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Autor im Fokus

Interview mit Christoph Koch über Self-Tracking und seine Kindle Single „Die Vermessung meiner Welt“

Vermessung

 

 

 

Der Journalist Christoph Koch beschäftigt sich schon länger mit dem Thema Quantified Self und hat mit „Die Vermessung meiner Welt“ ein eBook darüber geschrieben. Im Interview verrät er, was ihn an Self-Tracking reizt.

 

 

 

Hallo Christoph. Über Deine journalistische Arbeit hast Du Dich intensiv mit Self-Tracking auseinandergesetzt. Welche Tools und Methoden hast Du ausprobiert und was hast Du dabei gelernt?

Anfang des Jahres habe ich in einem Selbstversuch so viele verschiedene Dinge getrackt wie möglich. Von den gängigen Geräten wie Fitbit oder Jawbone über Produktivitäts-Tracking via RescueTime, Ernährungstagebuch (MyNetDiary, Fitbit, Mealsnap), Finanzen (Budget-App), Aufenthaltsorte (Move-App) bis hin zu Stimmung (Mappiness) und Schlaftracking mit dem ZEO Stirnband.

Zuerst einmal habe ich gelernt, dass es mir überraschend viel Spaß macht, mich mit dem Thema zu beschäftigen und Trackingmethoden auszuprobieren. Durch das simple Stockwerkezählen mit dem Fitbit habe ich gelernt, dass mich schon kleine Gamification-Tricks dazu bringen, von Rolltreppen- und Lift-Faulheit zum Treppensteigen zu wechseln. Das haben kluge Ratschläge, Magazinartikel und Fitnessratgeber in den drei Jahrzehnten zuvor nicht hingekriegt.

Wahnsinnig überraschenden Korrelationen bin ich nicht auf die Schliche gekommen, dazu waren meine Messmethoden vielleicht auch nicht wissenschaftlich und präzise genug. Aber ich habe bei der Analyse meiner Schlafkurven gemerkt, dass ich abendliches Koffein wohl doch nicht so gut wegstecke, wie ich immer gedacht habe: Ich schlafe zwar auch nach einem siebenfachen Espresso problemlos und schnell ein, aber meine Tiefschlafphasen sind häufiger und länger geworden, seit ich nachmittags und abends auf Kaffee verzichte. Eine für mich wertvolle Erkenntnis, die ich sonst nicht gehabt hätte.

 

Hast Du Self-Tracking Methoden auch über Deine Recherchen hinaus in Deinen Alltag integriert? Wenn ja, welche und warum?

Das Tracken von Nahrungsmitteln habe ich nach einer gewissen Testphase wieder aufgehört. Zum einen ist es nach wie vor sehr mühsam, alles per Hand mitzuprotokollieren. Zum anderen hatte ich das Gefühl, dass die Lernkurve nach ein paar Wochen, in denen ich viel über meine Ernährungsgewohnheiten gelernt habe, abgeflacht ist.

Viele andere Sachen tracke ich weiter – zum Beispiel Bewegung, Schlaf, Produktivität und natürlich alle sportlichen Aktivitäten. Außerdem probiere ich immer wieder neue Tools und Apps aus, zuletzt zum Beispiel die GPS-Runner-Uhr von TomTom, das soziale Navigationssystem „Waze“ oder die App „Saga“, mit der man ein automatisches Lifelog erstellen kann.

 

Du hast ein eBook mit dem Titel „Die Vermessung meiner Welt – Bekenntnisse eines Self-Trackers“ geschrieben. Worum geht es darin und an wen richtet sich das Buch?

