Hier kann man gut sitzen: Interview mit Pierre M. Krause
Pierre M. Krause, Autor von Hier kann man gut sitzen, hat dem Kindle-Team einige Fragen zu seinem neuen Roman beantwortet.
Worum geht es in Ihrem Buch in einem Satz?
Hier kann man gut sitzen beschreibt in mehreren lustigen Geschichten das Leben in der Deutschen Provinz.
Mittelpunkt der Handlung ist ein 2000-Einwohner-Dorf im Schwarzwald. Wie kam es dazu?
Ich nehme an, zu diesem Dorf kam es vor ein paar Jahrzehnten nach einer Dorfgründung in einer holzgetäfelten Mehrzweckhalle. Da müsste ich aber noch einmal nachschlagen. Zum Mittelpunkt des Buches wurde dieses irgendwann gegründete Dorf jedenfalls, weil ich dorthin gezogen bin, um in der Nähe meines derzeitigen Haupt-Arbeitsortes Baden-Baden zu sein und gleichzeitig bukolische Ruhe genießen zu können. Dass das mit der Ruhe so nicht funktioniert, wusste ich damals nicht.
Welches "Klischee" über die Schwarzwälder ist Ihnen am liebsten?
Eigentlich kenne ich mich mit Klischees über den typischen Schwarzwälder gar nicht so sehr aus. Ich glaube, die dörfliche Komik im Buch ist nicht ausschließlich an einen bestimmten Ort gebunden. Jemand, der im ländlichen Norden der Republik wohnt, wird sicher genauso vieles aus seinem Dorfleben wiedererkennen wie der Badener es kann. Ich möchte mich hier als humoristischer Kosmopolit outen. Natürlich werden an manchen Stellen Klischees bedient, wenn der Humor es im Dienste des Lesers verlangt. Ich bin ja auch nur ein einfacher Arbeiter im Weinberge des Verlages.
Sie gehörten zum Team von "Die Harald Schmidt Show" und moderieren TV-Sendungen. Jetzt ein Roman. Was gefällt Ihnen am Schreiben?
Wenn ich Skripte für Filme meiner Sendung oder für andere Sendungen schreibe, muss ich dabei immer die "Machbarkeit", vor allem die finanzielle, im Auge behalten. Das schränkt schon stark ein. Beim Schreiben eines Buches kann ich mich nackt an den vergoldeten Kufen eines mit Fell verkleideten Hubschraubers hängend schreiben und dabei rückwärts über ein Atoll fliegen. Toll! Am allerbesten gefällt mir allerdings am Schreiben, dass ich dabei keine Hosen tragen muss.
Was ist das Schwierigste daran?
Och, das ist gar nicht so schwierig. Man lässt einfach beim Anziehen die Hosen weg. Am Schreiben ist das Schwierigste das Schreiben. Da gibt es diese Tage, an denen man vor dem fordernd blinkenden Cursor sitzt und stündlich geschriebene Texte wieder löscht, weil sie einem nicht gefallen wollen. Ich habe mir daher angewöhnt, solche Texte nicht mehr sofort zu löschen, sondern auszudrucken und das Papier dann zu zerknüllen und in den Papierkorb zu werfen. So sieht es am Ende des Tages wenigstens nach Arbeit aus.
-- ABi

Kommentare