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Weltenbummler: Hüttngaudi in Österreich

Das Land der Berge ruft im Winter nach Skiflitzern und Hüttenabenden, aber hat auch kulinarisch jede Menge zu bieten. Genießen Sie die Vielfalt und Lebenslust Österreichs mit den passenden Buch-Tipps - Augenzwinkern inklusive.

Unsere Empfehlung für Weltenbummler: "Fincamond" von Eva-Maria Farohi

 

 

Fincamond

 

 

Eva-Maria Farohi im Exklusiv-Interview

 

Was schätzen Sie als gebürtige Wienerin an Österreich?

Eva-Maria Farohi: Österreich ist ein verhältnismäßig kleines Land – aufgeteilt in neun Bundesländer, von denen jedes einen eigenen Charakter besitzt, seinen eigenen Charme hat.

Entsprechend überschaubar sind die Größenverhältnisse. Natürlich kennt nicht "jeder jeden". Aber eine gewisse Gemütlichkeit, ich würde fast sagen "Intimität", ist vorhanden. Sogar in Wien, das gerade in letzter Zeit eine rasant wachsende Stadt ist. Aber selbst da kann es noch vorkommen, dass einen der Polizist morgens auf der Straße grüßt.

Die Kleinheit von Österreich in Verbindung mit der Größe Europas ist etwas, das ich sehr schätze. Womit ich bereits verraten habe, dass ich Europäerin, Österreicherin und Wienerin gleichermaßen bin.

 

Glauben Sie, dass es einen Unterschied zwischen deutschen und österreichischen Autoren gibt?

Eva-Maria Farohi: Ehrlich? Nein.

Natürlich gibt es Autoren, die der Eigenart einer bestimmten Menschengruppe besonders verbunden sind. Ich denke zum Beispiel an Mundartdichter, oder durchaus auch manche Satiriker.

Aber generell denke ich, dass es bei Autoren – ebenso wie bei jeder anderen Künstlergruppe auch – einfach nur bessere und schlechtere gibt, berühmtere und weniger berühmte.

Sicherlich prägt einen Künstler die Umgebung, in der er lebt. Sie inspiriert ihn.
Schreiben ist nämlich ein ziemlich einsamer Job, bei dem persönliche Erfahrung und Fantasie miteinander verschmelzen und Gefühle in Worten gefasst werden. Die Sprache, in der ein Autor schreibt, spielt dabei sicher eine gewaltige Rolle.

"Was Deutschland und Österreich trennt, ist die gemeinsame Sprache", soll Karl Kraus gesagt haben. Natürlich hört man, ob jemand aus Norddeutschland stammt, oder aus Österreich – oder aus der Schweiz. Das ist auch ganz in Ordnung so.

Einen wirklichen Einfluss auf die schriftstellerische Tätigkeit hat dieser Unterschied aber nicht.

 

Was ist ihr liebster Ort in Österreich den Sie den Amazon-Lesern empfehlen möchten?

Eva-Maria Farohi: Auch wenn das jetzt vermutlich nicht sehr originell ist: Ich finde meine Heimatstadt einfach toll. Und obwohl ich derzeit etwas außerhalb lebe, bin ich doch immer sehr gern auch in Wien.

Dann laufe ich durch die so vertrauten Gassen der Josefstadt - dem kleinsten Bezirk, in dem ich aufgewachsen bin … und weiter, am Burgtheater vorbei, zur Hofburg hinüber, durch das Michaelertor auf den Kohlmarkt – den Graben, bis hin zum Stephansdom und …
Also Wien ist immer eine Reise wert.

Der Wiener selbst ist zwar ein wenig eigen. Er ist nie zufrieden. Das nennt man raunzen, und er meint es nicht bös. Außerdem sieht er oft verdrießlich drein – auch das gehört zu seiner Eigenart. Aber abends dann, beim "Heurigen", wo man den typischen Grünen Veltliner, einen trockenen Weißwein, trinkt, wird er auf einmal gemütlich. Da findet man schnell Kontakt zu ihm, und er zeigt sein "goldenes Wienerherz", auf das er so stolz ist.

 

Nach einer Kurzgeschichte haben Sie im letzten November Ihren ersten Roman "Fincamond" erfolgreich veröffentlicht. Er spielt hauptsächlich auf Mallorca. Steckt auch ein wenig Österreich in Ihrem Roman?

Eva-Maria Farohi: Ich glaube, es ist kein besonders großes Geheimnis, wenn ich sage, dass die zweite Hälfte meines Herzens Mallorca gehört. Ich habe dort sechs wunderbare Jahre verbracht - dennoch war immer auch so ein Stückchen Österreich dabei.

Darum ist es vermutlich kein Zufall, dass die Großmutter meiner Protagonistin Wienerin ist. Oma Helene ist ein typisches Wiener Original. Sie ist gemütlich und sie raunzt auch ein wenig, vor allem aber kocht und bäckt sie himmlisch – und verwöhnt alle mit den Klassikern der Wiener Küche. Was sie im zweiten Band meiner Mallorca-Trilogie, der im Frühjahr erscheinen wird, auch wieder ausgiebig tun darf.

 

Die Protagonistin in "Fincamond" trifft in Mallorca auf geänderte Lebensbedingungen und verändert sich dadurch. Was sind für Sie die größten Unterschiede zwischen einem Leben in Österreich und dem in Mallorca?

Eva-Maria Farohi: So komisch das klingt, ich habe erst in Mallorca gelernt, richtig zu genießen. Früher habe ich die Dinge immer getrennt. Arbeit – Freizeit – Spaß.
Für den Mallorquiner gehört das zusammen. Denn alles zusammen ist "das Leben".

Man lebt nicht, um zu arbeiten, man arbeitet, um zu leben. Auch hat der Job nicht annähernd denselben Prestigewert, wie bei uns. Er ist lediglich ein Job, der getan werden muss.

Der eine ist Arzt, der andere Busfahrer. Der eine reicher, der andere ärmer. Mit der Wertschätzung des einzelnen Menschen hat das nichts zu tun. Auf den Charakter und das Verhalten der Gemeinschaft gegenüber kommt es an.
Nirgendwo habe ich so stark erlebt, dass man mich ausschließlich nach meinem eigenen Tun beurteilt hat, wie in Mallorca.

Auch findet der Mallorquiner immer Zeit, um einige persönliche Worte zu wechseln. Selbst dann, wenn die Warteschlange vor der Kassa gerade lang ist - doch keiner der Wartenden würde sich darüber aufregen.
Diese Art zu leben ist wesentlich stressfreier, das spiegelt sich in den Menschen wieder.