Das Buch richtet sich primär an Leute, die mehr über Quantified Self erfahren wollen und erst anfangen, sich mit dem Thema zu befassen. Ich bin mir aber sicher, dass auch erfahrene Self-Tracker noch den einen oder anderen Denkanstoß mitnehmen können. Das eBook schildert zum einen meine Erfahrungen, als ich acht Wochen lang versucht habe, so viele verschiedene Dinge wie möglich zu tracken. Gleichzeitig geht es um übergeordnete Fragen: Warum tracken immer mehr Menschen überhaupt? Welche Erwartungen und Ziele sind realistisch? Was haben Self-Tracker bisher über sich erfahren? Wohin wird sich der Trend entwickeln? Wie steht es mit dem Datenschutz? Was macht Spaß am Self-Tracking und wie können Firmen damit Geld verdienen?

Da das Thema sich so schnell entwickelt, habe ich mich im Gegensatz zu meinen bisherigen Büchern für das Format eBook entschieden. In Zusammenarbeit mit Amazon habe ich das Buch als sogenannte „Kindle Single“ veröffentlicht. Es ist nur etwa ein Drittel oder Viertel so lang wie ein klassisches Sachbuch – kostet dafür aber auch nur € 1,99. Im Gegensatz zu einem gedruckten Buch war es aber schon zwei Wochen nach Fertigstellung auf dem Markt. Und ich kann es jederzeit überarbeiten und aktualisieren.

 

Was würdest Du Self-Tracking Anfängern empfehlen, die es selbst ausprobieren wollen?

Zuerst einmal natürlich: „Die Vermessung meiner Welt“ runterladen und durchlesen! Im Ernst: Von den ganzen Einstiegsdevices, die so kursieren und von denen ich nicht alle, aber viele getestet habe, fand ich den Fitbit One am besten. Unauffällig und klein, einfach im Setup, trackt diverse für den Einsteiger interessante Dinge. Und ist relativ robust: Ich habe meinen zum Beispiel schon zweimal aus Versehen in der Waschmaschine mitgewaschen und er tut es immer noch. Nach dem Schleudergang hatte ich allerdings jedes Mal über hundert Stockwerke auf dem Zähler...

 

Christoph Koch arbeitet als Journalist u.a. für NEON, brand eins, GQ und SZ-Magazin. Auf self-tracking-blog.de bloggt er über seine Erfahrungen mit Quantified Self und auf christoph-koch.net über alles andere. Er twittert unter @christophkoch.

Das ungekürzte Interview ist zuerst auf igrowdigital.com erschienen, dem ersten deutschsprachigen Blog zu Self-Tracking und Wearable Technologies. Florian Schumacher, der Gründer von Quantified Self Deutschland, veröffentlicht dort regelmäßig Testberichte und Hintergrundinfos über die QS-Bewegung.

Kindle Singles: Stephen King - Böser kleiner Junge

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„Super Sache, so ein Kindle Single“, schreibt AustrianGirl auf Amazon.de und vergibt Stephen Kings neuester Short Story Böser kleiner Jungegleich fünf Sterne! Seit ihrem Erscheinen als Kindle Single feiert die Kurzgeschichte des beliebten amerikanischen Autors einen Riesenerfolg und schaffte es sogleich in die Top 10 der Kindle Charts.

Kindle Singles sind fesselnde Texte in ihrer natürlichen Länge. Das Format ist perfekt für kurze Texte mit einem Umfang von 5.000 bis 30.000 Wörtern (etwa 25 bis 100 Seiten). Amazon bietet sie in einem eigens dafür geschaffenen Store innerhalb des Kindle Shops an. Kindle Singles bieten Autoren, Agenten und Verlagen eine optimale Möglichkeit, ihre Werke Lesern auf der ganzen Welt verfügbar zu machen. So können beispielsweise Kurzgeschichten, Novellen, Essays, Berichte oder Reportagen endlich einzeln verlegt, gekauft und gelesen werden. Kindle Singles sind die ideale Lektüre für Zwischendurch.

