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Mishka Shubaly: Vom Trinker zum Autor und Sportler

SchiffbrüchigMishka Shubaly hat in seiner Jugend jede Menge Erfahrung mit Alkohol und Drogen gesammelt. Mittlerweile ist er ein erfolgreicher Autor. Davon zeugen unter anderem seine Bücher Schiffbrüchig und Lebens Lauf. Seine neue Droge heißt Sport. Im Interview erzählt er, was ihn motiviert und was die guten und schlechten Seiten des Laufens sind.

Mishka, was motiviert Sie einen Ultramarathon zu laufen?

Mishka Shubaly: Als ich mit dem Laufen begann, hatte ich viele Motivationsgründe. Ich war so sauer und verloren. Ich rannte, weil ich nicht wusste, was ich sonst machen sollte und um die Macht über meinen Körper wiederzuerlangen. Mein Körper wollte Alkohol, Kokain, wollte aufhören zu laufen. Ich musste meinem Körper beibringen, dass er nicht bekommen würde, was er wollte. Ich habe mich selber überrascht, wie weit ich rennen konnte und die Strecke wurde immer länger. Jahrelang war mein Leben eingeschränkt – ich war unbrauchbar am Morgen, unzuverlässig am Abend und unberechenbar des Nachts. Als ich clean wurde, fiel das von mir ab. Es schien keine Grenze zu geben wie weit ich rennen konnte. Mein Training für meinen ersten Ultramarathon war unglaublich aufregend. Jetzt, wo ich seit Jahren clean bin und ich viel weiter laufe als ich mir jemals hätte vorstellen können, ist es nicht mehr so beängstigend, aber es macht immer noch Spaß. Glücklicherweise ist es einfach, sich für einen Ultramarathon anzumelden und wenn du einmal registriert bist, tja, dann musst du es einfach machen.

Was war Ihre witzigste Lauferfahrung?

Mishka Shubaly: Ich teilte Vaseline-Tuben mit Wildfremden. Ich rannte in New York an Bussen vorbei, wobei der halbe Bus mich anfeuerte und die andere Hälfte mich mit Entsetzen anstarrte. In Mexiko lief ich in einen Nachbarort, Aasgeier kreisten über meinem Kopf, und ich musste einem kleinen Mädchen an einem Kokosnussstand erklären, dass ich was zu essen kaufen musste, weil ich hier gerade hergelaufen war. Sie starrte mich an, gab mir mein Wechselgeld, schüttelte ihren Kopf und sagte „Es loco!“

Eines Morgens begegnete ich ein paar Touristinnen in Manhattan. Beide hatten Blickkontakt mit mir. Ich rannte nach Brooklyn, Queens und zurück in den Central Park… und da lief ich wieder genau diesen beiden Touristinnen in die Arme, bestimmt vier Stunden später. Ihre Kinnladen klappten runter und ich lächelte nur, winkte und lief wieder an ihnen vorbei.

Das Beste kam vom Sohn meines Freundes. Er fragte mich warum ich nur acht Zehennägel hätte und ich erzählte ihm, dass zwei bei einem 24-Meilen-Lauf abgefallen waren. Er schaute mich an, schaute seinen Vater an und sagte „Wie blöd! Du solltest dafür das Auto nehmen!“ Ich schaute meinen Freund an, der mich angrinste und meinte „Er ist vier, Mishka, und sogar er weiß das. Wann wirst du es endlich kapieren?“

Was war Ihre schlechteste Entscheidung bei einem Lauf?

Mishka Shubaly: Ich hab Anfängerfehler gemacht bei der Bekleidung. Früher lief ich in Baumwollshirts, die furchtbar scheuerten. Bei einem Halbmarathon vergaß ich Pflaster auf meine Brustwarzen zu kleben und blutete zwei Shirts durch. Ich startete ein 50-Meilen-Rennen in Zehenschuhen, um bereits nach einer Runde zu humpeln und auf meine Straßenschuhe auszuweichen. Ich startete ein anderes Rennen mit zwei paar Wollsocken (es war kalt) und nach nicht mal fünf Meilen mussten wir einen Fluss durchqueren. Ich fühlte mich als würde ich mit Ziegeln an den Füßen laufen. Glücklicherweise übertrifft meine Belastbarkeit (gerade so) meine Dummheit, so habe ich mir nie dauerhaften Schaden zugefügt.

-VHe

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