Außerdem sind viele mallorquinische Familien immer noch sehr reich an Mitgliedern. Natürlich trifft man einander nicht ununterbrochen. Aber bei großen Festen kommen alle zusammen. Und auch im Alltag begegnen sie einander regelmäßig. Das verleiht eine Kraft, die sich wiederum in einer gewissen Gelassenheit wiederspiegelt, selbst dann, wenn es im Leben einmal etwas rauer zugeht.


Entdecken Sie hier weitere Empfehlungen rund um Österreich. Von Romanen österreichischen Autoren, über die österreichische Küche oder Reiseführer.

Weltenbummler: New York - die Stadt, die niemals schläft

Ob Sie selbst nach New York reisen oder nicht, hier finden Sie die schönsten Bücher rund um das pulsierende Leben im Big Apple, Reiseführer, Kochbücher und Romane aus den USA.

Unsere Empfehlung für Weltenbummler: "New York für Anfängerinnen" von Susann Remke

 

New York

 

Susann Remke im Exklusiv-Interview

 

Sie leben und arbeiten seit einigen Jahren in New York, was fasziniert Sie am Leben in der großen Metropole?

Susann Remke: Ich mag die kreative Energie, die diese Stadt ausstrahlt. Hier entstehen Buch-, TV- und Lifestyletrends und vieles mehr. Wenn man in New York arbeitet, hat man ständig mit unglaublich fix denkenden Menschen zu tun, die nicht nur die irrsten Ideen haben, sondern diese auch umsetzen. Geht nicht, gibt's hier nicht.

 

Als Deutsche kennen Sie den Unterschied – was ist aus Ihrer Sicht der größte Unterschied zum Leben in Deutschland?

Susann Remke: Das Tempo. "A New York Minute", also eine New Yorker Minute, ist hier zur Redewendung geworden. Eine New Yorker Minute dauert per Definition exakt so lange wie der Zeitraum, in welchem eine Fußgängerampel auf Grün springt und der erste New Yorker Taxifahrer zu hupen beginnt. Also einen gefühlten Augenblick. Und weil hier immer alles so rasend schnell passiert, flüchten so viele New Yorker am Wochenende aufs Land oder in die Hamptons - damit sie auf Dauer nicht den Verstand verlieren.

 

Ihr Roman „New York für Anfängerinnen“ kann auch als spezieller Reiseführer gesehen werden. Was hat Sie bewogen diesen Roman zu schreiben?

Susann Remke: Ich habe, wie viele Amerikaner, eine sogenannte "bucket list". Eine Liste von Dingen, die ich in meinem Leben unbedingt tun möchte, bevor ich sterbe. Ganz oben stand schon immer "Roman schreiben". Und irgendwann habe ich mich dann tatsächlich auch hingesetzt. Da ich beruflich als Journalistin eher mit schweren Themen zu tun habe, wollte ich unbedingt etwas Leichtes und Lustiges schreiben. In New York kenne ich mich richtig gut aus. Da lag es nahe, die Geschichte hier an Originalschauplätzen spielen zu lassen.

 

Wird es „New York für Fortgeschrittene“ geben?

Susann Remke: Ich arbeite momentan an einem neuen Roman. Einzelheiten werden aber noch nicht verraten.

 

Ihr Buch „New York für Anfängerinnen“ ist ins Englische übersetzt worden. Was können aus Ihrer Sicht Amerikaner von Ihrem Buch mitnehmen?

Susann Remke: Amerikanische Leser finden vor allem das Element der Benimmfibel sehr lustig, weil es wiederspiegelt, wie ungeschriebene amerikanische Gesetze oder Gewohnheiten von einem Außenseiter gesehen werden. Alleine die Art, wie hier gedated wird, ist schon abenteuerlich für Europäerinnen. Ganz zu schweigen davon, wenn man nicht mit einem normalen Mann ausgeht, sondern mit einem aus der Upper Class. Großen Spaß hat meiner Übersetzerin Kate Northrop, einer Amerikanerin, die in der Schweiz lebt, und mir das Übertragen des Romans ins Englische gemacht. Wir haben inhaltlich auch ein paar Stellen verändert, damit amerikanische Leser verstehen, warum manch eine Situation gar so abstrus für einen Europäer ist.

 

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Exklusives Interview mit Sarah Philipps zu ihrem neuen Roman „Prachtstücke“

PrachtstückeSelbstversuche als Grundlage für spannende Artikel sind im Journalismus weit verbreitet, was macht den Versuch von Sophie in „Prachtstücke“ besonders aufregend?

Sophies Selbstversuch ist absolut unmoralisch. Normalerweise lernen sich Männer und Frauen ja doch erst einmal kennen, ehe sie miteinander ins Bett steigen. Dieses Konzept soll Sophie nun komplett über den Haufen werfen: Erst der Sex und dann das Kennenlernen...
Die Frage ist nur: Funktioniert das? Und funktioniert das nicht vielleicht sogar viel besser als andersherum? Zumindest bleiben einem damit die großen Enttäuschungen erspart: Wenn man nämlich glaubt, den tollsten Hecht im Karpfenteich an der Angel zu haben - und der entpuppt sich im Schlafzimmer dann plötzlich als fantasieloser Stichling.


Macht Sophie das Ihrer Meinung nach wirklich nur, um ihrer Freundin Helene einen Gefallen zu tun?

Sophie spielt vor ihren Freundinnen natürlich gerne das Opfer, das sich - selbstlos und ausschließlich aus Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft - in ein wildes erotisches Abenteuer stürzt. Auch wenn das gar nicht so richtig stimmt... Tatsächlich ist Sophie nämlich sehr neugierig und noch viel mutiger. Außerdem ist sie nach einigen horizontalen Pleiten selbst sehr gespannt, ob sich Mr. Perfect neuerdings im Sex-Netz tummelt.


Wodurch zeichnet sich denn ein Mann aus, den Sie als „Prachtstück“ bezeichnen würden?

Wenn ich von Freundinnen höre, was sie auf ihrer Internet-Partnersuche erleben, bekomme ich beinahe Schnappatmung vor Panik: Da sind die notorischen Abschlepphelden unterwegs, die Zuhause ihre Familie sitzen haben und am Abend ihre Eheringe im Handschuhfach verschwinden lassen, um auf Beutezug zu gehen. Dann gibt es die eitlen Selbstbeweihräucherer, die eigentlich ebenfalls schon längst eine sehr stabile Beziehung führen - nämlich untrennbar mit sich selbst. Wer nicht in diese beiden Kategorien fällt, hat unter Umständen sehr bizarre sexuelle Vorlieben - der eine möchte als Hund am Halsband geführt werden, der nächste hüllt sich komplett in Latex und ein anderer steht drauf, wenn "Sie" als wieherndes Pferdchen antrabt und Jagdgeschichten vorliest.
Was für mich ein Prachtstück ist? Ein ehrlicher Mann mit Rückgrat, der authentisch, unternehmungslustig, verletzlich und verlässlich, smart, einfühlsam und offen ist. Und der auch eine Waschmaschine einschalten und den Trockner bedienen kann.


