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Fantasyautor Kai Meyer im Interview

EngelspaktKai Meyer hat bereits mehrere Fantasy-Trilogien veröffentlicht. Am 19. und 20. Februar erhalten Sie Teil 1 seiner Faustus-Trilogie, Der Engelspakt, gratis.

Der Autor hat uns in einem Interview Einblick in sein Schaffen gewährt.

Sie schreiben Fantasy, oft vermischt mit verwandten Genres wie Horror oder Historie. Was fasziniert Sie daran, von den eingetretenen Pfaden abzuweichen?

Kai Meyer: Ich schreibe das, was mich selbst interessiert. Die Geschichten meiner Bücher beschäftigen mich über Monate, oft auch über Jahre, darum müssen sie erst einmal mich selbst unterhalten und faszinieren, sonst würde ich die Lust daran verlieren. Das Vermengen eingefahrener Genre-Elemente fand ich seit jeher spannend – als Autor schreibt man, gerade in den populären Genres, ständig gegen Klischees an. Die Traditionen der Phantastik, auf deren Erfolg wir Autoren ja auch ein wenig stolz sein dürfen, sind zugleich unser ärgster Feind. Das Altbekannte gegen den Strich zu bürsten, neu zu kombinieren und dabei in Richtungen zu gehen, die man als Leser nicht erwartet – das ist es, was mich jeden Tag wieder an die Arbeit treibt.

In Arkadien erwacht war es die Mischung aus Mafia und Gestaltwandlern, die so vermutlich noch keiner kannte. In meinem aktuellen Roman Asche und Phönix erzähle ich von einem Teufelspakt vor dem Hintergrund des Filmwelt-Glamours und der Cote d`Azur. Ganz exzessiv wurde es in einem meiner frühen Romane, Der Schattenesser, der im Dreißigjährigen Krieg spielt, in einem apokalyptischen Prag wie von Hieronymus Bosch gemalt.

Was ist das Wichtigste am guten Geschichtenerzählen? Worauf legen Sie besonderen Wert?

Kai Meyer: Auf Emotion und Spannung. Emotion ergibt sich aus Charakteren, die den Leser über den Plot hinaus interessieren – bei mir dürfen sie ruhig auch mal ein wenig sperrig und unangepasst sein. In der Trilogie um meine Lieblingsfigur Aura Institoris – Die Alchimistin, Die Unsterbliche und Die Gebannte – geht es vordergründig um die Suche nach dem ewigen Leben. Aber tatsächlich kämpft Aura immer wieder um ihre Familie und um ihre Selbstbestimmung. Für den Erfolg dieser Romane dürften diese Motive viel wichtiger gewesen sein als das Thema Alchimie, das ich unendlich spannend finde, aber eben eher auf einem intellektuellen Level. Emotionalität und Spannung wirken dagegen vor allem im Bauch, also aus Gefahren heraus, die wir alle instinktiv nachvollziehen können, wie zum Beispiel bei der Bedrohung von Menschen, die wir lieben.

In Asche und Phönix geht es um einen jungen, ausgebrannten Hollywoodstar, der vor der hysterischen Verehrung seiner Fans flieht. Die meisten von uns haben eine solche Erfahrung nicht gemacht. Aber emotional erreiche ich die Leser über den dramatischen Konflikt des Helden mit seinem Vater – das ist schon sehr viel näher an der alltäglichen Gefühlswelt vieler Menschen.

Die Faustus-Romane waren Ihre erste Trilogie, später haben Sie mit den Wellenläufer- oder Arkadien-Trilogien Bestsellererfolge gefeiert. Woran erinnern Sie sich im Zusammenhang mit den Faustus-Romanen besonders gern?

Kai Meyer: Der Engelspakt war das erste Buch, das ich als hauptberuflicher Schriftsteller geschrieben habe. Mitte der Neunziger habe ich meinen Job als Redakteur einer Tageszeitung an den Nagel gehängt und beschlossen, fortan vom Bücherschreiben zu leben – das hat auch sofort gut funktioniert. Der Engelspakt und Der Traumvater gehören damit zum Fundament meiner Laufbahn, wenn man so will. Bis dato hatte ich an meinen ersten vier oder fünf Bücher nur nebenberuflich arbeiten können, in der Regel früh morgens, bevor ich in die Redaktion gefahren bin. Mit den ersten Faustus-Büchern wurde das anders – dafür bin ich natürlich heute noch dankbar.

Inhaltlich verbindet sich darin auch wieder vieles von dem, was ich auch als Leser immer mochte – Mantel-und-Degen-Abenteuer, ein wenig Zauberei, ab und an Unheimliches, und das alles vor dem Hintergrund alter Gemäuer und wildromantischer Landschaften.

--BHa

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