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Interview

Weltenbummler: Hüttngaudi in Österreich

Das Land der Berge ruft im Winter nach Skiflitzern und Hüttenabenden, aber hat auch kulinarisch jede Menge zu bieten. Genießen Sie die Vielfalt und Lebenslust Österreichs mit den passenden Buch-Tipps - Augenzwinkern inklusive.

Unsere Empfehlung für Weltenbummler: "Fincamond" von Eva-Maria Farohi

 

 

Fincamond

 

 

Eva-Maria Farohi im Exklusiv-Interview

 

Was schätzen Sie als gebürtige Wienerin an Österreich?

Eva-Maria Farohi: Österreich ist ein verhältnismäßig kleines Land – aufgeteilt in neun Bundesländer, von denen jedes einen eigenen Charakter besitzt, seinen eigenen Charme hat.

Entsprechend überschaubar sind die Größenverhältnisse. Natürlich kennt nicht "jeder jeden". Aber eine gewisse Gemütlichkeit, ich würde fast sagen "Intimität", ist vorhanden. Sogar in Wien, das gerade in letzter Zeit eine rasant wachsende Stadt ist. Aber selbst da kann es noch vorkommen, dass einen der Polizist morgens auf der Straße grüßt.

Die Kleinheit von Österreich in Verbindung mit der Größe Europas ist etwas, das ich sehr schätze. Womit ich bereits verraten habe, dass ich Europäerin, Österreicherin und Wienerin gleichermaßen bin.

 

Glauben Sie, dass es einen Unterschied zwischen deutschen und österreichischen Autoren gibt?

Eva-Maria Farohi: Ehrlich? Nein.

Natürlich gibt es Autoren, die der Eigenart einer bestimmten Menschengruppe besonders verbunden sind. Ich denke zum Beispiel an Mundartdichter, oder durchaus auch manche Satiriker.

Aber generell denke ich, dass es bei Autoren – ebenso wie bei jeder anderen Künstlergruppe auch – einfach nur bessere und schlechtere gibt, berühmtere und weniger berühmte.

Sicherlich prägt einen Künstler die Umgebung, in der er lebt. Sie inspiriert ihn.
Schreiben ist nämlich ein ziemlich einsamer Job, bei dem persönliche Erfahrung und Fantasie miteinander verschmelzen und Gefühle in Worten gefasst werden. Die Sprache, in der ein Autor schreibt, spielt dabei sicher eine gewaltige Rolle.

"Was Deutschland und Österreich trennt, ist die gemeinsame Sprache", soll Karl Kraus gesagt haben. Natürlich hört man, ob jemand aus Norddeutschland stammt, oder aus Österreich – oder aus der Schweiz. Das ist auch ganz in Ordnung so.

Einen wirklichen Einfluss auf die schriftstellerische Tätigkeit hat dieser Unterschied aber nicht.

 

Was ist ihr liebster Ort in Österreich den Sie den Amazon-Lesern empfehlen möchten?

Eva-Maria Farohi: Auch wenn das jetzt vermutlich nicht sehr originell ist: Ich finde meine Heimatstadt einfach toll. Und obwohl ich derzeit etwas außerhalb lebe, bin ich doch immer sehr gern auch in Wien.

Dann laufe ich durch die so vertrauten Gassen der Josefstadt - dem kleinsten Bezirk, in dem ich aufgewachsen bin … und weiter, am Burgtheater vorbei, zur Hofburg hinüber, durch das Michaelertor auf den Kohlmarkt – den Graben, bis hin zum Stephansdom und …
Also Wien ist immer eine Reise wert.

Der Wiener selbst ist zwar ein wenig eigen. Er ist nie zufrieden. Das nennt man raunzen, und er meint es nicht bös. Außerdem sieht er oft verdrießlich drein – auch das gehört zu seiner Eigenart. Aber abends dann, beim "Heurigen", wo man den typischen Grünen Veltliner, einen trockenen Weißwein, trinkt, wird er auf einmal gemütlich. Da findet man schnell Kontakt zu ihm, und er zeigt sein "goldenes Wienerherz", auf das er so stolz ist.

 

Nach einer Kurzgeschichte haben Sie im letzten November Ihren ersten Roman "Fincamond" erfolgreich veröffentlicht. Er spielt hauptsächlich auf Mallorca. Steckt auch ein wenig Österreich in Ihrem Roman?

Eva-Maria Farohi: Ich glaube, es ist kein besonders großes Geheimnis, wenn ich sage, dass die zweite Hälfte meines Herzens Mallorca gehört. Ich habe dort sechs wunderbare Jahre verbracht - dennoch war immer auch so ein Stückchen Österreich dabei.

Darum ist es vermutlich kein Zufall, dass die Großmutter meiner Protagonistin Wienerin ist. Oma Helene ist ein typisches Wiener Original. Sie ist gemütlich und sie raunzt auch ein wenig, vor allem aber kocht und bäckt sie himmlisch – und verwöhnt alle mit den Klassikern der Wiener Küche. Was sie im zweiten Band meiner Mallorca-Trilogie, der im Frühjahr erscheinen wird, auch wieder ausgiebig tun darf.

 

Die Protagonistin in "Fincamond" trifft in Mallorca auf geänderte Lebensbedingungen und verändert sich dadurch. Was sind für Sie die größten Unterschiede zwischen einem Leben in Österreich und dem in Mallorca?

