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Entdeckt! Interview mit Kandidat Karsten Flohr

41ZuKMjVcvL._BO2,204,203,200_,TopRight,35,-76_AA278_PIkin4,BottomRight,-70,22_AA300_SH20_OU03_[1]Der Amazon Autoren-Preis zielt darauf ab, neue Talente aus dem deutschsprachigen Raum zu präsentieren und zu fördern. Für den Preis im Sommer ist Karsten Flohr mit seinem Roman Zeiten der Hoffnung nominiert. Er ist gemeinsam mit vier weiteren Autoren auf der Jagd nach den besten Kundenrezensionen.

Wir haben dem Nominierten vorab einige Fragen gestellt:

Worum geht es in Ihrem Buch?
 Zeiten der Hoffnung erzählt die Liebesgeschichte zwischen einem jungen deutschen Offizier und einer Französin vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs. Die beiden sehen sich vor große Herausforderungen und Veränderungen gestellt, einerseits durch den Ausbruch des deutsch-französischen Krieges, andererseits durch die Auflösung der "alten" Gesellschaftsordnungen, die diese Zeit mit sich brachte.

Warum dieses Thema?
Der Erste Weltkrieg jährt sich in Kürze zum hundertsten Mal. In der Erinnerung der Deutschen wird dieser vom Zweiten Weltkrieg überschattet, während er beispielsweise in Frankreich und Großbritannien als "La Grande Guerre" bzw. "The Great War" in die Geschichte eingegangen ist. Dies liegt u. a. daran, dass diese Zeit weitreichende Veränderungen für das Leben der Menschen in ganz Europa mit sich brachte. Zum einen wurden in der Folge in einigen Ländern die Monarchie und der Adel abgeschafft. Zum anderen fanden auch folgenschwere soziale und gesellschaftliche Umwälzungen statt, wie das Erstarken des Kommunismus und die Russische Revolution, die Einführung des Frauenwahlrechts, die Modernisierung des Alltags, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Die Frage, wie Menschen mit all diesen Veränderungen umgingen und welche Auswirkungen der Krieg und die Zeit danach auf deren Leben hatten, finde ich ungemein spannend. Darüber wollte ich schreiben.

Wie erleben die Romanfiguren diese Zeitenwende?
Die verschiedenen Figuren in meinem Buch erleben das ganz unterschiedlich. Für die einen ist es ein Desaster, für andere der Beginn einer hoffnungsvollen Zukunft. Freiherr von Schwemer beispielsweise, der Vater meines Protagonisten Wilhelm, leitete das Kaiserliche Kolonialamt. Er muss erleben, wie sich seine Lebensgrundlage und damit auch seine gesellschaftliche Stellung geradezu auflösen. Sein Sohn Wilhelm erlebt die Schrecken des ersten industrialisierten Krieges als Mitglied einer Elitetruppe, der Kaiserlichen Husaren, die gegen die neuartigen Waffen, wie Panzer, Flugzeuge und Giftgas, ins Feld ziehen müssen und dabei vollkommen chancenlos sind.
Wilhelms Schwester Elisabeth, die sich in der Frauenbewegung engagiert, und seine Geliebte Adèle, die in Lothringen lebt und sich mit der deutschen Besetzung konfrontiert sieht, erleben den Aufbruch in eine neue Zeit völlig anders. Für sie ist diese Zeit mit Hoffnung besetzt. Beide Frauen verkörpern auf unterschiedliche Weise die neue Frauengeneration, die sich zum ersten Mal in der Geschichte wirklich erfolgreich nach vorne kämpfen und aktiv an der Gestaltung ihres Lebens mitwirken.

Ihnen liegt der historische Rahmen sehr am Herzen – wie authentisch sind die Schilderungen, wie haben Sie für diesen Roman recherchiert?
Größtenteils habe ich Bücher und Publikationen über diese Zeit gelesen und in Bibliotheken recherchiert. Das Berliner Großstadtleben sowie das Leben in der deutschen Kolonie Togo werden sehr ausführlich geschildert. Hier war mir wichtig, dass auch die kleinen Details mit der historischen Realität übereinstimmen, seien es Kinofilme, Schlager, die Straßennamen in Togo, die Beschreibung von Kleidung oder des kolonialen Alltags. Es treten auch Personen der Zeitgeschichte auf, wie beispielsweise der Klavierfabrikant Bechstein, der in meinem Roman ein enger Freund der Familie von Schwemer ist.
Die Kriegsgeschichte habe ich vor Ort recherchiert. Ich habe Belgien und Frankreich bereist, war auch in Verdun. Dort sind die Schlachtfelder heute noch zu sehen, es gibt zahlreiche Denkmäler, Museen und Erinnerungsstätten. Im französischen Alltag ist die Erinnerungskultur rund um den Ersten Weltkrieg sehr lebendig und sehr gut aufgearbeitet, etwa in Filmen und Ausstellungen. Man kann sich eine sehr authentische Vorstellung darüber verschaffen, wie es war.

Schreiben Sie an einem neuen Roman?
Ich arbeite momentan an einer Fortsetzung von Zeiten der Hoffnung. Allerdings sollen nun Figuren, die hier in zweiter Reihe stehen, in den Fokus rücken, wie Elisabeth, die Schwester des Protagonisten. Dabei tauchen natürlich spannende Fragen auf, beispielswiese wie Elisabeth, die sich gegen die alten Traditionen stellt und sich in der Frauenbewegung stark macht, den Anfang der Weimarer Republik erlebt.

-- MRa

 

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