Sind denn aus Ihrer Sicht die männlichen „Prachtstücke“ online zu finden oder eher im „wirklichen Leben“?

Das ist Glücks- und Geschmackssache. Wer schon immer Wundertüten aufregend fand, ist im Netz sicher gut aufgehoben. Da weiß man nie, was man kriegt. Da weiß man nicht mal, ob drin ist, was drauf steht. Aber eins steht fest: Es sind immer unzählige Wundertüten online!
Für mich ist Internet-Dating eine sehr fortschrittliche, zeitsparende und zielgerichtete Möglichkeit, den Mann fürs Leben zu finden. Da hat man schon vor dem ersten Treffen eine gewisse Schnittmenge - daran kann man gut anknüpfen. Und: Bei mir hat es geklappt - mein Hecht ist mir schließlich auch im Netz ins Netz gegangen.

 

 

Mehr über die Roman-Neuerscheinung „Prachtstücke“

 

Nie wieder schlechten Sex! Das schwört sich Sophie nach ihrer letzten horizontalen Pleite. Und ausgerechnet jetzt bittet sie ihre beste Freundin Helene um einen großen Gefallen: Damit Helene, die sich seit Jahren als freie Journalistin knapp über Wasser hält, eine begehrte Festanstellung bei einer Frauenzeitschrift bekommt, muss sie ihrer Chefin eine heiße Sex-Reportage liefern. Helene fleht Sophie an, für ihre Reportage die neue Internetseite »Sexlounge.de« zu testen und ihr von ihren Erlebnissen zu berichten. Diese Internetplattform verspricht ihren Kunden: Erst kommt der Sex, dann das Kennenlernen. Nur in dieser Reihenfolge findet man den perfekten Partner, sein persönliches Prachtstück! Ob das so stimmt? Tummelt sich Mr. Perfect neuerdings im Sexnet? Sophie fasst sich ein Herz, um ihrer Freundin zu helfen und meldet sich an.

Exklusives Interview mit Heike Abidi zu ihrem neuen Roman „Ich sehe was, was du nicht liebst“

AbidiEs ist leider bestimmt einigen Hausfrauen und Müttern bekannt, dass sie als selbstverständlich angesehen werden und wenig Wertschätzung von der Familie bekommen. Wolltest du mit deinem Buch ein wenig wachrütteln?

In erster Linie will ich eine unterhaltsame Geschichte erzählen. Aber sie enthält durchaus eine Botschaft: Respekt bekommt nur, wer sich selbst respektiert – statt sich klein zu machen und sich wie eine Sklavin der eigenen Familie zu benehmen. Damit die Heldin Marlene zu dieser Erkenntnis kommt, muss das Schicksal zu drastischen Mitteln greifen. Im wirklichen Leben genügt vielleicht ein Gespräch mit einer guten Freundin. Oder die Lektüre eines Buches, das zum Nachdenken anregt – und hoffentlich auch zum Lachen bringt …

 

Hast du auch Momente in denen du gerne mal unsichtbar wärst?

Manchmal rede ich schneller, als ich denke … Wenn man zu spontan ist, kann das durchaus mal peinlich werden. In solchen Situationen wäre ich sehr gerne unsichtbar! Und natürlich wäre es interessant, mit anzuhören, was andere über einen reden, wenn man vermeintlich nicht dabei ist. Aber vielleicht ist es besser, es nie zu erfahren.

 

Und in welchen Momenten fühlst du dich besonders sichtbar?

Zum Beispiel bei Lesungen. Mir macht es großen Spaß, meine Figuren vor Publikum zum Leben zu erwecken. Dann fühle ich mich wie ein Teil dieser Geschichten …

 

An welche Szene aus deinem Buch denkst du am häufigsten?

Ich mag es, wenn Marlene der fiesen Oma Ella Streiche spielt. Aber besonders nahe geht mir die Szene, in der Phil im Auto sitzt, Marlenes Parfum versprüht und dabei ganz intensiv an sie denkt. Das ist eine sehr intensive, emotionale Stelle.

 

 

Mehr über die Roman-Neuerscheinung „Ich sehe was, was du nicht liebst“ Ich sehe was, was du nicht liebst

 

Marlene Winter ist eine glückliche Hausfrau. Jedenfalls glaubt sie das. Dass sie mit der Zeit immer mehr zur Sklavin ihres Ehemanns und ihrer verwöhnten Kinder mutiert, nimmt sie überhaupt nicht wahr. Als ein Wellnesswochenende mit ihrer Freundin bevorsteht, übermannt sie das schlechte Gewissen – und sie sagt kurzfristig ab. Man könnte glauben, ihr sei nicht mehr zu helfen. Doch das Schicksal meint es gut mit Marlene und startet einen letzten Versuch, sie zur Vernunft zu bringen. Einen ziemlich radikalen Versuch: Marlene löst sich in Luft auf. Sie wird urplötzlich unsichtbar. Was bedeutet, dass sie nicht nur zum Nichtstun verdammt ist, sondern auch dazu, mit anzuhören, was ihre Familie wirklich über sie denkt. Eine heilsame Rosskur, die ihr so einiges klar macht. Aber was hat sie nun von ihrer Erkenntnis, unsichtbar, wie sie ist?

Exklusives Interview mit Johanna Danninger zu ihrem neuen Roman „Schicksalshauch“

DanningerMit Schicksalshauch ist dir ein toller neuer Roman gelungen, inwiefern ist dieses Buch speziell im Vergleich zu „Vorhofflimmern“ und „Nachbarschaftsverhältnis“?

„Schicksalshauch“ unterscheidet sich im Grunde kaum von meinen anderen Romanen. Die Geschichte kommt leicht und witzig daher. Aber sie enthält zum ersten Mal auch fantastische Elemente, welche die Leser überraschen und zum Nachdenken anregen sollen, ohne dabei einen bitteren Nachgeschmack zu hinterlassen.

 

Auf dem Buchcover sind Ahornblätter, die durch den Wind wehen. Was hat dieses Motiv mit der Geschichte zu tun?