Stephen King hat seine Single Böser kleiner Junge exklusiv für seine Fans in Deutschland und Frankreich geschrieben. Und die Leser sind begeistert: „Die Geschichte ist eine der besten vom Meister.“ – „Eine perfekte Mischung aus The Green Mile und dem unterschwelligen aber allgegenwärtigen Horror von ES.“ – „Eine unglaublich unterhaltsame Kurzgeschichte.“ – „Pointiert und schnörkellos geschrieben und kommt schnell zum Punkt.“ – „King pur! Wirklich spannende, interessante und böse Geschichte vom Großmeister.“ – „Wie immer eine exzellente Kurzgeschichte vom King of Horror. Perfekt.“ – „Genial, spannend, gruselig ... Einfach ein King. Ach, ich hätte noch viele, viele weitere Seiten lesen können! Danke, Mister King!“ – „Absolute Leseempfehlung!“

Überzeugen Sie sich selbst, es lohnt sich! Und schauen Sie mal im Kindle Singles Store vorbei. Wir freuen uns auf Sie!

J. Kenner: Dich erfüllen

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An der Seite von Damien fühlt sich Nikki zum ersten Mal geborgen, aber auch immer wieder herausgefordert. Mit ihm erlebt sie erfüllende Leidenschaft und tiefe Nähe. Endlich hat Damien ihr sein dunkelstes Geheimnis anvertraut. Doch Intrigen erschüttern die Beziehung und stellen ihre Liebe auf eine harte Probe. Als Damien mit seinem schlimmsten Albtraum konfrontiert wird, droht Nikki ihn für immer zu verlieren. Die Autorin lädt Sie zu einem sinnlichen Roman ein:

 

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Totenfrau: Autor Bernhard Aichner im Interview

Bernhard Aichner hat mit Totenfrau einen viel beachteten Thriller geschrieben. Wir haben mit ihm über sein neues Buch und die Protagonistin Frau Blum geredet.

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Die Heldin der Totenfrau ist ja nicht ganz alltäglich was ihren Beruf betrifft... was sie tut. Erzählen Sie uns ein bisschen von ihr.

Die Heldin des Romans heißt Brünhilde Blum. Sie hasst ihren Vornamen, und besteht deshalb seit ihrer Jugend darauf Blum genannt zu werden. Blum hat einen sehr ungewöhnlichen Beruf für eine Frau, sie ist Bestatterin und setzt sich in einem männlich dominierten Gewerbe durch. Was sie aber noch besonders macht, ist, dass sie Menschen umbringt. Blum ist Serienmörderin, sie rächt sich an den Mördern ihres Mannes. Das absolut Ungewöhnliche daran ist, dass man sie mag. Der Leser fiebert mit Blum mit, er heißt gut, was sie macht. Das ist das Neue und Besondere an diesem Buch und dieser Figur. "Die Totenfrau ist eine rasende Rachegöttin, die einen schauern lässt", heißt es in einer Rezension. Es hat großen Spaß gemacht Blum auf die Welt zu bringen.

Eine Heldin, die mordet. Eine Heldin, die man trotzdem mag. Gibt es da keinen Gewissenskonflikt? Moralische Bedenken? Wie sind Sie darauf gekommen?

Sie kennen die Geschichte von Edmond Dantes. Ich habe das Buch „Der Graf von Monte Christo“ als Kind gelesen und alle Verfilmungen gesehen, und ich war immer schon begeistert von dieser Rachegeschichte, von dieser Liebe, die Edmond Dantes genommen wird. Man betrügt ihn, stiehlt ihm sein Leben, man nimmt ihm alles, was er hat. Meiner Heldin geht es ebenso. Blum verliert ihre Liebe, ihr Glück. Alles zerbricht. Was sie erleiden muss, was sie erfährt, treibt sie an. Ihr Mann Mark wurde umgebracht, fünf Männer sind für seinen Tod verantwortlich. An diesen Männern rächt sie sich.

Sie haben einen Thriller geschrieben, aber man munkelt, dass Sie ja einen Liebesroman schreiben wollten. Was ist mit dem Liebesroman passiert?

