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Interview

Totenfrau: Autor Bernhard Aichner im Interview

Bernhard Aichner hat mit Totenfrau einen viel beachteten Thriller geschrieben. Wir haben mit ihm über sein neues Buch und die Protagonistin Frau Blum geredet.

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Die Heldin der Totenfrau ist ja nicht ganz alltäglich was ihren Beruf betrifft... was sie tut. Erzählen Sie uns ein bisschen von ihr.

Die Heldin des Romans heißt Brünhilde Blum. Sie hasst ihren Vornamen, und besteht deshalb seit ihrer Jugend darauf Blum genannt zu werden. Blum hat einen sehr ungewöhnlichen Beruf für eine Frau, sie ist Bestatterin und setzt sich in einem männlich dominierten Gewerbe durch. Was sie aber noch besonders macht, ist, dass sie Menschen umbringt. Blum ist Serienmörderin, sie rächt sich an den Mördern ihres Mannes. Das absolut Ungewöhnliche daran ist, dass man sie mag. Der Leser fiebert mit Blum mit, er heißt gut, was sie macht. Das ist das Neue und Besondere an diesem Buch und dieser Figur. "Die Totenfrau ist eine rasende Rachegöttin, die einen schauern lässt", heißt es in einer Rezension. Es hat großen Spaß gemacht Blum auf die Welt zu bringen.

Eine Heldin, die mordet. Eine Heldin, die man trotzdem mag. Gibt es da keinen Gewissenskonflikt? Moralische Bedenken? Wie sind Sie darauf gekommen?

Sie kennen die Geschichte von Edmond Dantes. Ich habe das Buch „Der Graf von Monte Christo“ als Kind gelesen und alle Verfilmungen gesehen, und ich war immer schon begeistert von dieser Rachegeschichte, von dieser Liebe, die Edmond Dantes genommen wird. Man betrügt ihn, stiehlt ihm sein Leben, man nimmt ihm alles, was er hat. Meiner Heldin geht es ebenso. Blum verliert ihre Liebe, ihr Glück. Alles zerbricht. Was sie erleiden muss, was sie erfährt, treibt sie an. Ihr Mann Mark wurde umgebracht, fünf Männer sind für seinen Tod verantwortlich. An diesen Männern rächt sie sich.

Sie haben einen Thriller geschrieben, aber man munkelt, dass Sie ja einen Liebesroman schreiben wollten. Was ist mit dem Liebesroman passiert?

Das Tolle am Schreiben ist ja, dass man das mixen kann. Das ist wie Fruchtsaft machen - in einem Buch kann alles stecken, die verschiedenen Zutaten machen das Ganze erst perfekt. TOTENFRAU ist ein Liebesroman und es ist auch ein Thriller, es ist beides. Denn ohne die Liebe geht nichts im Leben. Und ohne den Tod auch nicht, beide Motive sind seit jeher Grundpfeiler der Literatur. Die Liebe, die Blum nach vierundzwanzig Jahren findet, ist die Basis für alles, was passiert in dem Roman. Blum hatte eine fürchterliche Kindheit und Jugend, mit vierundzwanzig Jahren lernt sie Mark kennen, und das, woran sie nicht mehr geglaubt hat, passiert: das Glück küsst sie. Acht Jahre lang darf sie glücklich sein, sie ist verheiratet und hat zwei Kinder, alles ist perfekt. Bis man ihr Mark nimmt. An einem Dienstag Morgen wird Mark von einem Rover überfahren. Unfall mit Fahrerflucht.  Die Liebe ist tot. Das ist alles sehr, sehr schrecklich, das alles passiert in den ersten paar Kapiteln. Diese Liebe wird beschrieben und man fühlt mit Blum mit. Egal was kommt, was sie tut. Man erlaubt es ihr.

Die Geschichte nimmt nach dem Unfalltod von Mark richtig Fahrt auf, aus dem Liebesroman wird schnell ein knallharter Thriller. Und trotzdem ist da immer dieser feine Ton. Gefühle werden in diesem Buch ganz groß geschrieben. Sind sie ein Romantiker?

Bestimmt bin ich das. Es ist wunderschön, wenn man mit Worten so was machen kann. Wenn Leser mir sagen, dass sie weinen mussten, dass sie bewegt waren. Ich möchte Geschichten erzählen, ich möchte unterhalten und ich möchte packen. Allem voran möchte ich Menschen rühren. Bewegen. Leser dazu bringen einzutauchen in meine Geschichten. Das ist wichtig. Dass meine Sprache das schafft, den Leser reinzuziehen und bis zum Schluss nicht mehr loszulassen. Tempo aufnehmen, Pausen machen, einatmen, ausatmen.