Wehendes Herbstlaub begleitet die ersten Begegnungen der beiden Protagonisten. Der Anblick von herumtanzenden Blättern wird für Lina automatisch zu einer Verbindung zu dem geheimnisvollen Luca. Außerdem findet sie dadurch zu einem längst verloren geglaubten Traum zurück, den ich an dieser Stelle allerdings nicht näher verraten werde.

 

Was hat dich zu dieser Geschichte inspiriert?

Hätte ich heute nicht verschlafen, wäre ich in meiner Eile nicht in den schnuckeligen Typen hineingerannt, der mich daraufhin auf einen Kaffee eingeladen hat …
Wir werden ständig von solch scheinbar willkürlichen Dingen beeinflusst, auch wenn es uns kaum bewusst ist. Das Leben scheint also eine einzige Aneinanderreihung von Zufällen zu sein. Die Frage „Was wäre wenn?“ habe ich mir schon oft gestellt und diese hat mich letztlich auch zu der Geschichte von Lina und Luca inspiriert.

 

Welche Rolle spielen Schicksal und Bestimmung deiner Meinung nach im menschlichen Leben?

Manche halten mich jetzt vielleicht für eine yogabesessene Reiki-Tante, aber ich frage mich schon ab und zu, ob es wirklich nur Zufälle sind, die unser Leben bestimmen. Was, wenn all diese Kleinigkeiten genauso geschehen sollen, wie sie geschehen? Worin läge der Sinn einer solchen Bestimmung? Ich bin überzeugt, dass es Dinge auf dieser Welt gibt, die wir nicht verstehen können bzw. es auch gar nicht wollen. Ich für meinen Teil versuche eben jenen Dingen möglichst offen gegenüberzustehen. Denn Wunder können nur dann geschehen, wenn man sie zulässt.

 

 

Mehr über die Roman-Neuerscheinung „Schicksalshauch“

Schicksalshauch

 

Knapp ein Jahr ist es her, seit Lina den Schritt in die unbekannte Welt der Großstadt gewagt hat. Inzwischen sind die geheimnisvollen Tiefen der U-Bahn und exzentrische, strasssteinsüchtige Freunde fest in ihren Alltag integriert. Die junge Modeverkäuferin ist mit ihrem Dasein also mehr als zufrieden.

Das ändert sich jedoch schlagartig, als Luca in ihr Leben tritt. Der geheimnisvolle Mann mit den dunklen Augen bringt Lina nicht nur durcheinander, er lässt sie geradezu an ihrem Verstand zweifeln. Denn davon abgesehen, dass er weder Handy noch Facebook-Account besitzt, scheint Lina die Einzige zu sein, die ihn überhaupt sehen kann. Auf keinen Fall ist Luca ein normaler Mensch. Die Frage ist: Was ist er dann?

Ein exklusives Interview zur Erscheinung von "Die schwarze Taube von Siwa"

51Xh2kEjqTL._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-v3-big,TopRight,0,-55_SX324_SY324_PIkin4,BottomRight,1,22_AA346_SH20_OU03_Ihre historischen Romane spielen zu unterschiedlichen Zeiten und verfolgen unterschiedliche Themen. Wie kommen Sie auf Ihre Ideen und wie finden Sie sich in die jeweilige Zeit ein?

Inspiration kommt von überall: aus einem Dokumentarfilm, einem historischen Sachbuch oder einem Zeitungsartikel. Für "Die schwarze Taube von Siwa" hatten wir die Idee, über die Anfänge der Fotografie im 19. Jahrhundert und den Reiseunternehmer Thomas Cook, der zu dieser Zeit die organisierte Gruppenreise erfunden hatte, zu schreiben. Als Schauplatz wählten wir Ägypten, weil es im 19. Jahrhundert auf der Welt eine regelrechte Ägyptomanie gab. Entdecker, Abenteurer, Schatzsucher und Schatzräuber sind ins Land gereist und Thomas Cook hat es für den Massentourismus erschlossen. Um all diese Dinge geht es in unserem Roman, in dem ein junges englisches Fotografenehepaar und ein deutscher Archäologe die Hauptrollen spielen.
Sich in die jeweilige Zeit einzufühlen ist nicht so einfach. Wir recherchieren sehr ausführlich, lesen Reiseberichte der Epoche, sehen uns Fotos aus dieser Zeit an oder Dokumentarfilme und sprechen mit Fachleuten, die sich z.B. mit historischer Fotografie auskennen. Um uns mit der Kultur der alten Ägypter vertraut zu machen haben wir Ausstellungen und Museen (z.B. in Berlin) besucht. Sehr hilfreich war auch eine zweiwöchige Recherchereise nach Ägypten, auf der wir sowohl die außergewöhnlichen antiken Schätze als auch das orientalisch-arabische Flair kennenlernten.

„Die schwarze Taube von Siwa“ spielt hauptsächlich in Ägypten. Was fasziniert Sie an diesem Land?

Die uralte Hochkultur, die phantasievolle Mythologie und Götterwelt der alten Ägypter, die Bauwerke wie die Pyramiden von Gizeh, oder die 5000 Jahre alte Stufenpyramide, die mit technischen Mitteln errichtet wurde, die bis heute nicht nachvollziehbar sind. Wie wurden z.B. Steinquader mit einen Gewicht von über 20 Tonnen bewegt? Als wir Ägypten besuchten, begriffen wir, dass unsere heutige Kultur, einschließlich des Christentums, sich direkt von den alten Ägyptern herleiten lassen. Fasziniert hat uns auch, dass dieses große Land nur am Nil bewohnbar ist und alle Menschen dort vom Wasser des Nils abhängig sind - denn Regen oder andere Flüsse gibt es nicht.
In Kairo hat uns das orientalische Flair fasziniert, der uralte Basar Khan el Khallili, die Moscheen und vor allem der Humor und die Freundlichkeit der Menschen in ganz Ägypten.

Welche Stimmung vermittelt „Die schwarze Taube von Siwa“?

In den Träumen unserer Hauptfigur Larissa spielt die altägyptische Mythologie, das Geheimnisvolle, Spirituelle und Unfassbare eine wichtige Rolle. Die Figur des Archäologen Wellink symbolisiert das wissenschaftliche Interesse der westlichen Welt an diesem Land. Der Fotograf Ernest steht für die Schatzgräberstimmung mit der viele Menschen im 19. Jahrhundert nach Ägypten kamen und das Land plünderten. Alle Figuren sind durch die Handlung miteinander verstrickt, sodass wir eine spannende und abenteuerliche Stimmung mit einer Portion Romantik vermitteln. Larissa ist außerdem eine starke und selbstständige Frau, die einen Beruf ausübt und eigene Entscheidungen trifft.

Die Fotografie spielt eine große Rolle, fotografieren Sie selber gerne?