Eva-Maria Farohi: So komisch das klingt, ich habe erst in Mallorca gelernt, richtig zu genießen. Früher habe ich die Dinge immer getrennt. Arbeit – Freizeit – Spaß.
Für den Mallorquiner gehört das zusammen. Denn alles zusammen ist "das Leben".

Man lebt nicht, um zu arbeiten, man arbeitet, um zu leben. Auch hat der Job nicht annähernd denselben Prestigewert, wie bei uns. Er ist lediglich ein Job, der getan werden muss.

Der eine ist Arzt, der andere Busfahrer. Der eine reicher, der andere ärmer. Mit der Wertschätzung des einzelnen Menschen hat das nichts zu tun. Auf den Charakter und das Verhalten der Gemeinschaft gegenüber kommt es an.
Nirgendwo habe ich so stark erlebt, dass man mich ausschließlich nach meinem eigenen Tun beurteilt hat, wie in Mallorca.

Auch findet der Mallorquiner immer Zeit, um einige persönliche Worte zu wechseln. Selbst dann, wenn die Warteschlange vor der Kassa gerade lang ist - doch keiner der Wartenden würde sich darüber aufregen.
Diese Art zu leben ist wesentlich stressfreier, das spiegelt sich in den Menschen wieder.

Außerdem sind viele mallorquinische Familien immer noch sehr reich an Mitgliedern. Natürlich trifft man einander nicht ununterbrochen. Aber bei großen Festen kommen alle zusammen. Und auch im Alltag begegnen sie einander regelmäßig. Das verleiht eine Kraft, die sich wiederum in einer gewissen Gelassenheit wiederspiegelt, selbst dann, wenn es im Leben einmal etwas rauer zugeht.


Entdecken Sie hier weitere Empfehlungen rund um Österreich. Von Romanen österreichischen Autoren, über die österreichische Küche oder Reiseführer.

Weltenbummler: New York - die Stadt, die niemals schläft

Ob Sie selbst nach New York reisen oder nicht, hier finden Sie die schönsten Bücher rund um das pulsierende Leben im Big Apple, Reiseführer, Kochbücher und Romane aus den USA.

Unsere Empfehlung für Weltenbummler: "New York für Anfängerinnen" von Susann Remke

 

New York

 

Susann Remke im Exklusiv-Interview

 

Sie leben und arbeiten seit einigen Jahren in New York, was fasziniert Sie am Leben in der großen Metropole?

Susann Remke: Ich mag die kreative Energie, die diese Stadt ausstrahlt. Hier entstehen Buch-, TV- und Lifestyletrends und vieles mehr. Wenn man in New York arbeitet, hat man ständig mit unglaublich fix denkenden Menschen zu tun, die nicht nur die irrsten Ideen haben, sondern diese auch umsetzen. Geht nicht, gibt's hier nicht.

 

Als Deutsche kennen Sie den Unterschied – was ist aus Ihrer Sicht der größte Unterschied zum Leben in Deutschland?

Susann Remke: Das Tempo. "A New York Minute", also eine New Yorker Minute, ist hier zur Redewendung geworden. Eine New Yorker Minute dauert per Definition exakt so lange wie der Zeitraum, in welchem eine Fußgängerampel auf Grün springt und der erste New Yorker Taxifahrer zu hupen beginnt. Also einen gefühlten Augenblick. Und weil hier immer alles so rasend schnell passiert, flüchten so viele New Yorker am Wochenende aufs Land oder in die Hamptons - damit sie auf Dauer nicht den Verstand verlieren.

 

Ihr Roman „New York für Anfängerinnen“ kann auch als spezieller Reiseführer gesehen werden. Was hat Sie bewogen diesen Roman zu schreiben?

Susann Remke: Ich habe, wie viele Amerikaner, eine sogenannte "bucket list". Eine Liste von Dingen, die ich in meinem Leben unbedingt tun möchte, bevor ich sterbe. Ganz oben stand schon immer "Roman schreiben". Und irgendwann habe ich mich dann tatsächlich auch hingesetzt. Da ich beruflich als Journalistin eher mit schweren Themen zu tun habe, wollte ich unbedingt etwas Leichtes und Lustiges schreiben. In New York kenne ich mich richtig gut aus. Da lag es nahe, die Geschichte hier an Originalschauplätzen spielen zu lassen.

 

Wird es „New York für Fortgeschrittene“ geben?

Susann Remke: Ich arbeite momentan an einem neuen Roman. Einzelheiten werden aber noch nicht verraten.

 

Ihr Buch „New York für Anfängerinnen“ ist ins Englische übersetzt worden. Was können aus Ihrer Sicht Amerikaner von Ihrem Buch mitnehmen?

Susann Remke: Amerikanische Leser finden vor allem das Element der Benimmfibel sehr lustig, weil es wiederspiegelt, wie ungeschriebene amerikanische Gesetze oder Gewohnheiten von einem Außenseiter gesehen werden. Alleine die Art, wie hier gedated wird, ist schon abenteuerlich für Europäerinnen. Ganz zu schweigen davon, wenn man nicht mit einem normalen Mann ausgeht, sondern mit einem aus der Upper Class. Großen Spaß hat meiner Übersetzerin Kate Northrop, einer Amerikanerin, die in der Schweiz lebt, und mir das Übertragen des Romans ins Englische gemacht. Wir haben inhaltlich auch ein paar Stellen verändert, damit amerikanische Leser verstehen, warum manch eine Situation gar so abstrus für einen Europäer ist.