Das Tolle am Schreiben ist ja, dass man das mixen kann. Das ist wie Fruchtsaft machen - in einem Buch kann alles stecken, die verschiedenen Zutaten machen das Ganze erst perfekt. TOTENFRAU ist ein Liebesroman und es ist auch ein Thriller, es ist beides. Denn ohne die Liebe geht nichts im Leben. Und ohne den Tod auch nicht, beide Motive sind seit jeher Grundpfeiler der Literatur. Die Liebe, die Blum nach vierundzwanzig Jahren findet, ist die Basis für alles, was passiert in dem Roman. Blum hatte eine fürchterliche Kindheit und Jugend, mit vierundzwanzig Jahren lernt sie Mark kennen, und das, woran sie nicht mehr geglaubt hat, passiert: das Glück küsst sie. Acht Jahre lang darf sie glücklich sein, sie ist verheiratet und hat zwei Kinder, alles ist perfekt. Bis man ihr Mark nimmt. An einem Dienstag Morgen wird Mark von einem Rover überfahren. Unfall mit Fahrerflucht.  Die Liebe ist tot. Das ist alles sehr, sehr schrecklich, das alles passiert in den ersten paar Kapiteln. Diese Liebe wird beschrieben und man fühlt mit Blum mit. Egal was kommt, was sie tut. Man erlaubt es ihr.

Die Geschichte nimmt nach dem Unfalltod von Mark richtig Fahrt auf, aus dem Liebesroman wird schnell ein knallharter Thriller. Und trotzdem ist da immer dieser feine Ton. Gefühle werden in diesem Buch ganz groß geschrieben. Sind sie ein Romantiker?

Bestimmt bin ich das. Es ist wunderschön, wenn man mit Worten so was machen kann. Wenn Leser mir sagen, dass sie weinen mussten, dass sie bewegt waren. Ich möchte Geschichten erzählen, ich möchte unterhalten und ich möchte packen. Allem voran möchte ich Menschen rühren. Bewegen. Leser dazu bringen einzutauchen in meine Geschichten. Das ist wichtig. Dass meine Sprache das schafft, den Leser reinzuziehen und bis zum Schluss nicht mehr loszulassen. Tempo aufnehmen, Pausen machen, einatmen, ausatmen.

Stichwort Tempo. Man reitet ja wirklich durch dieses Buch, man beginnt zu lesen und kann nicht mehr aufhören. Ein Höllentempo ist das.

Das Schlimmste für einen Autor ist es wohl, zu langweilen. Ich möchte fesseln, Figuren schreiben, die den Leser packen. Eine tolle Geschichte erzählen. Mit meinen Worten. In meinem Tempo. Es gibt neben der Liebe nichts Schöneres.

 

--BHa

Countdown: Preis der Leipziger Buchmesse

Heute nachmittag um 16 Uhr wird der Preis der Leipziger Buchmesse zum zehnten Mal verliehen. Wer geht als Sieger aus dem Rennen hervor, bei dem 136 Verlage insgesamt 410 Titel eingereicht haben?

Wir haben die 15 für den Preis nominierten Bücher aus den Bereichen Belletristik, Sachbuch und Übersetzung nochmal für Sie aufgelistet:

Am Ende schmeißen wir mit Geld Angezogen das Geheimnis der Mode Buch des Fluesterns

 

 

 

 

 

Das Blutbuchenfest Das Hohe Haus Ein Jahr im Parlament Der Schatten des Fotografen Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki Europe Central Jacques der Fatalist und sein Herr

 

 

 

 

 

 

Vor dem Fest

Max Weber Ein Leben zwischen den Epochen     

 

 

Flut und Boden Vielleicht Esther 

 

 

 

Spielen Der Schatten des Fotografen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schauen Sie auf Amazon.de/kindle-liest vorbei und entdecken Sie weitere eBooks rund um die Leipziger Buchmesse, die Nominierungen für den diesjährigen Leipziger Buchpreis und in vorherigen Jahren preisgekrönte eBooks. Wir wünschen viel Vergnügen beim Stöbern.