Horst fotografiert und filmt schon seit vielen Jahren und kennt sich auch mit analoger Fotografie gut aus. In Ägypten hat uns die Vielfalt der Motive so überwältigt, dass wir ungefähr 1000 Fotos und Filme gemacht haben. Horst beschäftigt sich auch viel mit Bildgestaltung und Bildbearbeitung. Beeindruckend finden wir beide die Qualität der alten, mit einer Plattenkamera gemachten Bilder, die oft eine sehr viel größere Tiefe haben als digitale Bilder.
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Ein Autorenpaar ist ja eher ungewöhnlich. Wie funktioniert das bei Ihnen mit dem gemeinsamen Schreiben und der männlichen und weiblichen Perspektive? 

Den Traum vom Schreiben hatten wir schon länger unabhängig voneinander, aber die Idee zum gemeinsamen Schreiben kam von Horst. Es dauerte auch nicht lange, bis er Julia überzeugt hatte. Wir sind inzwischen ein sehr gut eingespieltes Team, das alle Ideen und Handlungsstränge gemeinsam entwickelt und gemeinsam recherchiert. Während wir über die Gestaltung der Szenen sprechen, bringt jeder seine Sichtweise ein. Horst nimmt den Standpunkt des Mannes stärker ein, Julia den der Frau; für Romantik, Spannung und Geheimnis sind wir beide zuständig. Julia achtet mehr auf authentische historische Hintergründe, Horst auf stimmige Beschreibungen von technischen Vorgängen.

Exklusives Interview mit Christian Zeitmann zu seinem neuen Roman „Der ewige Wunsch“

ZeitmannChristian, “Der ewige Wunsch” ist dein zweiter Liebesroman. Was hat dich dazu bewogen, diese Geschichte zu schreiben?

Ich glaube die Liebe ist nicht endlich. Wir sprechen manchmal leichthin von Seelenverwandtschaft und meinen damit eine tiefe Verbundenheit zweier Menschen. Wenn man nun davon ausgeht, dass die Seele unsterblich ist, könnte man darauf schließen die Verbundenheit zweier Menschen umfasst mehr als ein Leben. Vorausgesetzt man glaubt an die Wiedergeburt.

Mit „Der ewige Wunsch“ wollte ich diese Vorstellung in einem dramatischen Roman verpacken, der sich genau mit diesem Thema auseinandersetzt. Ohne der Handlung vorzugreifen, fand ich die Idee äußerst spannend eine Geschichte auf zwei Zeitebenen spielen zu lassen, deren Protagonisten auf besondere Art und Weise miteinander verbunden sind.

 

Was steckt von dir selbst in der Geschichte drin? Identifizierst du dich sehr mit dem Hauptprotagonisten oder ist Lucien eher das komplette Gegenteil von dir?

Zunächst spielt die Geschichte in meiner Heimat. Es war für mich sehr interessant und aufregend zugleich, die historischen Gegebenheiten meiner Heimat vor zweihundert Jahren zu beleuchten. Die Orte, die ich beschreibe habe ich selbst unzählige Male besucht und dort auch meine Frau geheiratet. Insofern steckt sehr viel von mir in dieser Geschichte. Nicht zuletzt die enge Verbundenheit zu meiner Frau, die ich mit dieser Geschichte zum Ausdruck bringe.

Ich denke in jedem meiner Protagonisten stecken auch Teile von mir selbst. Obwohl es mein Bestreben ist eine eigenständige Person zu erschaffen, kein Spiegelbild von mir selbst. Das ist meiner Meinung nach auch die Kunst beim Schreiben: sich in Menschen hineinzuversetzen, die der Phantasie entsprungenen sind und ihnen mit all ihren Gefühlen, Beweggründen und Eigenheiten Leben einzuhauchen.



Fühlst du mit deinen Charakteren beim Schreiben mit?

Ja, sehr. Es gibt Passagen in meinen Büchern, in denen ich genauso lache oder weine, wie es meine Leser hoffentlich ebenfalls tun.

 

Dein erstes Buch, „Die Zauberlinie“ hatte kein klassisches Happy End. Zu „Der ewige Wunsch“ wollen wir noch nichts zum Ende verraten. Aber kannst du an dieser Stelle vielleicht kurz versuchen zu erklären, wie du es immer wieder schaffst, solche bewegenden Geschichten zu schreiben, die kaum ein Auge trocken lassen?

In dem Moment wo ich die Gefühle eines meiner Protagonisten beschreibe, werde ich selbst zu dieser Person. Und je mehr mir das gelingt, desto glaubwürdiger, menschlicher wird diese Person. Da ich immer schon ein Liebhaber von dramatischen oder auch tragischen Liebesgeschichten war, strebe ich dies auch in meinen eigenen Geschichten an. Aus meiner Sicht gibt es zwei Möglichkeiten sich dem Thema Liebe mit einer Geschichte zu nähern: auf die komödienhafte Art und Weise oder auf die dramatische. Ich bevorzuge das letztere, weil auch das Leben selbst ein Drama ist. Für mich gehört zur Beschreibung einer aufrechten Liebe, Glück und Erfüllung, aber auch Schmerz. Denn nur so wissen wir dieses Gefühl zu schätzen.


Was ist es, was du am Schreiben am meisten liebst?

Während ich schreibe sehe ich manchmal meine Leser vor mir. Wie sie in die Geschichte eintauchen und mit den Charakteren mit fiebern. Meine größte Erfüllung ist es, nur mit meiner Phantasie die Leser auf eine Reise zu schicken, die sie zum Lachen, Weinen, sich Fürchten oder einfach nur zum Nachdenken verleitet. Wenn meine Leser über meine Geschichten sprechen, als wären die Charaktere reale Menschen, dann spüre ich die Macht der Phantasie und weiß, dass es nichts größeres gibt.

 

 

Mehr über die Roman-Neuerscheinung „Der ewige Wunsch“

 

Eine Liebeserklärung in Romanform.   Der ewige Wunsch

Lucien, der eine aufstrebende Kreativagentur leitet, ist eigentlich glücklich liiert. Eigentlich. Denn plötzlich gerät sein Leben aus den Fugen, als er eine unerklärliche Sehnsucht zu einer anderen Frau verspürt, die gar nicht zu existieren scheint.

Besonders mysteriös wird die Sache, als Georg auftaucht. Dieser geheimnisvolle Mann beweist Lucien, dass er der unbekannten Frau sehr wohl schon einmal begegnet ist. Doch wann und wo? Bald steht Lucien vor einer folgenschweren Entscheidung, die er nur mit dem Herzen treffen kann.