 

Entdecken Sie hier weitere Empfehlungen rund um New York. Von Romanen aus den USA, über Kochbücher und Reiseführer.

Exklusives Interview mit Sarah Philipps zu ihrem neuen Roman „Prachtstücke“

PrachtstückeSelbstversuche als Grundlage für spannende Artikel sind im Journalismus weit verbreitet, was macht den Versuch von Sophie in „Prachtstücke“ besonders aufregend?

Sophies Selbstversuch ist absolut unmoralisch. Normalerweise lernen sich Männer und Frauen ja doch erst einmal kennen, ehe sie miteinander ins Bett steigen. Dieses Konzept soll Sophie nun komplett über den Haufen werfen: Erst der Sex und dann das Kennenlernen...
Die Frage ist nur: Funktioniert das? Und funktioniert das nicht vielleicht sogar viel besser als andersherum? Zumindest bleiben einem damit die großen Enttäuschungen erspart: Wenn man nämlich glaubt, den tollsten Hecht im Karpfenteich an der Angel zu haben - und der entpuppt sich im Schlafzimmer dann plötzlich als fantasieloser Stichling.


Macht Sophie das Ihrer Meinung nach wirklich nur, um ihrer Freundin Helene einen Gefallen zu tun?

Sophie spielt vor ihren Freundinnen natürlich gerne das Opfer, das sich - selbstlos und ausschließlich aus Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft - in ein wildes erotisches Abenteuer stürzt. Auch wenn das gar nicht so richtig stimmt... Tatsächlich ist Sophie nämlich sehr neugierig und noch viel mutiger. Außerdem ist sie nach einigen horizontalen Pleiten selbst sehr gespannt, ob sich Mr. Perfect neuerdings im Sex-Netz tummelt.


Wodurch zeichnet sich denn ein Mann aus, den Sie als „Prachtstück“ bezeichnen würden?

Wenn ich von Freundinnen höre, was sie auf ihrer Internet-Partnersuche erleben, bekomme ich beinahe Schnappatmung vor Panik: Da sind die notorischen Abschlepphelden unterwegs, die Zuhause ihre Familie sitzen haben und am Abend ihre Eheringe im Handschuhfach verschwinden lassen, um auf Beutezug zu gehen. Dann gibt es die eitlen Selbstbeweihräucherer, die eigentlich ebenfalls schon längst eine sehr stabile Beziehung führen - nämlich untrennbar mit sich selbst. Wer nicht in diese beiden Kategorien fällt, hat unter Umständen sehr bizarre sexuelle Vorlieben - der eine möchte als Hund am Halsband geführt werden, der nächste hüllt sich komplett in Latex und ein anderer steht drauf, wenn "Sie" als wieherndes Pferdchen antrabt und Jagdgeschichten vorliest.
Was für mich ein Prachtstück ist? Ein ehrlicher Mann mit Rückgrat, der authentisch, unternehmungslustig, verletzlich und verlässlich, smart, einfühlsam und offen ist. Und der auch eine Waschmaschine einschalten und den Trockner bedienen kann.


Sind denn aus Ihrer Sicht die männlichen „Prachtstücke“ online zu finden oder eher im „wirklichen Leben“?

Das ist Glücks- und Geschmackssache. Wer schon immer Wundertüten aufregend fand, ist im Netz sicher gut aufgehoben. Da weiß man nie, was man kriegt. Da weiß man nicht mal, ob drin ist, was drauf steht. Aber eins steht fest: Es sind immer unzählige Wundertüten online!
Für mich ist Internet-Dating eine sehr fortschrittliche, zeitsparende und zielgerichtete Möglichkeit, den Mann fürs Leben zu finden. Da hat man schon vor dem ersten Treffen eine gewisse Schnittmenge - daran kann man gut anknüpfen. Und: Bei mir hat es geklappt - mein Hecht ist mir schließlich auch im Netz ins Netz gegangen.

 

 

Mehr über die Roman-Neuerscheinung „Prachtstücke“

 

Nie wieder schlechten Sex! Das schwört sich Sophie nach ihrer letzten horizontalen Pleite. Und ausgerechnet jetzt bittet sie ihre beste Freundin Helene um einen großen Gefallen: Damit Helene, die sich seit Jahren als freie Journalistin knapp über Wasser hält, eine begehrte Festanstellung bei einer Frauenzeitschrift bekommt, muss sie ihrer Chefin eine heiße Sex-Reportage liefern. Helene fleht Sophie an, für ihre Reportage die neue Internetseite »Sexlounge.de« zu testen und ihr von ihren Erlebnissen zu berichten. Diese Internetplattform verspricht ihren Kunden: Erst kommt der Sex, dann das Kennenlernen. Nur in dieser Reihenfolge findet man den perfekten Partner, sein persönliches Prachtstück! Ob das so stimmt? Tummelt sich Mr. Perfect neuerdings im Sexnet? Sophie fasst sich ein Herz, um ihrer Freundin zu helfen und meldet sich an.

Exklusives Interview mit Heike Abidi zu ihrem neuen Roman „Ich sehe was, was du nicht liebst“

AbidiEs ist leider bestimmt einigen Hausfrauen und Müttern bekannt, dass sie als selbstverständlich angesehen werden und wenig Wertschätzung von der Familie bekommen. Wolltest du mit deinem Buch ein wenig wachrütteln?

