
Im Rahmen der Kindle-Osteraktion erhalten Sie den Roman Eisflüstern bis zum 2. April 2013 für 3,99 Euro statt 7,99 Euro. Die Autorin gab uns ein exklusives Interview zu ihrem Roman.
Was steckt hinter dem
Titel Eisflüstern?
Bettina Balàka: Es handelt sich um ein Kältephänomen, das
mir zuerst in einem Film über Sibirien aufgefallen ist. Wenn man bei extrem
niedrigen Temperaturen mit offenem Mund ausatmet, gefrieren die dabei an die
Luft gelangenden Speichelpartikel mit einem geheimnisvollen, knisternden
Geräusch. Die Bezeichnung "Eisflüstern" für dieses Phänomen gefiel
mir in seiner Metaphorik für die Geschichte eines Soldaten, der in Sibirien in
Gefangenschaft war und in vielen Aspekten seiner Psyche gefroren und erstarrt
ist, während er in anderen, minutiösen, seine Wärme und Menschlichkeit bewahrt.
War es eine große
Herausforderung für Sie, sich in das Wien der 20er Jahre zurückzuversetzen?
Bettina Balàka: Allerdings! Vieles, wie der Glaube an die
großen Ideologien, die extreme materielle Not, die Gewaltbereitschaft in einer
militarisierten, traumatisierten Bevölkerung, die letztlich zum Bürgerkrieg
führte, ist etwas, in das man sich heute nicht mehr ohne Weiteres
hineinversetzen kann. Es war mir sehr wichtig, nicht nur die Fakten zu kennen,
sondern auch ein Gefühl für die Zeit zu bekommen, die Art zu denken oder zu
sprechen.
Welche Art der
Recherche hat Ihnen dabei geholfen?
Bettina Balàka: Neben all den wissenschaftlichen
Publikationen waren für mich Zeitzeugenberichte, Tagebücher und die ersten
Produkte der sich in jener Zeit entwickelnden Reportage wichtig - sie brachten
mir die alltäglichen Details, die von der oft sehr amtlichen
Geschichtswissenschaft nicht erfasst werden. Ich habe mir auch viel Foto- und
Filmmaterial angesehen, um eigene visuelle Eindrücke zu bekommen.
Wie spiegelt sich der
Zerfall der Donaumonarchie in Ihrem Buch wider?
Bettina Balàka: Das Spezielle an den österreichischen
Heimkehrergeschichten nach dem 1. Weltkrieg war, dass das Land, für das die
Soldaten in den Krieg gezogen waren, nach ihrer Rückkehr nicht mehr existierte.
Das Gefühl der Sinnlosigkeit angesichts dessen, Jahre seines Lebens,
Gesundheit, wirtschaftliche Stabilität und Familienglück für nichts und wieder
nichts geopfert zu haben, muss enorm gewesen sein. Einer dieser
Kriegsheimkehrer war bekanntlich (der in meinem Buch als noch unsichtbarer
Schatten vorhandene) Adolf Hitler. Es lag mir daran, anhand von einzelnen
Schicksalen zu zeigen, wie sich Politik auf das Individuum auswirkt und
umgekehrt das Private irgendwann politisch wird.
Ihr Buch hat auch Elemente
eines Krimis. Gibt es Krimiautoren, deren Bücher Sie persönlich gerne lesen und
die Sie bewundern?
Bettina Balàka: Ich bin ein großer Fan von John Grisham und
Sue Grafton.
--FEd