Eine berührende Geschichte über die wahre Liebe, die Zeit und Raum überwindet.

 

Exklusives Interview mit Izabelle Jardin zu ihrem neuen Roman „Bernsteintränen“

Izabelle JardinDie Hauptfigur in deinem neuen Roman »Bernsteintränen« ist Nicola, Justiziarin in einem international agierenden Unternehmen. Sie ist eine junge Frau, von der man als Leser zunächst den Eindruck gewinnt, sie hätte bisher alles richtig gemacht. Ihre Karriereleiter zeigt steil nach oben, sie ist tough, vollkommen ungebunden, überall in der Welt zu Hause, sieht gut aus, wird von den Männern umschwärmt und es wirkt, als könne nichts und niemand sie aufhalten.

Ja, das könnte man denken. Aber was für einen Roman hätte es wohl mit einer solch aalglatten Persönlichkeit geben sollen? Es verhält sich ein bisschen anders mit Nicola. Sie ist nämlich zwar »überall auf der Welt zu Hause«, aber im Grunde genommen auch nirgends richtig, und am allerwenigsten bei sich selbst!

Als sie mir zum ersten Mal begegnete, spürte ich, dass bei aller vordergründigen Perfektion etwas in dieser Figur schlummerte, das bei mir pures Mitleid erzeugte. Nicolas Lebensmotto: »Halt dich nicht mit Gefühlsduseleien auf. Geh deinen Weg, schau weder rechts noch links, nutz deine Bildung zum Erfolg!« empfinde ich als erschreckend.

 

Dich erschreckt, dass in ihrem Lebensplan offenbar keine Emotionen vorgesehen sind?

Genau! Sie ist am Anfang des Romans, ausgerechnet kurz vor Weihnachten, frisch getrennt von einem Mann, der ihrem gesamten Freundes- und Familienkreis als Traummann erschienen war, und verbringt die Feiertage völlig allein. Sie leidet zwar unter der Trennung, aber nur gerade so viel, wie es ihr eigenes Credo zulässt, auf das sie sich sehr schnell, wie auf eine rettende Insel, zurückzieht. Wirklich berühren können sie auch diese kläglich-einsamen Umstände nicht.

 

Und deshalb hast du sie in eine Situation »geschrieben«, in der sie sich der Auseinandersetzung mit sich selbst und ihren Gefühlen nicht mehr entziehen kann?

O ja! Ich glaube nicht, dass Nicola mit guten Worten beizukommen gewesen wäre. Dafür war sie viel zu verkopft und überzeugt von ihrem Weg. Sie musste etwas erleben, das ihr Herz öffnet und sie zwingt, sich mit ihren festgefügten Ansichten auseinanderzusetzen, um letzten Endes als neuer Mensch aus der ganzen Sache hervorzugehen und glücklich zu werden.

Nicolas Chef schickt sie also in den stillen Tagen zwischen den Festen mit einem unaufschieblichen Auftrag nach Polen. Genauer gesagt, ins ehemalige Ostpreußen ...

 

Ostpreußen?! Im Winter! Da entstehen doch sofort Bilder tief verschneiter Landschaften, Eiseskälte, flüchtende Menschen in endlosen Trecks. Krieg! Wie bist du denn darauf gekommen?

Es ist bei all meinen Romanen dasselbe: Eine Geschichte ist da, wartet nur noch auf den »Initialzünder«, um das auszulösen, was ich meinen »Schreibwahn« nenne. Bei »Remember« waren es die Bilder des 11. September, die mich nicht mehr losließen, und es fiel mir nur allzu leicht, mir vorzustellen, selbst einen Angehörigen in diesem Inferno zu wissen. Bei den »Bernsteintränen« begann ich zu brennen, als ich ganz zufällig über das Youtube-Video eines polnischen Immobilienmaklers stolperte. Ein alter, ziemlich verfallener Gutshof im Herzen des ehemaligen Ostpreußen. Anrührende Bilder! Und die Frage: Was ist hier wohl passiert? Und könnten sich nicht gerade hier Vergangenheit und Gegenwart begegnen? Im nächsten Moment war ich schon am Rechner und begann zu schreiben.

Ostpreußen galt den Millionen damals Vertriebener als Sehnsuchtsland. Viele, die damals gehen mussten, durften nie mehr zurückkehren. Mein eigener familiärer Hintergrund bildet eine Schatzkiste aus Geschichten und Erzählungen, die ich immer und immer wieder gehört und abgespeichert habe und die genau betrachtet jahrzehntelang schon eine Form gesucht haben, um sie in einem modernen Roman zu erzählen. Nicht nur ein Flüchtlings-Einzelschicksal ohne Anbindung an unsere heutige Zeit, sondern eine Verquickung von heute und damals.

Tja, und Sehnsucht ... das ist etwas, das meiner Nicola niemals in den Sinn gekommen wäre. Ein Gefühl, das ihr am Anfang genauso fremd ist wie die große Liebe.

 

Dieses Thema erfordert doch aber auch eine gewisse Kenntnis der geschichtlichen Zusammenhänge. Hast du viel recherchiert?

Mein Schreibtisch lag monatelang voller Rechercheliteratur, meine Rechercheliste ist endlos lang. Dutzende von Dokumentationen habe ich mir angesehen, Karten studiert, verschiedenste Historiker und zeitgenössische Literatur gelesen. Dabei entstand ein Hintergrundwissen, das zu 90 Prozent nicht tatsächlich einfließen konnte, denn letztlich ist es ein Liebesroman, der in unseren Tagen spielt, und kein historischer Roman. Aber ich hatte immerhin das gute Gefühl, zu wissen, wovon ich schrieb. Was noch fehlte, war ein Gespür für das Land. Ich muss fühlen, riechen, sehen können, worüber ich schreibe, sonst bleibe ich nur an der Oberfläche.

 

Du bist nach Polen gereist? Welche Eindrücke hast du mitgenommen?

Ja! Ich war mit meinem Mann zusammen etliche tausend Kilometer unterwegs. Und ich war erstaunt, denn es passierte etwas Merkwürdiges. Ich bereiste dieses Land zum ersten Mal, und nichts erschien mir wirklich fremd. Eigentlich hätte ich mich da hinsetzen und sagen können: »Ich bin hier zu Hause!«

Anfangs hatte ich ein wenig Sorge, einen Romanschauplatz ausgerechnet dort anzusiedeln. Polen? Wie unattraktiv! Moderne Romane spielen in den USA, in London, von mir aus auf den Fidschis. Doch! Polen!