In erster Linie will ich eine unterhaltsame Geschichte erzählen. Aber sie enthält durchaus eine Botschaft: Respekt bekommt nur, wer sich selbst respektiert – statt sich klein zu machen und sich wie eine Sklavin der eigenen Familie zu benehmen. Damit die Heldin Marlene zu dieser Erkenntnis kommt, muss das Schicksal zu drastischen Mitteln greifen. Im wirklichen Leben genügt vielleicht ein Gespräch mit einer guten Freundin. Oder die Lektüre eines Buches, das zum Nachdenken anregt – und hoffentlich auch zum Lachen bringt …

 

Hast du auch Momente in denen du gerne mal unsichtbar wärst?

Manchmal rede ich schneller, als ich denke … Wenn man zu spontan ist, kann das durchaus mal peinlich werden. In solchen Situationen wäre ich sehr gerne unsichtbar! Und natürlich wäre es interessant, mit anzuhören, was andere über einen reden, wenn man vermeintlich nicht dabei ist. Aber vielleicht ist es besser, es nie zu erfahren.

 

Und in welchen Momenten fühlst du dich besonders sichtbar?

Zum Beispiel bei Lesungen. Mir macht es großen Spaß, meine Figuren vor Publikum zum Leben zu erwecken. Dann fühle ich mich wie ein Teil dieser Geschichten …

 

An welche Szene aus deinem Buch denkst du am häufigsten?

Ich mag es, wenn Marlene der fiesen Oma Ella Streiche spielt. Aber besonders nahe geht mir die Szene, in der Phil im Auto sitzt, Marlenes Parfum versprüht und dabei ganz intensiv an sie denkt. Das ist eine sehr intensive, emotionale Stelle.

 

 

Mehr über die Roman-Neuerscheinung „Ich sehe was, was du nicht liebst“ Ich sehe was, was du nicht liebst

 

Marlene Winter ist eine glückliche Hausfrau. Jedenfalls glaubt sie das. Dass sie mit der Zeit immer mehr zur Sklavin ihres Ehemanns und ihrer verwöhnten Kinder mutiert, nimmt sie überhaupt nicht wahr. Als ein Wellnesswochenende mit ihrer Freundin bevorsteht, übermannt sie das schlechte Gewissen – und sie sagt kurzfristig ab. Man könnte glauben, ihr sei nicht mehr zu helfen. Doch das Schicksal meint es gut mit Marlene und startet einen letzten Versuch, sie zur Vernunft zu bringen. Einen ziemlich radikalen Versuch: Marlene löst sich in Luft auf. Sie wird urplötzlich unsichtbar. Was bedeutet, dass sie nicht nur zum Nichtstun verdammt ist, sondern auch dazu, mit anzuhören, was ihre Familie wirklich über sie denkt. Eine heilsame Rosskur, die ihr so einiges klar macht. Aber was hat sie nun von ihrer Erkenntnis, unsichtbar, wie sie ist?

Ein exklusives Interview zur Erscheinung von "Die schwarze Taube von Siwa"

51Xh2kEjqTL._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-v3-big,TopRight,0,-55_SX324_SY324_PIkin4,BottomRight,1,22_AA346_SH20_OU03_Ihre historischen Romane spielen zu unterschiedlichen Zeiten und verfolgen unterschiedliche Themen. Wie kommen Sie auf Ihre Ideen und wie finden Sie sich in die jeweilige Zeit ein?

Inspiration kommt von überall: aus einem Dokumentarfilm, einem historischen Sachbuch oder einem Zeitungsartikel. Für "Die schwarze Taube von Siwa" hatten wir die Idee, über die Anfänge der Fotografie im 19. Jahrhundert und den Reiseunternehmer Thomas Cook, der zu dieser Zeit die organisierte Gruppenreise erfunden hatte, zu schreiben. Als Schauplatz wählten wir Ägypten, weil es im 19. Jahrhundert auf der Welt eine regelrechte Ägyptomanie gab. Entdecker, Abenteurer, Schatzsucher und Schatzräuber sind ins Land gereist und Thomas Cook hat es für den Massentourismus erschlossen. Um all diese Dinge geht es in unserem Roman, in dem ein junges englisches Fotografenehepaar und ein deutscher Archäologe die Hauptrollen spielen.
Sich in die jeweilige Zeit einzufühlen ist nicht so einfach. Wir recherchieren sehr ausführlich, lesen Reiseberichte der Epoche, sehen uns Fotos aus dieser Zeit an oder Dokumentarfilme und sprechen mit Fachleuten, die sich z.B. mit historischer Fotografie auskennen. Um uns mit der Kultur der alten Ägypter vertraut zu machen haben wir Ausstellungen und Museen (z.B. in Berlin) besucht. Sehr hilfreich war auch eine zweiwöchige Recherchereise nach Ägypten, auf der wir sowohl die außergewöhnlichen antiken Schätze als auch das orientalisch-arabische Flair kennenlernten.

„Die schwarze Taube von Siwa“ spielt hauptsächlich in Ägypten. Was fasziniert Sie an diesem Land?