Stichwort Tempo. Man reitet ja wirklich durch dieses Buch, man beginnt zu lesen und kann nicht mehr aufhören. Ein Höllentempo ist das.

Das Schlimmste für einen Autor ist es wohl, zu langweilen. Ich möchte fesseln, Figuren schreiben, die den Leser packen. Eine tolle Geschichte erzählen. Mit meinen Worten. In meinem Tempo. Es gibt neben der Liebe nichts Schöneres.

 

--BHa

Das Grauen von Tyron Castle: Der Autor Raimon Weber im exklusiven Interview

Zum Erscheinen von Das Grauen von Tyron Castle lässt uns Raimon Weber hinter die Kulissen seines Werks schauen.

Weber 

Das Grauen von Tyron Castle ist nach zahlreichen Roman- und Serienveröffentlichungen Ihr erster historischer Thriller. Zugleich ist es der Anfang einer fünfteiligen Serie mit dem vielversprechenden Titel Die geheimen Akten des Sir Arthur Conan Doyle. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Arthur Conan Doyle zu Ihrem Protagonisten zu machen?

Raimon Weber: Fast jeder kennt Doyles Romanfigur Sherlock Holmes, aber auch das Leben des  Autors ist unglaublich interessant. Er war Arzt auf einem Walfänger und im Burenkrieg. Die Recherche für seine Geschichten und die darin enthaltenen Figuren betrieb Doyle sehr akribisch. Dabei hat er mit Sicherheit eine Menge gesehen und erlebt. So reiste er für den Roman Der Hund von Baskerville ins Dartmoor, um sich von der düsteren Atmosphäre inspirieren zu lassen.

 

Und wie kamen Sie auf die Idee, Arthur Conan Doyle könnte Mitglied in einer Gesellschaft für Parapsychologie gewesen sein? Was hat es damit auf sich?

Raimon Weber: Arthur Conan Doyle hatte ein reges Interesse an übersinnlichen Erscheinungen und war tatsächlich Mitglied dieser Gesellschaft. Für seine Studien gab er sehr viel Geld aus, besuchte Séancen, um mit den Seelen Verstorbener in Kontakt zu treten und war ein Freund des Zauberkünstlers Houdini. Er glaubte sogar an die Echtheit der Fotografien der Feen von Cottingley. Diese Geschichte wurde bereits zweimal verfilmt. Leider entpuppte sich alles nur als Trick zweier Mädchen. Wir begleiten Mr Doyle nun bei seiner Suche nach wesentlich unheimlicheren Dingen.

 

Was macht Ihnen als Autor daran Spaß, die Handlung in der Vergangenheit zu verorten? Ergeben sich daraus besondere Möglichkeiten?

Raimon Weber: Das späte 19. Jahrhundert und das frühe 20. Jahrhundert boten viel mehr Platz für das Geheimnisvolle. Schon eine Reise von London nach Edinburgh konnte ein Abenteuer sein. Die Nächte waren finster, und eine Nachricht verbreitete sich nicht in Sekunden um die ganze Welt. Wer an einem einsamen Ort in Gefahr geriet, durfte nicht wie heute auf schnelle Hilfe hoffen. Der Aberglaube war noch allgegenwärtig. Diese Vergangenheit ist ein wunderbarer Ort für unheimliche Geschichten.

 

Und warum das Serienformat? Worin liegt da der Reiz?

Raimon Weber: In jeder Geschichte wird eine neue Akte aus dem geheimen Archiv von Sir Arthur Conan Doyle aufgeschlagen. Wir gehen mit ihm darin durch die zumeist dunklen Tage seines Lebens und folgen ihm an die unterschiedlichsten Orte der Welt. Schottland zum Beispiel oder Südafrika und Spitzbergen. In einer Serie sind die Möglichkeiten nahezu unerschöpflich. Gleichzeitig kann ich so tiefer in seine Persönlichkeit eintauchen und sie glaubwürdiger gestalten. Außerdem kann man gewisse Ereignisse miteinander verknüpfen. Irgendwann gibt es dann Momente, wo mir die Figur beinahe lebendig vorkommt.

 

 Welche Autoren lesen Sie gerne—neben Arthur Conan Doyle? Haben Sie Vorbilder—und warum?

Raimon Weber: In meiner Jugend inspirierte mich der englische Autor John Christopher. Ein genialer Geschichtenerzähler, der neben Spannung auch Werte wie Freundschaft und Freiheit vermittelte. Vielen Dank, Mr Christopher! Heute lese ich aus Recherchegründen Sachbücher und jene Autoren, die sich wie ich gern mit den eher düsteren Dingen beschäftigen. Aber es heißt auch, dass gerade die Autoren böser Geschichten eher ausgeglichene Charaktere sind …

 

In Das Grauen von Tyron Castle begibt sich Arthur Conan Doyle nach Schottland, um ein schreckliches Verbrechen aufzuklären, und begegnet dabei unter anderem einem furchterregenden Unwesen. Können Sie verraten, worum es in seinem nächsten Fall gehen wird?

