonie miteinander Tai Chi Jian zu üben. Wenn ich diesen Frauen zusehe, dann weiß ich wieder, dass es ganz nah neben dem entsetzlich nüchternen, technokratischen 21. Jahrhundert noch eine andere Welt gibt, die denen, die sich die Gabe erhalten haben, sie zu sehen, viel zu schenken hat.

Was halten Sie von E-Books?

Ich bin überzeugt, dass die elektronischen Bücher die Welt des geschrieben Wortes so nachhaltig verändern werden, wie es einst der Druck mit beweglichen Lettern tat, der das Buch zu Massenmedium werden ließ. Als Autor experimentiere ich gerne. Begleitend zu meinem neuen Buch „Drachenelfen“ ist Musik entstanden. Das E-Book ist ein Medium, dass es wahrscheinlich in der Zukunft erlauben wird, mit einem eingefügten Icon die Musik an der Stelle abzuspielen, die sie begleiten soll. Kein herkömmliches Buch vermag so etwas, und ich freue mich darauf, mir künftig dieses weite Feld neuer Möglichkeiten für Geschichtenerzähler zu erschließen.

-- FEd

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