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The Longest Way: Interview mit Christoph Rehage

51LGUcAX7LL._BO2,204,203,200_,TopRight,35,-76_AA266_PIkin-av,BottomRight,-56,34_AA300_SH20_OU03_[1]Christoph Rehage ist durch ganz China gewandert, 4646 Kilometer von der chinesischen Hauptstadt Beijing bis nach Ürümqi. Sein Kurzfilm über die einjährige Reise hat im Internet mehr als 2 Millionen Menschen begeistert. In seinem Erlebnisbericht The Longest Way: 4646 Kilometer zu Fuß durch China erzählt er jetzt die ganze Geschichte seiner großen Wanderung durch das Reich der Mitte.

Wir haben Christoph Rehage einige Fragen gestellt:

Wie sind Sie auf die Idee für die Wanderung gekommen?

Die Idee, von Beijing aus nach Hause zu laufen, setzte sich während meines Studiums an der Filmhochschule in Beijing in meinem Kopf fest. Im Sommer des Jahres 2003 war ich einmal zu Fuß von Paris aus in meine Heimat in Deutschland zurückgelaufen – eine kleine Wanderung von rund 800 Kilometern, für die ich weniger als einen Monat brauchte. Aber dieser Fußmarsch war etwas Besonderes für mich. Ich erinnerte mich daran, wie es war, auf der Straße unterwegs zu sein und zu überlegen: Wo werde ich übernachten? Was werde ich essen? Es waren nicht die metaphysischen Fragen, die mich beschäftigten, keine großen Sorgen, nur praktische Probleme, die es zu lösen galt. Das fühlte sich gut an.

Gibt es noch etwas, was das Laufen so angenehm macht?

Ich gehe gern zu Fuß, weil es mir das Gefühl vermittelt, meinen Weg zu bestimmen. Wann immer ich irgendwo lang laufe, erinnere ich mich nicht nur an den Weg, sondern habe auch das Gefühl, dass ich eine Legitimation besitze, dort zu sein. Wenn ich mit der Bahn an einen Ort reise, bin ich ein Tourist. Aber wenn ich zu demselben Ort zu Fuß gehe und der Ort plötzlich mir gehört, wir zusammen gehören, fühle ich mich nicht länger als Fremder.

Haben Sie auf dem Weg gefunden, wonach Sie gesucht haben? Oder stellte er sich als anders heraus, als Sie ihn sich gewünscht haben?

Ich liebe diese Reise, all die Schmerzen, all die Verwirrung, all die Glücksgefühle. Es war ein Jahr mit einem guten Leben. Mehr, als ich jemals erwartet hatte.

Wie haben Sie sich vorbereitet?

Ich habe mich ein Jahr lang darauf vorbereitet. Im Grunde genommen geht es darum, dich so schlau wie möglich über die Orte und Menschen zu machen, die du besuchen möchtest. Ich wandte mich an die deutschen Botschaften in der ganzen Welt, wühlte mich durch die Kartenarchive diverser Bibliotheken und las Bücher, Bücher und nochmals Bücher. Dann war ich ausgerüstet. Dann ging ich los.

Während Ihrer Reise haben Sie viele fremde Menschen getroffen und Freundschaften geschlossen. Haben Sie ein paar Tipps für andere Reisende, die Leute treffen wollen und an neuen Orten Freundschaften schließen möchten?

Um nur ein Beispiel zu nennen, ich habe mich immer an die Regel gehalten: Niemals eine Einladung ablehnen. Du weißt, wie das ist, wenn jemand dir etwas anbietet, etwa eine Tasse Tee oder was auch immer, dann bist du fast immer geneigt, mit höflichem Kopfschütteln zu verneinen und zu sagen: "Danke. Aber nein, danke". Das ist jedoch keine sehr geeignete Methode, um Freundschaften zu schließen und Spaß zu haben. Andererseits kannst du natürlich auch nicht jede Tasse Tee annehmen, die dir während des Weges angeboten wird, aber du kannst es zumindest versuchen. Und dann wirst du anfangen, ein glücklicher Reisender zu sein.

 Haben Sie Wünsche, wohin die nächste Reise geht?

 Eines Tages nach Samarkand laufen. Und nach Istanbul, Konstantinopel, Byzanz!

 -- ABi

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