Denn es ist wahr, was mir immer erzählt wurde: Nirgends auf dieser Welt ist der Himmel so hoch, ist das Land so weit! Für mich war es Liebe auf den ersten Blick, und es fiel mir ganz leicht zu glauben, dass meine Nicola dort ihr Glück finden könnte.

 

 

Mehr über die Roman-Neuerscheinung „Bernsteintränen“

 

Bernsteintränen»Halt dich nicht mit Gefühlsduseleien auf. Geh deinen Weg, schau weder rechts noch links, nutz deine Bildung zum Erfolg!«

Mit diesem Leitspruch ist Nicola bisher ausgezeichnet durchs Leben gekommen. Als Justitiarin eines international agierenden Unternehmens steht ihr eine glänzende Karriere bevor. Eine große Liebe, die sie von ihrem Weg abbringen konnte, hat sie noch nie erlebt. Bis ausgerechnet eine Geschäftsreise in das Land des Bernsteins alles auf den Kopf stellt. Unversehens gerät sie in einen Strudel aus Vergangenheit und Gegenwart, der sie dazu bringt, ihr Lebensmotto infrage zu stellen und mehr als nur das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen.

Ein Roman über Liebe, die jede Grenze überwindet. Übers Fortgehen und Zurückkehren, Verlieren und Wiederfinden. Über Zufall und Bestimmung, Sehnsucht und Hoffnung. Eine Geschichte, die das Heute und das Damals für die Zukunft zusammenfügt.

Exklusives Interview mit Eva-Maria Farohi zu ihrem neuen Roman „Fincamond“

FarohiLisa zieht in Fincamond für ein Jahr nach Mallorca. Was verbindet Sie persönlich mit Mallorca?

Meine erste Begegnung mit Mallorca liegt beinahe zwanzig Jahre zurück – nein, es war keine Liebe auf den ersten Blick! Die ist erst allmählich gewachsen. Aber dann immer stärker geworden. So stark, dass ich irgendwann ganz dorthin übersiedelte und sechs lange, wunderschöne Jahre in Mallorca gelebt habe.

Und – ebenso wie Lisa – hat auch mich die Insel verändert:  Das Leben dort ist grundverschieden zu dem in Mitteleuropa, die Wertigkeit der Dinge ist eine andere. Auch in Mallorca müssen die Menschen arbeiten, aber sie vergessen darüber nicht, dass es noch andere – oft wichtigere – Dinge gibt. Oder, wie es eine der Protagonistinnen in „Fincamond“ sagt:

„Man lebt nicht, um zu arbeiten, sondern man arbeitet, um zu leben... Überhaupt ist der Prestigewert des Jobs nicht wichtig. Der eine ist Bürgermeister, der andere Verkäufer. Nach den nächsten Wahlen tauschen sie einfach. Deshalb bleiben sie immer noch dieselben Freunde…

Von der Gemeinschaft wirst du nach deinem Verhalten, nach deiner Verlässlichkeit beurteilt, nicht nach Äußerlichkeiten. Darum ist es unwichtig, wie du gekleidet bist. Oder welche Uhr du trägst. Wenn du ein tolles Auto willst, okay. Aber um deinen Freunden zu imponieren, brauchst du es nicht. Darum ist das Leben hier auch so viel einfacher.“

 

Im Buch entdeckt Lisa ihre Tierliebe wieder. Haben Sie auch Tiere?

Tiere haben in meinem Leben immer schon eine große Rolle gespielt. Während meiner Kindheit in Wien waren es die kleineren Lieblinge – das Kaninchen, der Wellensittich, das Meerschweinchen. Mit der Übersiedlung an den Stadtrand kam dann der erste Hund zu uns. Seither kann ich mir ein Leben ohne Hunde nicht mehr vorstellen.

Natürlich ist ein Tier, und insbesondere ein Hund, eine riesengroße Verantwortung. Darum sollte man sich sehr genau überlegen, ob man auch in der Lage und willens ist, eine solche zu übernehmen – aber das Leben mit einem Tier ist eine unglaubliche Bereicherung.

Auch Lisa macht diese Erfahrung: Sie erbt ja nicht nur die Finca ihres Onkels, sondern wird quasi gezwungen, die Verantwortung für dessen Golden-Retriever Hündin Caja zu übernehmen.

Zögerlich vorerst, dann mit immer größerer Begeisterung finden die beiden zueinander, was insbesondere für Lisa mehr als einmal ein großes Glück ist – aber ich möchte hier nicht zu viel verraten.

Nur eines noch: Unser eigener Hund ist eine Golden-Retriever Hündin, sie heißt Caja, und stammt aus Mallorca. Eine wunderbare Tierschutzorganisation hat sie uns vermittelt…

 

Wird es eine Fortsetzung geben?

Lisa lernt so viele neue Menschen kennen – Einheimische wie auch deutsche Residenten, die sich auf der Insel eine neue Existenz aufgebaut haben. Sie knüpft Kontakte, geht Beziehungen ein, verändert sich.

Dann sind da noch ihre beiden Freundinnen, die Tiernärrin Marika und die Frisörin Emely. Mir selbst sind alle diese Menschen inzwischen so ans Herz gewachsen, dass ich beinahe das Gefühl habe, mit ihnen befreundet zu sein. Natürlich auch deshalb, weil der eine oder andere im Buch Situationen erlebt, die mir durchaus vertraut sind …

Aber da sind noch so viele Geschichten, die ich gerne über diese Freundesclique erzählen möchte – wenn also „Fincamond“ meine Leser gut unterhält und sie noch mehr über diese Menschen erfahren wollen – dann kehre ich sehr gerne in das schöne Gebiet rund um die „Casa del Rey“, wie Lisas Finca heißt, zurück, und erzähle weiter …

 

Was möchten Sie dem Leser vor ihrem Lesegenuss von Fincamond mit auf den (Lese-)weg geben?

„Fincamond“ ist ein Liebesroman.

Überhaupt geht es in meinen Geschichten sehr oft um Beziehungen und Gefühle: Nicht nur um diejenigen zwischen einem Mann und einer Frau – sondern auch um Freundschaft, um Verantwortung und um Loyalität.

Wir haben vorhin bereits über Tierliebe gesprochen und über meine eigene Beziehung zu Mallorca. Alles das findet sich in meinem Roman wieder.

Ich selbst lese sehr gerne Liebesgeschichten, darum schreibe ich sie auch gerne. Und so wie viele viele andere Menschen auch, fahre ich immer wieder nach Mallorca.

Ich hoffe daher, dass „Fincamond“ jenen, die Mallorca ebenso mögen wie ich, ein wenig von dem Charme der Insel in ihren Alltag bringt, die Erinnerungen an den letzten Urlaub weckt oder die Vorfreude auf den nächsten Mallorca-Trip steigert, und jenen, die diese Insel noch nicht kennen, Lust darauf macht, sie doch zumindest einmal zu besuchen.

