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Interview mit Katharina Peters über ihren erfolgreichen Rügen-Krimi

HafenmordKatharina Peters hat es mit ihrem aktuellen Rügen-Krimi Hafenmord in die Top 10 im Kindle-Shop geschafft. Wir haben der Autorin einige Fragen gestellt.

Einer der ersten Sätze des Krimis lautet: "Sein Name ist Kai Richardt, und er ist ein mieses Schwein." Machen Ihnen beim Schreiben eigentlich die positiven Charaktere mehr Spaß, oder die „Fieslinge“?

Fieslinge sind überaus interessant – zumindest im literarischen Leben. Ihrer Persönlichkeit Tiefe und Brüche zu verleihen und somit Dynamik und Farbe in die Handlung zu bringen, ist eine Herausforderung, die ich sehr genieße. Gelungen ist ein Fiesling, wenn auch er beim Leser, trotz aller Monströsität, plötzlich Mitgefühl, vielleicht Verständnis hervorruft, zumindest an einigen Stellen. Doch Spaß macht mir natürlich auch die Gestaltung der „Guten“ – hier muss ich geschickt pointieren, um dem Charakter dennoch Abwechslung und Dichte zu geben.

Das Buch beleuchtet mit der korruptionsanfälligen Rückführung ehemals enteigneter Betriebe auch ein dunkles Kapitel der Nachwendezeit. Gab es dafür Beispiele in Ihrer unmittelbaren Umgebung?

Ich habe in der Nachwendezeit eine Weile in den neuen Bundesländern gelebt und gearbeitet. Eine faszinierende Zeit mit allen Licht- und Schattenzeiten, die solchen Prozessen innewohnen: Aufbruchsstimmung, Improvisationsgeist, Wildwest-Manieren, Ossis, Wessis, engagierte Menschen auf allen Seiten, korrupte „Fieslinge“ ebenso wie Frustrierte, Feindselige, Ideenreiche und viele mehr. Wie sehr mich diese Zeit in jeder Hinsicht beeindruckt hat, wird in Hafenmord deutlich.

Wie kamen Sie auf die Insel Rügen als Schauplatz Ihres Krimis?

Ganz einfach: Sie ist wie geschaffen dafür – voller Leben und Geschichte, Geheimnissen, Widersprüchen und ursprünglicher Schönheit. Ich liebe das Meer und die Buchenwälder auf ähnliche Weise wie Romy und bin jedesmal aufs Neue fasziniert, wie mich der Blick der Anblick des Meeres berührt und inspiriert. Außerdem mag ich die Rüganer Art.

Ihr Buch ist als Kindle-Ausgabe besonders erfolgreich. Lesen Sie selbst denn auch eBooks?

Wenn ich Zeit zum Lesen finde, nutze ich sowohl das ganz normale Buch als auch einen Reader. Den mag ich zum Beispiel nicht mit in die Badewanne oder an den Strand nehmen, aber auf Reisen ist er wunderbar praktisch.

Arbeiten Sie schon am nächsten Buch? Wird es eine Fortsetzung um Romy Beccare geben?

An Romy 2 habe ich in diesem Sommer gearbeitet. Das Manuskript liegt dem Verlag bereits vor. Es wird im nächsten Frühjahr erscheinen. Ich freue mich sehr darauf.

-- ABi

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