Für immer Ella und Micha: Der neue Roman von Jessica Sorensens

Während Micha sich einen Traum erfüllt und mit seiner Band auf Tour geht, ist Ella ans College zurückgekehrt. Sie sehnt sich nach Micha, aber in letzter Zeit sind die gemeinsamen Momente selten geworden. Zugleich machen die Abgründe in ihrer Familie es Ella schwer, an ihr Glück zu glauben. Sie will Micha auf jeden Fall davor schützen, und eines Tages trifft sie eine radikale Entscheidung, die sie für immer von ihm entfernen könnte. Entdecken Sie einen spannenden Roman von Jessica Sorensen.

Zum Erscheinen ihres Buches schickt die Autorin Grüße an ihre deutschen Leser.

 

  EllaLiebe Leserinnen, liebe Leser,

ich liebe es die Figuren meiner Romane zu erfinden, denn sie sind einfach das Wichtigste für mich. Jede soll etwas ganz Besonderes sein und ihre eigene spannende Geschichte erzählen.

Im ersten Teil der Geschichte von Callie und Kayden, Die Sache mit Callie & Kayden, erzähle ich von der scheuen Callie,die niemandem traut und sich sofort übergeben muss, wenn ihre Gefühle zu intensiv werden. Seit sie an ihrem zwölften Geburtstag ein schreckliches Erlebnis hatte, hat sie sich stark verändert. Doch mit dem unnahbaren Kayden teilt sie ein Geheimnis und kann sich mit seiner Hilfe ihrer dunklen Vergangenheit stellen. Denn eigentlich weiß Callie genau, was sie will. Aber wird sie es auch wagen, ihre wahren Gefühle für Kayden zuzulassen?

Auch der dunkelhaarige Kayden trägt ein düsteres Geheimnis mit sich. Er lässt niemanden an sich heran. Am Ende des zweiten Bandes, in Die Liebe von Callie und Kayden, ist es seine große Liebe Callie, die ihm die Kraft gibt, sich selbst zu vertrauen. Calli

Wie Callie hat auch die hübsche Ella in Das Geheimnis von Ella und Micha Angst vor ihren Gefühlen. Sie hat große Schuldgefühle, weil ihre Mutter Selbstmord begangen hat. Doch Micha, mit seinen unglaublich blauen Augen, ist für Ella da. An seiner starken Schulter kommt sie über alles hinweg, was sie erleiden musste. Denn das was sie verbindet ist stärker als der Tod: Die Liebe.

Meine Figuren haben eines gemeinsam, denn sie erleben das großartigste Gefühl der Welt: Sie verlieben sich zum ersten Mal.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Entdecken von Ella & Micha und Callie & Kayden!

Eure Jessica Sorensen

 

 

--DVo

Der Ruf des Kuckucks: ein Blick hinter die Kulissen der Verlagswelt

Ruf des KuckucksDas neue, hochgelobte Krimidebüt von J. K. Rowling, „Der Ruf des Kuckucks“ erscheint unter dem Pseudonym Robert Galbraith. Das Interessante dabei ist, dass die Verlagsleiterin und die Lektorin des Verlages blanvalet bereits im Februar 2013, bevor klar war, um wen es sich bei dem Pseudonym handelt, den Stoff entdeckt und gekauft haben – ein echter Glücksfall für Random House. Als das Geheimnis gelüftet wurde, konnte das Verlagsteam es zuerst einmal kaum glauben „Wir haben die Rowling gekauft“ diese SMS verschickte die blanvalet Lektorin an Ihre Kollegin, die nur dachte: „Jetzt ist sie wirklich verrückt geworden.“ Am nächsten Morgen wurde dann aber endlich das ganze Ausmaß realisiert, und es herrschte helle Aufregung im Verlag. Mittlerweile ist das Krimi-Ereignis über das die Welt spricht mit Cormoran Strike als ungewöhnlichem Ermittler erschienen und ebenfalls als eBook erhältlich.

