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Keigo Higashino: Verdächtige Geliebte

Geliebte

Togashi, der gewalttätige Ex-Mann von Yasuko, wird sie nie wieder schlagen, denn nach einer heftigen Auseinandersetzung zwischen den beiden ist er tot. Unmöglich, dass Yasuko ungestraft davonkommt. Wäre da nicht ihr Nachbar Ishigami, ein unscheinbarer Mathelehrer und brillanter Kopf, der schon lange in die alleinerziehende Mutter verknallt ist. Er kümmert sich um die Leiche und verschafft Yasuko ein Alibi. Polizist Kusanagi hat sie trotzdem in Verdacht. Zusammen mit dem Physiker Yukawa, der Ishigami aus der gemeinsamen Studentenzeit kennt, versucht er die vertrackte Intrige zu entwirren.

Manche Krimis beziehen ihre Spannung aus der Frage, wer der Mörder ist. Andere Krimis beantworten diese Frage von vornherein und beziehen ihre Spannung aus der Frage, ob und wie der Mörder überführt wird. Und dann gibt es, ganz selten, Krimis wie Verdächtige Geliebte, die so tun, als gehören sie zur einen Gattung, obwohl sie eigentlich zur anderen gehören, oder vielleicht auch nicht. Wenn der Leser denkt, er denkt, dann denkt er nur, er denkt. Higashinos Roman gewinnt durch einen Plot, der nie auf theatralische Gesten oder strukturelle Experimente angewiesen ist. Man ist einfach gebannt von den Ereignissen, die sich in aller Ruhe aber voller Überraschungen entfalten. Dazu ein ungewöhnliches Ermittlerduo, das einen nicht allzu sehr mit Privatem nervt, und Figuren, die sich moralisch nicht leicht in Schubladen stecken lassen. Verdächtige Geliebte ist eines der Genre-Highlights des vergangenen Jahres. Wer es englisch mag, kann mit Salvation of a Saint schon jetzt einen weiteren komplizierten Fall für Kusanagi und Yukawa lesen.

-- ANe 

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