Ob „Fincamond“ auch ein Roman für Männer ist? Aber selbstverständlich. Ich habe in letzter Zeit viele Zuschriften von Männern erhalten, die durchaus gerne zur Abwechslung eine gefühlvolle Geschichte lesen. Schließlich lese ich selbst auch gerne einmal einen spannenden Thriller…

 

Liebe Frau Farohi, haben Sie eine Frage für das Interview auf die sie gerne antworten möchten bzw. ein Thema über das Sie im Rahmen des Interviews etwas erzählen möchten?

Ich würde sehr gerne nochmals auf das Thema „Gefühle“ zu sprechen kommen.

Wir leben in einer Zeit, in der Leistungsfähigkeit, Durchsetzungsvermögen und  Zielorientiertheit einen hohen Stellenwert besitzen. Das ist auch durchaus in Ordnung.

Leider kommen dabei oft die Gefühle zu kurz.

Wir haben verlernt, auf unser „Bauchgefühl“ zu hören, denken nur mehr mit dem Kopf.

Wenn wir dann plötzlich mit Gefühlen konfrontiert sind, stehen wir diesem Ansturm oft völlig hilflos gegenüber, machen alles falsch und verletzten dadurch  - natürlich unabsichtlich -  jenen Menschen, zu dem wir uns am meisten hingezogen fühlen.

Genau das passiert Lisa im Roman. Als Rechtsanwältin hat sie wirklich keine Probleme damit, sich zu artikulieren. Als Frau gefordert, versagt jedoch jegliche Logik und sie macht einen Fehler nach dem anderen. Aber keine Sorge: auch die Männer verlieren jede vernünftige Denkweise, wenn sie erst einmal entdecken, dass sie möglicherweise mehr empfinden, als geplant …

Warum also haben wir so eine große Scheu davor, unsere Gefühle zu offenbaren?

Was ist falsch daran, einem anderen Menschen zu zeigen, dass man ihn mag?

Oft genügt ein kleines Lächeln, ein kurzer Blick – und schon ist der Alltag ein wenig schöner.

Was ich damit sagen möchte: Einige nette Worte, selbst wenn uns gerade nicht der Sinn danach steht, ein kleines Lächeln im Alltagsstress oder ein Blick, mit dem wir einem anderen Menschen signalisieren, dass wir ihn wahr genommen haben, hilft nicht nur unserem Gegenüber, sondern auch uns selbst.

 

 

Mehr über die Roman-Neuerscheinung „Fincamond“
Fincamond

 

Vieles im Leben lässt sich planen – nur die Liebe nicht …Vergeblich versucht die junge Rechtsanwältin Lisa, die Anerkennung ihrer Eltern zu erlangen. Als sie ihr Verlobter betrügt, beschließt sie, ein Jahr Auszeit zu nehmen, und geht nach Mallorca. Dort trifft sie auf völlig andere Lebensumstände, knüpft neue Freundschaften und begegnet zwei Männern, die ihr Leben für immer verändern werden: da ist der liebenswürdigen Rechtsanwalt Jaime, der sich wie ein Vater um Lisa kümmert — und der charismatische Tierarzt Juan, dessen Familie offenbar ein Geheimnis umgibt. Juan selbst scheint Lisa aus dem Weg zu gehen, doch dann überstürzen sich die Ereignisse …

 

 

Exklusives Interview mit Salim Güler zu seinem neuen Kriminalroman „Totenblässe“ aus der Lübeck-Krimi-Reihe

Die Lübeck-Krimi-Reihe von Salim Güler geht weiter! Heute erscheint der vierte Teil "Totenblässe". Zu diesem Anlass haben wir die bisherigen Ausgaben der Reihe neu gestaltet und lektoriert.

 

GülerWarum spielt die Serie gerade in Lübeck?

Ich bin in der Nähe von Lübeck aufgewachsen und in all meinen Büchern kommen nur Orte vor, an denen ich bereits gewesen bin. Weil ich so die Authentizität der Orte, das Karma erleben und in die Bücher transportieren kann. Ganz zu schweigen von den regionalen Gegebenheiten.

 

Ist dir der Hauptprotagonist, Arndt Schumacher, sehr ähnlich oder ist er dir überhaupt nicht nachempfunden?

Nein, nicht wirklich. Arndt ist eine fiktive Person. Ich bin im Gegensatz zu Arndt jemand der überhaupt nicht streitsüchtig oder selbstherrlich ist.

 

Das vierte Buch der Serie kommt im Oktober 2015 bei Amazon Publishing raus. Auf was dürfen sich die Leser im neuen Buch der Reihe freuen?

Als ich den dritten Band veröffentlicht habe, habe ich viel Leserpost erhalten, weil Elke nach Mannheim geht und alle in Sorge waren, dass Elke in den zukünftigen Bänden nicht mehr vorkommen würde. Dem ist natürlich nicht so. Diese Entwicklung gehörte zum (langfristen) langfristigen Plan, zur Entwicklung der Serie. Daher können alle aufatmen, denn im aktuellen vierten Band kommt Elke zurück. Jedoch anderes als manche denken, aber das bleibt eine Überraschung.

 

Planst du, noch weitere Bücher in der Serie zu veröffentlichen oder ist die Reise von Arndt Schumacher an der Stelle zu Ende?

Ja, der Plot für weitere Bücher steht fest und somit werden im nächsten Jahr noch weitere Folgen erscheinen. Die beiden sind mir einfach sehr ans Herz gewachsen und ihre Geschichte wurde noch nicht zu Ende erzählt.

 

 

Mehr über die Neuerscheinung der Lübeck-Krimi-Reihe

 

Es kann manchmal lange dauern, bis die Wahrheit ans Licht kommt. Sehr langTotenblässee sogar. Arndt Schumacher von der Lübecker Mordkommission rollt einen 30 Jahre alten Mordfall wieder auf.

Eine Zeugin von damals erinnert sich an neue Details des Verbrechens. Als bekannt wird, dass der vermeintliche Mörder noch im Gefängnis sitzt, tauchen Zweifel in ihren Schilderungen auf. Darauf hin möchte Schumachers Chef ihm den Fall entziehen. Aber Schumacher wäre nicht Schumacher würde er jetzt aufgeben. Er ahnt, dass hinter dem Fall mehr steckt, als bisher angenommen. Aber weiß er, auf welch gefährliches Spiel er sich eingelassen hat?

Auch der vierte Fall der Lübecker Mordkommission ist für Thriller-Fans ein absolutes Muss.