--BHa

Kontrovers diskutiert: Feuchtgebiete von Charlotte Roche

Viel wurde darFeuchtgebiete: Romanüber gesprochen, ob Feuchtgebiete verfilmbar sei, und viel mehr noch darüber, ob das Ergebnis jemand sehen wollen würde. Nun ist das kleine Wunder vollbracht, und der Film von David Wnendt nach dem Debütroman von Charlotte Roche startet heute in den Kinos.

Dem Regisseur scheint es den Medienkritiken nach dabei gelungen zu sein, genau die Elemente der Romanvorlage herauszuarbeiten, die im Original eher etwas unter der Oberfläche bleiben. Buch und Film zusammen bilden dadurch eine spannende Kombination.

Die Handlung: Nach einer missglückten Intimrasur liegt die 18-jährige Helen auf der Inneren Abteilung von Maria Hilf. Sie wartet auf den Besuch ihrer geschiedenen Eltern, in der irren Hoffnung, die beiden könnten sich am Krankenbett der Tochter endlich versöhnen. Unterdessen nimmt sie jene Bereiche ihres Körpers unter die Lupe, die gewöhnlich als unmädchenhaft gelten, und lässt Krankenpfleger Robin die Stellen fotografieren, die sich ihrem neugierigen Blick entziehen.

Selbst wenn Helens Besessenheit eine Notoperation nötig werden lässt – ihr ungestümer Witz und ihre Wahrhaftigkeit machen sie zu einer Sensation nicht nur auf der Station des Krankenhauses. In Feuchtgebiete spricht sie aus, was andere nicht einmal zu denken wagen.

--MHo

 

 

Thriller-Autorin Antonia Michaelis im Interview

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Autorin Antonia Michaelis erzählt über Ihr neues Werk, die Hauptfiguren und der Frage nach dem Sinn des Lebens.

Antonia Michaelis, am 30. Juli ist Ihr neuer Thriller Nashville erschienen. Was erwartet die Leser?
 Antonia Michaelis: Ein Buch … und das, was sie daraus machen. In Nashville kann man vieles suchen und vieles entdecken: einen Thriller oder einen sozialkritischen (blödes Wort, ich weiß, sorry) Roman, eine Entwicklungsgeschichte oder eine Liebesgeschichte, eine Geschichte über Studenten oder Obdachlose oder über Ärzte oder über Canabispflanzen auf Balkonen (huch!) oder über Stocherkähne oder über das Blut im Rinnstein zwischen den Zeilen und die Nacht, die zwischen den Zeilen sehr kalt ist. Bisher hat jeder meiner Testleser Nashville auf eine ganz andere Weise gesehen und etwas anderes darin gefunden. Oder auch verloren.

 Wer sind die Hauptfiguren und wie würden Sie sie charakterisieren?
Antonia Michaelis: Zuallererst wäre da natürlich Nashville, irgendetwas zwischen neun und dreizehn Jahre alt.  Nashville steht oft auf dem Kopf und sieht die Welt auch symbolisch aus dieser Perspektive. Und um ihn zu verstehen, empfiehlt es sich, das zehn Minuten lang mal selbst auszuprobieren, wenn möglich im Küchenschrank. Nashville wird nirgendwo vermisst. Nashville sammelt Messer. Nashville verschwindet nachts. Nashville schweigt, und als er schließlich spricht, da sagt er sehr seltsame Dinge ... Nashville besitzt nichts, nicht einmal einen Namen. Weshalb Svenja ihn nach dem Wort auf seinem T-Shirt nennt. Er liebt und er hasst mit großer Ehrlichkeit und großer Vehemenz. Das wird ihm zum Verhängnis ...
 
