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Chad Harbach über "Die Kunst des Feldspiels"

Die Kunst des FeldspielsChad Harbach hat jüngst seinen Debütroman Die Kunst des Feldspiels vorgelegt. Wir haben dem Autor einige Fragen gestellt:

Wann war Ihnen klar, dass Sie Schriftsteller werden wollten?
Chad Harbach: Ganz sicher bin ich mir da noch immer nicht.

Sie wuchsen im ländlich geprägten Wisconsin auf. Wer ermutigte Sie dazu, eine schriftstellerische Laufbahn zu verfolgen? Waren Sie als Kind ein eifriger Leser? Was war Ihre liebste Lektüre?
Chad Harbach: Nun, ich wuchs in einer Stadt mit 100.000 Einwohnern auf, es war also keine besonders ländliche Umgebung, auch wenn einige meiner Verwandten Farmer waren. Niemand ermutigte mich dazu, Schriftsteller zu werden – meine Eltern hätten es lieber gesehen, wenn ich einen Beruf eingeschlagen hätte, in dem man leicht Beschäftigung findet und Geld verdient.
Ich war sicher ein eifriger Leser – ich liebte lange Romane und Romanserien, in die ich mich scheinbar endlos vertiefen konnte: Die Hardy Boys, Der Herr der Ringe und eine Menge Jugendromane, die heute wahrscheinlich niemand mehr liest.

Haben Sie beim Schreiben einen bestimmten Leser vor Augen? Und gibt es im realen Leben jemanden, der Ihre Texte üblicherweise als erster zu Gesicht bekommt?
Chad Harbach: Ich habe zwei Freunde, die normalerweise meine äußerst wertvollen Erstleser spielen – Matthew Thomas und Keith Gessen. Was meinen idealen Leser angeht, das bin wohl einfach ich selbst – wenn ich dieses oder jenes Kapitel ein paar Monate lang nicht gelesen habe und mit frischem Blick darauf schaue, packt es mich dann immer noch? Bringt es etwas in mir zum Aufflackern, weckt es ein wenig Begeisterung? Oder fange ich an, quer zu lesen?

Haben Sie den mehr als fünfhundert Seiten starken Roman tatsächlich handschriftlich verfasst? Wenn ja, warum? Stellt das eine bewusste Methode dar, derer Sie sich aus bestimmten Gründen bedienen?
Chad Harbach: Ja, es ist eine bewusste Methode. Ich finde, ein Stift verkörpert die perfekte Technologie für das Schreiben von Romanen. Ich kann so schnell tippen, dass ich meinen Gedanken zuvorkomme, und dann sitze ich da, betrachte die Wörter auf dem Bildschirm und fange an, sie hin und her zu schieben, ohne dass etwas dabei herauskommt. Wohingegen ich in einem Notizbuch einfach immer weiter langsam vor mich hin krebse, Sätze aneinanderreihe und mich dabei manchmal selbst überrasche.

Steht Ihnen einer der fünf Protagonisten des Romans besonders nah?
Chad Harbach: Ich neige dazu, die fünf Hauptfiguren als unterschiedliche Teile meiner selbst zu betrachten – wenn man mein Gehirn zu Boden schleuderte und es in fünf Teile zerspränge, erhielte man möglicherweise diese fünf Persönlichkeiten. Ich habe mich ihnen immer gleich nah gefühlt, aber während des Schreibens wurde diese oder jene Figur zeitweise unbegreiflich oder frustrierend für mich.

Sind Sie, abgesehen vom Baseball, ein Sportfan?
Chad Harbach: Ja. In dem Ort in Wisconsin, wo ich aufwuchs, war Basketball das große Ding – es ist der Sport, den ich am meisten spielte, und der, in dem ich mich am besten auskannte. Tennis, American Football – ich habe immer viel Sport getrieben.

--BHa

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