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Die Landkarte der Zeit: Felix J. Palma im Interview

Die_Landkarte_der_ZeitAm 21. September erscheint der neue Roman von Félix J. Palma Die Landkarte des Himmels. Aus diesem Anlass erhalten Sie den Vorgängertitel Die Landkarte der Zeit bis zum 28. September 2012 zum Aktionspreis von 3,99 EUR.

Der reiche junge Andrew Harrington trauert um seine ermordete Liebe Marie Kelly. Claire fühlt sich als Frau in ihrer Zeit – im London von 1896 – nicht verstanden und Inspektor Garret jagt einen Mörder, der über eine Waffe aus der Zukunft verfügen muss. Alle drei reisen in Ihrem Buch durch die Zeit. Wie ist die Idee zu diesem Buch entstanden?

Der entscheidende Auslöser war der, dass ich „Die Zeitmaschine“ von Wells wieder gelesen habe. Als Kind hatte ich das Buch verschlungen, aber als ich es als Erwachsener wieder las, hatte ich überraschenderweise nicht mehr dieses gleiche begeisterte Gefühl. Ich verstand, dass ein Teil der Faszination, die mich als Kind erfasst hatte, daran gelegen hatte, dass ich damals meinte, diese Maschine gäbe es wirklich und bald könne man in die Zukunft reisen. So müssen es auch die Zeitgenossen von Wells empfunden haben. Ich stelle ihn mir vor, wie er den Roman beendete, in der Überzeugung, dass so eine Maschine tatsächlich erfunden würde, dass es vielleicht nur mehr eine Frage von Monaten sei, bis man in die Zukunft reisen könne. Die Sache ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Und das hieß nichts anderes als: Ich hatte den Anfang für einen Roman gefunden. Jetzt musste ich nur mehr die Dinge sich entwickeln lassen.

Wie muss man sich den Schreibprozess Ihres Romans und seiner drei Handlungsstränge vorstellen?

In fast allem, was ich schreibe, gibt es ein phantastisches Element. Fantasy ist das, was mir am besten gefällt; ich weiß nicht, warum. Es gibt keine rationale Erklärung. Es erfüllt mich einfach mit Leidenschaft. Im Lauf der Jahre kam zu dieser Faszination des Phantastischen noch etwas anderes hinzu:  Ich entdeckte die Chance, die das Genre Fantasy bietet,  die verschiedensten Themen, über die schon viel geschrieben wurde, aus einem immer neuen Blickwinkel zu beginnen, aus einer immer neuen Perspektive. So entstanden die verschiedenen Handlungsstränge.

Wenn Sie die Möglichkeit hätten, würden Sie selbst eine Zeitreise antreten? Wohin?

Es gibt in der Vergangenheit faszinierende Epochen, wie das viktorianische Zeitalter. Aber ich würde immer die Zukunft wählen. Wenn ich in die Vergangenheit reisen würde, hätte ich das Gefühl, in einem Hollywood-Ambiente zu landen, um nachzuprüfen, ob auch alles wirklich so war, wie wir es gelernt hatten. Die Zukunft hingegen repräsentiert das Unbekannte. Und wenn es auch nur aus reiner Neugierde ist, ich würde immer die Zukunft wählen.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Seit ich mich erinnern kann, habe ich gerne Geschichten erzählt. Als Kind, wenn wir in der Familie einen Film gesehen haben, achtete ich mehr auf die Reaktionen meiner Geschwister und Eltern als auf den Film selbst. Nichts liebte ich mehr, als in anderen Emotionen zu sehen, die durch Geschichten hervorgerufen wurden. Wenn wir eine Kamera zu Hause gehabt hätten oder wenn ich zeichnen gekonnt hätte, wer weiß, hätte ich ein anderes Medium gewählt. Bei uns zu Hause gab es eine Schreibmaschine.

Welche Schriftsteller lesen Sie gern und inspirieren Sie?

Einer meiner Lieblingsautoren, klar, ist H. G. Wells. Ich mag auch die Erzählungen von Poe, Stevenson oder Bradbury. Der Autor jedoch, der mich am meisten beeinflusste, ist Cortazar. Die Lektüre seiner Erzählungen öffnete meinen Horizont. Meine erste Sammlung von Erzählungen, „El vigilante de la salamandra“, ist ein Tribut an ihn.

Am 21.09.2012 erscheint Ihr neues Buch. Worum wird es darin gehen? Die_Landkarte_des_Himmels

Der Roman spielt im Jahr 1898, einige Monate, nachdem Wells seinen berühmten Roman „Krieg der Welten“ veröffentlichte. Zu der Zeit war in der Bevölkerung der Glaube weit verbreitet, dass es auf dem Mars Leben gibt. Mit den neuen Teleskopen hatte man Kanäle auf seiner Oberfläche gesehen, von denen man annahm, sie könnten von intelligenten Wesen angelegt worden sein. Mit diesen Mutmaßungen wuchs auch Emma Harlow auf. Und daher bittet die junge Frau den Millionär, der sie umwirbt und ihr verspricht, ihr jeden Wunsch zu erfüllen, auch wenn dies noch so unmöglich scheint, eine Invasion von Marsbewohnern auf der Erde für sie zu organisieren, so wie Wells sie beschrieben hat. Wenn ein Marsbewohner in der Umgebung von London landet, wird sie ihn heiraten. Für den Millionär Gilmore ist nichts Unmöglich. Auch nicht eine Invasion von Außerirdischen.

-- ABi

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