Svenja ist die typische Jungstudentin. Sie weiß nicht, was sie genau will, aber das will sie sehr. Das Leben liegt vor ihr, und alle Türen scheinen offen zu stehen. Verantwortung ist das letzte, was sie haben will - und genau die bekommt sie, als sie plötzlich quasi ("quasi" ist Svenjas Lieblingswort) ein Kind besitzt, das nicht wieder geht und immer dann verschwindet, wenn sie es irgendwo abgeben will.
Svenja sucht. Sie sucht den perfekten Mann, sie sucht den richtigen Lebensweg, sie sucht die Wahrheit über die Morde in der Stadt, sie sucht sich selbst. Und findet lauter verschiedene Ansichten, verschiedene Leute, verschiedene Wahrheiten sogar. Sich selbst allerdings verliert sie. Rettungslos.
 
Und Friedel? Der Chaot mit den schwäbischen Rastalocken und den dümmsten Witzen der Welt? Ich mag Friedel, natürlich. Armer Kerl. In Schwaben die Revolution zu starten ist schon schwer, wenn man zugleich die Kehrwoche einhalten muss.

Gab es ein Ereignis, ein Erlebnis oder eine Begegnung, die Sie zu diesem Buch inspiriert haben?
Antonia Michaelis: Klar. Damals, als ich in Tübingen all diese Penner mit einem Messer umgebracht habe ... Nein. Ereignis nicht. Eher das Flair. Die Essenz, um die es in diesem Buch geht, die Fassade der schönen Stadt und das Leben der Obdachlosen zwischen den Zeilen, die Spießer und die Aussteiger, die Richtigmacher und die Andersmacher und das Suchen nach dem eigenen Weg, das sind alles Dinge, die mich seit langem ... verfolgen.
 
Wie schon Ihr Roman Der Märchenerzähler, so ist auch Nashville weit mehr als ein spannender Thriller. Welcher Aspekt liegt Ihnen besonders am Herzen?
Antonia Michaelis: Das Wolfsspiel. Und seine Spieler, wie eben schon erwähnt: die heimlichen Werwölfe und die braven Bürger. Natürlich sind im Spiel die braven Bürger die Guten. Aber sind sie das wirklich? Wenn das Wolfsspiel das Leben ist, wer sind wir? Wer bin ich? Auf welcher Seite steht der Leser? Und was, wenn die Bürger die Mörder sind? Die Wahrheit liegt im Kopfstand; im Umgekehrten. Denkt mal drüber nach ... Moral ist ein schönes Wort. Doppelmoral ein noch schöneres. Und wenn die braven Bürger, meine Leser, von jetzt an ab und zu einen Euro in einen Pappbecher legen, den jemand ihnen hinhält, dann habe ich ein Ziel erreicht.

 

--ABi

Die Autoren Claus Fussek und Gottlob Schober im Interview

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Clauss Fussek und Gottlob Schober haben gemeinsam das Buch Es ist genug! Auch alte Menschen haben Rechte geschrieben. Im Interview erzählten die beiden über das Thema Altenpflege in Deutschland.

Lieber Herr Fussek, lieber Herr Schober, der Schauspieler Joachim Fuchsberger schreibt, alt werden ist nichts für Feiglinge. Dabei sehen wir überall in der Werbung die fitten Alten der Generation Silverhair, die reisen, konsumieren und sich jeden Wunsch erfüllen können. Sagen Sie, wovor müssen wir Angst haben?
Fussek und Schober: Man muss nicht Angst haben, alt zu werden, man muss Angst haben, pflegebedürftig zu werden. Wer gesund ist und sich einen schönen Lebensabend gönnen kann, ist auf der Sonnenseite. Leider aber landen viele Menschen im Pflegeheim. Und dort beginnt häufig ein langer Leidensweg.

Überall in unseren Städten entstehen schicke Seniorenresidenzen und altersgerechte Wohnungen, wer das Geld hat, muss nicht ins Altersheim. Wo ist das Problem?
Fussek und Schober: Auch hier ist das Problem die Pflegebedürftigkeit.  Das Pflegepersonal in vielen Heimen ist überfordert und überlastet. Wir hören häufig davon, dass nur zwei Pflegekräften für 28 Bewohner in der Frühschicht eingesetzt werden. Dass das zu wenig Personal ist, wird niemanden überraschen. Da muss es zwangsläufig zu Pflegedefiziten kommen. Alle im System beteiligten Personen  wissen darüber Bescheid. In der häuslichen Pflege haben wir übrigens dasselbe Problem. Auch pflegende Angehörige sind überfordert und überlastet. Für sie gibt es zu wenige Möglichkeiten, auch mal raus zu kommen aus der Mühle der Pflege. Häufig finden sie keine bezahlbare Entlastung wie zum Beispiel Tagespflegeinrichtungen.

