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Interview mit Ellin Carsta zum Erscheinen von "Die unbeugsame Händlerstochter"

Carsta

Heute erscheint der historische Roman Die unbeugsame Händlerstochter exklusiv bei Amazon Publishing. Wir haben die Autorin vorab getroffen und die Gelegenheit gehabt, Ihr einige Fragen zu stellen.

 

Was hat Dich zur Geschichte der unbeugsamen Händlerstochter inspiriert?

Ich fand den Gedanken reizvoll, über ein Zwillingsgeschwisterpaar im Mittelalter zu schreiben, bei dem die Frau die bessere Händlerin ist, jedoch viel mehr tun muss als ihr Zwillingsbruder, um genau das unter Beweis zu stellen. Die Rolle der Frau war damals eben klar definiert: Sie galt als unfähig, selbst Geschäfte zu machen und hatte sich dem Mann unterzuordnen. Für uns heute ist das zum Glück natürlich undenkbar. Umso interessanter fand ich es, bei meinen Recherchen immer wieder einmal auf Quellen zu stoßen, in denen ganz am Rand auch weibliche Namen auftauchen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es selbst damals schon genug Männer gab, die die Fertigkeiten ihrer Frauen oder auch Töchter sehr wohl zu schätzen wußten. Und wenn sie klug genug waren, haben sie es sich zunutze gemacht.

 

 

Wie recherchierst Du Deine historischen Romane?

Ich habe eine Idee im Kopf und entwickle eine Geschichte hierzu. Dann arbeite ich mich Stück für Stück vor. Zum Glück stehe ich damit nicht allein da. Mein Mann ist ein begeisterter Rechercheur. Er ist derjenige, der aus den Untiefen von Bibliotheken Originalurkunden und Quellen hervorzaubert, über die wir dann ausgiebig sprechen und die ich entsprechend in meine Geschichten einarbeite.

In Deinem Roman beziehst Du Dich auf berühmte Frauen des Mittelalters, wie etwa Hildegard von Bingen. Welche Bedeutung haben diese Frauen Deiner Meinung nach für das moderne Frauenbild?

Ganz klar: Ohne Frauen wie Hildegard von Bingen und die vielen anderen, die so mutig voranschritten, wären wir heute nicht die, zu denen wir geworden sind. Wir Frauen haben alle Freiheiten, nehmen uns mit großer Selbstverständlichkeit das, was wir wollen, üben die Berufe aus, die uns Berufung sind. Dabei geht es mir nicht darum, dass ich finde, jede Frau sollte unbedingt eine große berufliche Karriere anstreben. Ich bin selbst Mutter und habe es sehr genossen, dass ich durch meinen Mann die Freiheit hatte, mich in Ruhe meinen Kindern widmen zu können. Aber ich empfinde es als wichtig, die freie Wahl zu haben, unabhängig vom jeweiligen Geschlecht. Frauen wie Hildegard von Bingen haben zu einer Zeit, in der genau dies eigentlich undenkbar war, den Mut bewiesen, so zu leben, wie sie es für richtig hielten. Und das ist für mich genau das Bild, was ich auch heute von einer modernen, selbstbewußten Frau habe.

 

Wer sind Deine schriftstellerischen Vorbilder?

Ich glaube, echte Vorbilder habe ich in dem Sinne nicht. Ich dachte mir nie, dass ich gerne schreiben würde wie XY. So lange ich denken kann, habe ich gelesen, gelesen, gelesen. Was anfangs Michael Ende, Astrid Lindgren oder Mark Twain waren, ging das durchaus irgendwann auch zu Thomas Mann oder Stefan Zweig über. Im historischen Roman fand ich schon immer Ken Follett wunderbar - wer nicht?! Aber ich glaube, meine Bücher haben alle meine Stimme und nicht die verstellte eines anderen Schriftstellers.

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