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"Animus" von Marina Heib: Nur als eBook erhältlich

Der neue Thriller Animus von Marina Heib ist der erste Titel des Piper Verlags, der als „only ebook“ veröffentlicht wird. Marina Heib hat bereits fünf erfolgreiche Romane, wie Eisblut oder Parasiten publiziert. Nun macht Sie ihren Fans auch dieses Buch zugänglich, das sie vor über zehn Jahren begonnen hat - einen packenden Thriller mit Schauplatz Washington, D.C. Sie beschreibt darin ein Szenario, das von der Gesellschaft ausgestoßene Frauen als wissenschaftliche Versuchsobjekte zeigt, die hochrangigen Politiker als Frühwarnsystem dienen.

AnimusFrau Heib, Sie haben Animus bereits vor einigen Jahren geschrieben, noch vor Ihrer erfolgreichen Krimireihe um den Sonderermittler Christian Beyer. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Das ist eine seltsame Geschichte, denn die Idee kam wohl aus dem Unterbewussten angeflogen. Iich war in Marokko, es war ein extrem heißer Nachmittag, ich lag in meinem Hotelzimmer und versuchte, ein wenig zu schlafen. Ich weiß nicht wieso, aber plötzlich musste ich an Ratten denken, vor denen ich mich sehr ekele. Und mir fiel dieser Spruch ein: „Die Ratten verlassen das sinkende Schiff.“. Ich fragte mich, was wohl an all den alten Seefahrer-Geschichten  dran sein könnte. Und plötzlich konnte ich nicht mehr aufhören zu denken, es ratterte in meinem Kopf, ich stand auf, lief hin und her, machte Notizen, und die Grundidee war geboren.


Und: Weshalb veröffentlichen Sie diese Geschichte erst jetzt?


Ich hatte vorher noch nie einen Krimi oder Thriller oder etwas Derartiges geschrieben und war sehr unsicher, ob ich es gut finden dürfte. Jedenfalls lag es in der Schublade rum, und ich ging meinem Beruf als Journalistin nach. Ab und zu dachte ich daran, das Manuskript vielleicht mal jemandem zum Lesen zu geben. Hab’s aber nie gemacht. Einige Zeit später kam es in den USA zu dem Terroranschlag auf die Twin Towers. Da konnte ich es auf keinen Fall an einen Agenten oder einen Verlag weiterreichen. Ich hätte viel zu sehr die Angst vor der Unterstellung gehabt, ich wolle mir den damaligen Schrecken und das globale Entsetzen über dieses furchtbare Ereignis thematisch zunutze machen. Da war einfach Schweigen angesagt. Inzwischen habe ich fünf Krimis bei Piper veröffentlichen dürfen und das alte Manuskript noch einmal gründlich überarbeitet. Ich freue mich sehr, dass es nun als E-Book erscheint.

Die Hauptfiguren Ihres Thrillers sind Frauen, die keine Wahl mehr haben. Sie alle sind zu lebenslanger Haft oder sogar zur Todesstrafe verurteilt. Wer sind diese Frauen?

Die Frauen kommen aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten, haben aber alle eines gemeinsam: Sie sind in und an der Gesellschaft gescheitert. Aus ganz verschiedenen Gründen befinden sich alle in der gleichen Zwangssituation und können nur wählen zwischen keiner Zukunft und einer sehr ungewissen. Sie sind als Täter abgestempelt und werden zu Opfern. Dann setzt sich eine verhängnisvolle Entwicklung fort, die am besten mit einem Teufelskreis zu beschreiben ist. Der Zusammenhang zwischen Tätern und Opfern hat mich schon immer interessiert und ist oft auch Thema meiner Krimis. Waren Täter immer irgendwann Opfer? Werden Opfer auch zu Tätern? Es gibt nachweisbare Zusammenhänge, und auch wenn sie nicht zwangsläufig zu sein scheinen, faszinieren sie mich.  Das sind die Geschichten, die ich erzählen will. Jeder von uns kann Opfer sein, jeder von uns kann, wissentlich oder unwissentlich, zum Täter werden.

»Animus« erscheint ausschließlich als E-Book - ein Pilotprojekt. Wie kam es dazu?
Was ist für Sie das Spannende am E-Book?

Der Verlag und ich kamen gemeinsam auf die Idee, das auszuprobieren. Die neuen Medien werden meiner Meinung nach das Leseverhalten der kommenden Generationen nachhaltig verändern, und auch wenn ich immer noch am liebsten ein Buch in der Hand halte und das Rascheln beim Umblättern der Seiten höre, finde ich nicht, dass man sich den Veränderungen verschließen sollte. E-Books haben immense Vorteile: Man kann die Buchstabengröße verändern, was ich für ältere Menschen mit nicht mehr so guten Augen – wie ich übrigens – für großartig halte. Und der Gedanke, in meiner Handtasche eine komplette Bibliothek transportieren und jederzeit und überall nutzen zu können – das ist faszinierend. Zudem halte ich es für ungeheuer spannend, wie rege sich im Internet über Literatur ausgetauscht wird. Die Menschen sollen lesen! Hieroglyphen auf Steinen, Papyrusrollen, Bücher ... und auch gerne Eb-Books! Hauptsache lesen!

Arbeiten Sie schon an Ihrem nächsten Projekt? Wird es vielleicht eine Fortsetzung der Reihe um Ihren Ermittler Christian Beyer geben?

In der Tat arbeite ich am nächsten Projekt, was ein Thriller werden wird. Aber danach will ich wieder einen Kriminalroman um Christian Beyer und seine SOKO schreiben. Die Figuren sind mir im Laufe der Jahre so ans Herz gewachsen, dass ich noch viel länger mit ihnen „zusammennleben“ möchte.

--ABi

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