Die uralte Hochkultur, die phantasievolle Mythologie und Götterwelt der alten Ägypter, die Bauwerke wie die Pyramiden von Gizeh, oder die 5000 Jahre alte Stufenpyramide, die mit technischen Mitteln errichtet wurde, die bis heute nicht nachvollziehbar sind. Wie wurden z.B. Steinquader mit einen Gewicht von über 20 Tonnen bewegt? Als wir Ägypten besuchten, begriffen wir, dass unsere heutige Kultur, einschließlich des Christentums, sich direkt von den alten Ägyptern herleiten lassen. Fasziniert hat uns auch, dass dieses große Land nur am Nil bewohnbar ist und alle Menschen dort vom Wasser des Nils abhängig sind - denn Regen oder andere Flüsse gibt es nicht.
In Kairo hat uns das orientalische Flair fasziniert, der uralte Basar Khan el Khallili, die Moscheen und vor allem der Humor und die Freundlichkeit der Menschen in ganz Ägypten.

Welche Stimmung vermittelt „Die schwarze Taube von Siwa“?

In den Träumen unserer Hauptfigur Larissa spielt die altägyptische Mythologie, das Geheimnisvolle, Spirituelle und Unfassbare eine wichtige Rolle. Die Figur des Archäologen Wellink symbolisiert das wissenschaftliche Interesse der westlichen Welt an diesem Land. Der Fotograf Ernest steht für die Schatzgräberstimmung mit der viele Menschen im 19. Jahrhundert nach Ägypten kamen und das Land plünderten. Alle Figuren sind durch die Handlung miteinander verstrickt, sodass wir eine spannende und abenteuerliche Stimmung mit einer Portion Romantik vermitteln. Larissa ist außerdem eine starke und selbstständige Frau, die einen Beruf ausübt und eigene Entscheidungen trifft.

Die Fotografie spielt eine große Rolle, fotografieren Sie selber gerne?

Horst fotografiert und filmt schon seit vielen Jahren und kennt sich auch mit analoger Fotografie gut aus. In Ägypten hat uns die Vielfalt der Motive so überwältigt, dass wir ungefähr 1000 Fotos und Filme gemacht haben. Horst beschäftigt sich auch viel mit Bildgestaltung und Bildbearbeitung. Beeindruckend finden wir beide die Qualität der alten, mit einer Plattenkamera gemachten Bilder, die oft eine sehr viel größere Tiefe haben als digitale Bilder.
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Ein Autorenpaar ist ja eher ungewöhnlich. Wie funktioniert das bei Ihnen mit dem gemeinsamen Schreiben und der männlichen und weiblichen Perspektive? 

Den Traum vom Schreiben hatten wir schon länger unabhängig voneinander, aber die Idee zum gemeinsamen Schreiben kam von Horst. Es dauerte auch nicht lange, bis er Julia überzeugt hatte. Wir sind inzwischen ein sehr gut eingespieltes Team, das alle Ideen und Handlungsstränge gemeinsam entwickelt und gemeinsam recherchiert. Während wir über die Gestaltung der Szenen sprechen, bringt jeder seine Sichtweise ein. Horst nimmt den Standpunkt des Mannes stärker ein, Julia den der Frau; für Romantik, Spannung und Geheimnis sind wir beide zuständig. Julia achtet mehr auf authentische historische Hintergründe, Horst auf stimmige Beschreibungen von technischen Vorgängen.

Exklusives Interview mit Salim Güler zu seinem neuen Kriminalroman „Totenblässe“ aus der Lübeck-Krimi-Reihe

Die Lübeck-Krimi-Reihe von Salim Güler geht weiter! Heute erscheint der vierte Teil "Totenblässe". Zu diesem Anlass haben wir die bisherigen Ausgaben der Reihe neu gestaltet und lektoriert.

 

GülerWarum spielt die Serie gerade in Lübeck?

Ich bin in der Nähe von Lübeck aufgewachsen und in all meinen Büchern kommen nur Orte vor, an denen ich bereits gewesen bin. Weil ich so die Authentizität der Orte, das Karma erleben und in die Bücher transportieren kann. Ganz zu schweigen von den regionalen Gegebenheiten.

 

Ist dir der Hauptprotagonist, Arndt Schumacher, sehr ähnlich oder ist er dir überhaupt nicht nachempfunden?

Nein, nicht wirklich. Arndt ist eine fiktive Person. Ich bin im Gegensatz zu Arndt jemand der überhaupt nicht streitsüchtig oder selbstherrlich ist.

 

Das vierte Buch der Serie kommt im Oktober 2015 bei Amazon Publishing raus. Auf was dürfen sich die Leser im neuen Buch der Reihe freuen?

Als ich den dritten Band veröffentlicht habe, habe ich viel Leserpost erhalten, weil Elke nach Mannheim geht und alle in Sorge waren, dass Elke in den zukünftigen Bänden nicht mehr vorkommen würde. Dem ist natürlich nicht so. Diese Entwicklung gehörte zum (langfristen) langfristigen Plan, zur Entwicklung der Serie. Daher können alle aufatmen, denn im aktuellen vierten Band kommt Elke zurück. Jedoch anderes als manche denken, aber das bleibt eine Überraschung.

 

Planst du, noch weitere Bücher in der Serie zu veröffentlichen oder ist die Reise von Arndt Schumacher an der Stelle zu Ende?

Ja, der Plot für weitere Bücher steht fest und somit werden im nächsten Jahr noch weitere Folgen erscheinen. Die beiden sind mir einfach sehr ans Herz gewachsen und ihre Geschichte wurde noch nicht zu Ende erzählt.