Seit Jahren spricht man vom Pflegenotstand hierzulande. Woran fehlt es am meisten, am Personal, am Geld, am Engagement?
Fussek und Schober: Es fehlt vor allem an Menschlichkeit und einer humanen Grundhaltung in der Gesellschaft. Wir leisten uns den Luxus,  das Problem kollektiv zu verdrängen. Dabei sind die Probleme seit vielen Jahren dieselben. Es fehlt die notwendige Zeit, um den pflegebedürftigen Menschen Essen und Trinken zu reichen und mit Ihnen zur Toilette zu gehen. Es werden zu viele Psychopharmaka gegeben, und das nur, um Bewohner ruhig zu stellen. Fixierungen werden eingesetzt, weil sie die Pflege erleichtern. Nachts ist eine Pflegekraft oftmals für 60 und mehr Menschen zuständig. Bei einer solch unverantwortlichen Besetzung dürfte keine Altenpflegerin den Dienst antreten.

Sie behaupten, schlechte Pflege ist Folter! Was ist schlechte Pflege – und wann ist der Tatbestand der Folter erfüllt?
Fussek und Schober: Wenn wir die Kriterien von Amnesty International zugrunde legen, dann müssen wir bei vielen Missständen in Pflegeheimen von Folter und menschenunwürdiger Behandlung sprechen. Schlafentzug gilt in jedem Gefangenenlager als Folter. In vielen Pflegeheimen werden Bewohner regelmäßig nachts geweckt und gewaschen, damit es im Frühdienst etwas ruhiger ist. Einen Dauerkatheter oder eine Magensonde als pflegeerleichternde Maßnahme zu legen, ist Körperverletzung. Das kommt in der Pflege jedoch regelmäßig vor. Tausende Fixierungen (Fesselungen) finden in deutschen Pflegeheimen täglich statt, ohne richterliche Genehmigung. Würde das in einem Gefängnis passieren, müsste der zuständige Minister zurücktreten. Bei alten Menschen interessiert es niemanden. Sie kommen oftmals nicht einmal an die frische Luft, dabei ist in jedem Knast der tägliche Hofgang obligatorisch. 

Wenn man in ein Pflegeheim kommt oder in ein Altersheim, wird man schon am Eingang mit Urkunden und Zeugnissen konfrontiert. Die sagen mir: Alles geprüft, alles in bester Ordnung. Wie seriös sind solche Zertifikate?
Fussek und Schober: Jeder Reiseveranstalter würde für solche Verbrauchertäuschung wegen Prospektbetrugs juristisch belangt werden. In Pflegeheimen interessiert sich leider niemand dafür. Jeder weiß aber, dass es ein Heim ohne Mängel gar nicht geben kann.

Wenn es bei uns so schlecht um die Pflege bestellt ist, was muss dringend geändert werden?
Fussek und Schober: Wir haben kein Erkenntnis- sondern ein Umsetzungsproblem. Die Forderungen in unserem Buch Es ist genug! Auch alte Menschen haben Rechte sind alternativlos und ähnlich wie bei der Hochwasserkatastrophe sofort umzusetzen. Die Bürger müssen sich wie bei der Flut gegenseitig helfen und niemand darf die notleidenden Menschen im Stich lassen. Diese Solidarität fordern wir für Kinder und für alte Menschen. Angehörige sind verantwortlich, Kinder haften für ihre Eltern, genauso wie Eltern für ihre Kinder haften müssen.

 

--BHa