 

 

Mehr über die Neuerscheinung der Lübeck-Krimi-Reihe

 

Es kann manchmal lange dauern, bis die Wahrheit ans Licht kommt. Sehr langTotenblässee sogar. Arndt Schumacher von der Lübecker Mordkommission rollt einen 30 Jahre alten Mordfall wieder auf.

Eine Zeugin von damals erinnert sich an neue Details des Verbrechens. Als bekannt wird, dass der vermeintliche Mörder noch im Gefängnis sitzt, tauchen Zweifel in ihren Schilderungen auf. Darauf hin möchte Schumachers Chef ihm den Fall entziehen. Aber Schumacher wäre nicht Schumacher würde er jetzt aufgeben. Er ahnt, dass hinter dem Fall mehr steckt, als bisher angenommen. Aber weiß er, auf welch gefährliches Spiel er sich eingelassen hat?

Auch der vierte Fall der Lübecker Mordkommission ist für Thriller-Fans ein absolutes Muss.

 

 

 

Weltenbummler: Spätsommer in Schweden

Die Nächte werden langsam länger, die Tage kälter, was gibt es da schöneres als sich noch einmal Kind und Kegel zu schnappen und die Schönheit Skandinaviens zu genießen.

Unsere Empfehlung für Weltenbummler: "Die Liebe ist ein Trampeltier" von Ina Straubing
Trampeltier

 

Ina Straubing im Exklusiv-Interview

 

Was hat dich bewegt, die Handlung in Schweden spielen zu lassen?

Ina Straubing: Das kam zunächst ganz aus dem Bauch. Während der Arbeit an meinem Hauptcharakter Elin entdeckte ich plötzlich, dass sie Schwedin ist und einfach nach Uppsala gehört, und damit auch die Handlung des Trampeltiers. Eigentlich seltsam, denn Trampeltiere kommen in Schweden ja gar nicht vor. Aber die Liebe stattdessen als Elch zu bezeichnen …?

 

Was verbindet dich mit Schweden? Warst du schon in Uppsala? Was hat dich dort am meisten beeindruckt?

Ina Straubing: Ich war schon öfter da, und verbinde mit diesem wundervollen Land jede Menge angenehme Erinnerungen. Ich habe die Menschen da immer als sehr offen und freundlich empfunden. Es sind einfach Typen, mit denen man gern Zeit verbringt. Ich hoffe, dass meine Leser genauso für die Personen in meinem Buch empfinden. Ich war auch schon in Uppsala und die allermeisten Orte aus dem Buch gibt es wirklich, inklusive der Eisdiele. Nur der Kaugummiautomat ist eine Erfindung von mir. Der steht in Wirklichkeit woanders.


Entdecken Sie hier weitere Empfehlungen rund um Schweden. Von Romanen schwedischer Autoren, über die schwedische Küche oder Reiseführer.

Weltenbummler: Spanien & Balearen

Bereit für den nächsten Spanien-Urlaub? Oder benötigen Sie noch Inspirationen, wie Sie sich die Zeit versüßen können?

Unsere Empfehlung für Weltenbummler: "Tod auf Ibiza" von Katja Piel

Tod auf Ibiza

Warum gerade Ibiza beantwortet Katja Piel im Exklusiv-Interview

 

Was hat dich bewegt, die Handlung in Spanien spielen zu lassen?

Katja Piel: Wir waren 2013 auf Ibiza, um Urlaub zu machen und unsere Freunde waren auf einer Party in einer der Luxus Villen. Sie haben die Umgebung beschrieben und ich dachte nur: Was wäre, wenn hier jemand mitfeiert und am nächsten Morgen wach wird? Um ihn herum liegen tote Menschen. Was würde ich da tun?

Im Folgejahr waren wir wieder auf Ibiza und ich habe mir die ganze Geschichte überlegt und jeden Ort, an dem wir waren, mit ins Buch eingebunden, mir vorgestellt, wie die Figuren über die Insel flüchten und den wahren Mörder finden. Ich bin quasi mit Block, Stift und Kamera über die Insel und habe mir alle Details aufgeschrieben. Wie der erste Eindruck von der Insel Formentera war, wie die Polizeiautos dort aussehen, was am Strand verkauft wird. Ich denke, das hat das Buch natürlich wesentlich authentischer gemacht.

Erst zu Hause kam mir die Idee zu dem Hauptgeschehen des Buches Tod auf Ibiza: Menschenhandel. Mit Hilfe meines Mannes haben wir ein wahrlich grausiges Verbrechen konstruiert.

Natürlich ist die Geschichte frei erfunden und entspricht auch nicht den Tatsachen. Aber die Orte, an denen der Thriller spielt, sind übernommen worden. Ja selbst die Beachclubs existieren tatsächlich.

 

Was verbindet dich mit Spanien? Warst du schon auf Ibiza? Was hat dich dort am meisten beeindruckt?

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Katja Piel: Ich fahre in diesem Sommer das dritte Mal nach Ibiza, weil ich diese Insel einfach liebe und weil sie meinem Stil am nächsten kommt. Es ist lässig, leicht und die Musik – das berühmte Cafe del Mar ist ebenfalls dort – begleitet mich schon seit Jahren. Klar, dass ich die berühmten Clubs auch besuchen musste.

Die Menschen sind einfach sie selbst. Nicht umsonst nennt man Ibiza die Hippie Insel und nicht nur das ist es, was mich fasziniert. Auch die Mythen und Geschichten rund um Ibiza faszinieren mich. So soll beispielsweise unter der kleinen Insel Es Vedra Atlantis versunken sein.

 

 

 

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Exklusives Interview mit Kerstin Bätz zu ihrem neuen Psychothriller „Wo du auch bist“

Kerstin BätzWie sind Sie darauf gekommen die Beelitz-Heilstätten als Spielstätte Ihres Psychothrillers zu wählen? 

Auf die Beelitz-Heilstätten bin ich im Gespräch mit einer guten Freundin gekommen. Je mehr ich mich gedanklich mit diesem Ort beschäftige, desto klarer wurde mir, dass er die perfekte Kulisse für die Geschichte war, die ich erzählen wollte. Die besondere Atmosphäre aus Heilung, Dekadenz und Tod sind genau das Richtige für einen unheimlichen Thriller aus der emotionalen Sicht einer weiblichen Protagonistin. Schon beim Schreiben sah ich Sonja regelrecht vor mir, verfolgt von den Geistern der Vergangenheit, denen ihrer eigenen und denen dieses Ortes.

 

Bei welcher Szene ist Ihnen beim Schreiben der kälteste Schauer über den Rücken gelaufen? 

Grundsätzlich funktionieren Angst und Thrill für jeden anders, da in unserem Unterbewusstsein persönliche Erfahrungen und Erlebnisse verarbeitet werden während wir spannende und unheimliche Geschichten lesen. Beim Schreiben gilt dies umso mehr. Insofern gab es bei der Arbeit an „Wo du auch bist“ etliche Szenen, die mich gepackt haben. Am stärksten war für mich die Passage, als sich Sonja in ihrem Büro verbarrikadiert, weil in diesem Moment ihre Angst real wird. Und für mich greifbar.

 

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Schreiben ist aus meiner Sicht ein eher zu eng gefasster Begriff für das, was ich tue. Ich finde, dass "Erzählen" viel besser passt. Und das Erzählen ist eigentlich schon immer Teil meiner Familie. Mein Großvater war der phantastischste Erzähler, den man sich vorstellen kann. Als Kinder haben wir stundenlang seinen Geschichten gelauscht. Die Initialzündung für das Schreiben allerdings kam dann erst Jahre später, gemeinsam mit meinem Mann, der diese Leidenschaft mit mir teilt.

 

Was macht für Sie ein guter Thriller aus?

Ein Thriller braucht für mich die richtige Mischung aus Spannung und Emotion. Wenn ich als Leser ein Buch zur Hand nehme, müssen für mich die Figuren und ihre ganze Umgebung zum Leben erwachen. Beim Schreiben gilt dies umso mehr.

 

 

 

 

 

Mehr über die Neuerscheinung von Kerstin Bätz

Wo du auch bist

Die Historikerin Sonja ist auf der Flucht. Vor ihrem alten Leben und ihrem gewalttätigen Mann Kai. Mit   Hilfe eines alten Freundes reist sie in die Beelitz-Heilstätten südlich von Berlin, um dort als Archivarin ein neues Leben anzufangen.

Sie schöpft neue Hoffnung, als sie den Fotografen Jan kennenlernt. Doch mit jedem Tag werden ihr die Ruinen der ehemaligen Lungenheilanstalt unheimlicher. Um sie herum werden die Schatten tiefer und die Tage dunkler. Sonja fühlt sich beobachtet. Weil sie weiß, dass jemand sie verfolgt. Jemand, der sie gut zu kennen scheint … aber kann sie ihrem Verstand noch trauen?

 

Exklusives Interview mit Babsy Tom zu ihrem neuen Roman „Liebe mit Risiken und Nebenwirkungen“

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Du arbeitest wie deine Protagonistin selbst in einem Krankenhaus. Was ist deine Meinung über Liebe am Arbeitsplatz beziehungsweise Beziehungen zwischen Kollegen in diesem Umfeld?

Ich für meinen Teil habe manchmal das Gefühl, dass Krankenhäuser oder überhaupt größere Unternehmen erstklassige Singlebörsen sind, und muss gestehen: Ich finde das großartig. Da haben sich vor meinen Augen in all den Jahren schon so einige Episoden ereignet. Und ihr wisst doch: Ich liebe Happyends, vor allem im real life und von mir aus auch am Arbeitsplatz, da halten wir uns schließlich die überwiegende Zeit unseres Lebens auf. Kompliziert wird es bloß, wenn sich innerhalb einer Abteilung zwei Turteltauben finden. Das wird von der Krankenhausleitung nicht gern gesehen. Aber … bin ich die Krankenhausleitung? Nein! ;-)

 

Denkst du, dass es für Frauen nach wie vor schwieriger ist, in Chefarztpositionen zu kommen?

Jetzt, wo mir diese Frage gestellt wird, habe ich direkt mal durchgezählt und muss erstaunt feststellen, dass es im Klinikum, in dem ich arbeite, nur eine einzige Frau gibt, die diesen Posten bekleidet. Eine weitere ist vor ein paar Jahren in den Ruhestand gegangen. Mir drängt sich ja die Frage auf: Will Frau einen solch anstrengenden und zeitaufwändigen Job überhaupt machen? Ich habe meinen Chef den ganzen Tag vor Augen, sehe, wann er kommt und höre von Kollegen, zu welcher Zeit er oft erst die Klinik verlässt, weil wieder mal ein lebensbedrohlicher Notfall kam. Sicher ist es im Laufe der Zeit einfacher geworden, Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen, eben weil wir Kitas und ganztagsbetreute Schulen haben. Dennoch wird gerade von Ärzten und insbesondere Chefärzten vorausgesetzt, dass der Job immer an erster Stelle steht. Wenn man bereit ist, sein Privat- oder Familienleben hintenanzustellen, kann das funktionieren.

Ich selbst bin nicht sonderlich stressresistent und Familie und Freizeit gehen mir über alles. Aber ich bin mir sicher, dass viele Frauen diesen Spagat ausgezeichnet meistern. Erst neulich habe ich wieder ein Stellengesuch gelesen, in dem stand: Bewerbungen von Frauen sind ausdrücklich erwünscht. Um die Frage abschließend zu beantworten: Ich denke, es ist nicht mehr sehr schwierig, als Frau einen Führungsposten zu bekommen, aber es gibt vermutlich weniger Frauen als Männer, die genau das anstreben. Allerdings ist das mehr (m)eine vage Vermutung als empirisch gesichert. Allen Frauen in Führungsebenen möchte ich eines sagen: Ihr habt meine Hochachtung!

 

Wie kommst du eigentlich auf Namen wie Professor Stunker? Wir mussten laut lachen, als diese Figur zum ersten Mal im Buch erwähnt wurde.

Hihi. Ich muss gestehen, das ist eine Macke von mir. Das rührt daher, dass ich mir ausnehmend schlecht Namen merken kann. Mein Mann und ich haben uns in der Vergangenheit mal wochenlang über einen Nachbarn unterhalten, obwohl wir zwei verschiedene Personen meinten. Als wir das herausfanden, war das sehr witzig und hatte zur Folge, dass wir für einige Nachbarn, Freunde und Arbeitskollegen anfingen, eigene Namen zu erfinden. Meistens stehen diese mit kleinen, aber liebenswürdigen Macken oder Äußerlichkeiten der einzelnen Personen in Zusammenhang, so kommt es zu keinen Verwechslungen mehr und unserer Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Hinzu kommt, dass ich im Arbeitsleben mit so vielen kuriosen Namen konfrontiert werde, dass ich nicht anders kann, als zum Beispiel den armen Herrn Rindfleisch in meinem nächsten Roman zu verwursten. Und dieser Professor Stunker, das muss ich offenbaren, ist eine Figur, die tatsächlich an eine real existierende Person »angelehnt« ist. Er ist sehr kauzig und meist übelgelaunt, aber dennoch liebenswert.

 

Wirst du eines Tages deinen Job aufgeben, um dich ganz dem Autorenleben zu widmen?

Meine Devise lautet: Sag niemals nie. Aber derzeit könnte ich mir noch nicht vorstellen, für immer zu Hause zu bleiben und nur noch zu schreiben. Schließlich inspirieren mich meine Arbeit in der Klinik und der Austausch mit den Kollegen zu so manchen Szenarien in meinen Romanen. Darüber hinaus bin ich zwar ein Mensch, der sehr gern mit sich und seinen Gedanken allein ist, aber ein Leben ohne tägliche Routine, wie morgens um dieselbe Zeit aufstehen, zur Arbeit fahren, einkaufen, etc. würde mich zu einem langschlafenden, nachtaktiven Menschen machen, der nur noch vor Facebook und Twitter sitzt, um sich virtuell mit anderen Autoren und Freunden auszutauschen. Das macht zwar Spaß, aber dennoch spielt meiner Ansicht nach das echte Leben im echten Leben. Bis jetzt finde ich es gut, dass ich jeden Tag »raus« gehe und  Menschen um mich habe. Vielleicht werde ich zukünftig im Berufsalltag etwas kürzer treten, aber ganz damit aufhören werde ich wohl ... ja, ja, ... sag niemals nie ;-) 

Ich danke recht herzlich für dieses Interview. Auch möchte ich mich speziell für die tolle Zusammenarbeit bei Franz Edlmayr & dem Team von Amazon publishing bedanken. Wieder einmal wurde mir geduldig und hilfreich bei so mancher Entscheidung für meinen neuen Roman zur Seite gestanden. Und nun wünsche ich meinen Lesern viel Vergnügen mit Mila Höffner und Sebastian Harth in »Liebe mit Risiken und Nebenwirkungen«. 

 

 

Hier erfahren Sie mehr über den aktuellen Roman von Babsy Tom

 

 

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Milas Leben gleicht einer Einbahnstraße. Bei der Ernennung des neuen Oberarztes wird sie schlichtweg übergangen. Besonders ärgerlich, da der Chef gleichzeitig ihr Liebhaber ist. Der Ring, von dem sie heimlich träumt, entpuppt sich ebenso als Seifenblase.

Genug ist genug! Frustriert bricht Mila mit ihrem alten Ich und bewirbt sich kurzerhand an einer anderen Klinik, um endlich den so heiß ersehnten Posten zu ergattern. Beim Einstellungsgespräch erlebt Mila eine gewaltige Überraschung: Ihr zukünftiger Vorgesetzter stellt sowohl sie als auch den unverschämt gutaussehenden Sebastian Harth ein und lässt beide Kandidaten in einem zweiwöchigen »Wettbewerb« gegeneinander antreten. Dass zwischen den Konkurrenten nicht nur die Fetzen fliegen, sie stattdessen sogar Sympathien füreinander entwickeln, möchte sich vorerst niemand so recht eingestehen.