Raimon Weber: Ich erwähnte eben Spitzbergen. Jene Inseln weit im Norden. Ein idealer Ort, um Arthur Conan Doyle in Gefahr zu bringen. Fernab der Zivilisation! Und Hilfe ist nicht unterwegs …

 

--LBo

Wem würden Sie Ihr Leben anvertrauen?

FreundeWas passiert, wenn eine Frau ihren besten Freundinnen nicht nur ihre Lieblingsschuhe vermacht – sondern auch ihre Familie? In die Die besten Freunde meines Lebens erzählt Sam Baker von einem ganz ungewöhnlichen Vermächtnis. Wir sprachen mit der Autorin über ihren Roman.

In Die besten Freunde meines Lebens erzählen Sie von Nicci, die viel zu jung unheilbar erkrankt und ihren Freundinnen ihren Garten, ihre Töchter und sogar ihren Mann hinterlässt – wie kamen Sie auf diese Idee?
Sam Baker: Ich hatte schon länger über diesen Roman nachgedacht, als mir eines Nachts der Gedanke kam: ein Vermächtnis, das viel mehr mit Gefühlen und Beziehungen zu tun hat als mit Dingen. Ich fragte mich, was wäre wenn – wenn eine Frau nicht ihre Besitztümer vererbt, sondern das, was ihr wirklich am Herzen liegt: ihre liebsten Menschen? Natürlich kann man Beziehungen und Gefühle nicht einfach weiterreichen, aber Nicci pflanzt damit Ideen in den Köpfen ihrer Freundinnen.

Nicci geht nicht einfach so, sie hinterlässt Spuren. Wie verändern ihre letzten Wünsche das Leben ihrer Freundinnen?
Sam Baker: Nicci ist die Art von Freundin, die den Ton angibt und sich gern einmischt. Das ist nicht immer einfach, auch wenn sie nur das Beste im Sinn hat. Durch ihre Krankheit verändert sich Niccis Perspektive. Sie kann einen Schritt zurücktreten und das sehen, was ihre Freundinnen selbst nicht erkennen. Und sie ermutigt sie, schwierige Entscheidungen zu treffen. Ich will nicht zu viel verraten, aber eins ist klar: Das Leben von Jo, Lizzie und Mona wird nicht mehr so sein wie vorher.

Wie wichtig ist Freundschaft für Ihre Heldinnen?
Sam Baker: Ich glaube, dass Freundinnen für die meisten Frauen ein sehr wichtiger Bestandteil ihres Lebens sind, und alle auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Mit manchen gehen wir aus, manche können uns perfekt trösten, andere schaffen es immer wieder, uns daran zu erinnern, was an uns liebenswert ist. Nicci, Lizzie, Jo und Mona kennen sich schon seit Studienzeiten. Sie haben sich zwar alle verändert, nicht aber ihre Rollen in der Gruppe. Ohne Nicci müssen sie diese Rollen nun überdenken und ihre Freundschaft weiterentwickeln.

Welche Figur in Ihrem Roman mögen Sie am liebsten?
Sam Baker: Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten. Ich liebe sie alle, so wie sie sind (und genauso haben sie alle etwas, was mich richtig an ihnen aufregt!). Wenn ich mich entscheiden muss, würde ich sagen, dass ich eine Schwäche für Lizzie habe. Niccis Abschiedsbrief setzt bei Lizzie eine wirklich große Entwicklung in Gang. Sie tritt aus Niccis Schatten und wächst höher über sich hinaus, als sie sich je hätte vorstellen können.

 --SMi

Deathbook - Interview mit Author Andreas Winkelmann

Deathbook ist eine neue, innovative Thriller-Serie. Die erste Episode steht jetzt kostenlos zum Download zur Verfügung. Im Interview lässt uns Andreas Winkelmann hinter die Kulissen seiner Arbeit blicken.

Deathbook Episode 1. Rowohlt E-Book PlusLieber Herr Winkelmann, in Deathbook geht der Tod 3.0 um und seine Opfer sind nirgendwo sicher. Keiner kann sich vor ihm verstecken – denn er weiß alles über uns dank Handy oder sozialer Netzwerke. Was hat es mit dem Netzwerk der Toten auf sich?

Andreas Winkelmann: Die sozialen Netzwerke sind Netzwerke der Lebenden. Was liegt da näher, als ein Gegenentwurf, ein Netzwerk der Toten. Dieser Gedanke kam mir, als ich bei Recherchen herausfand, dass der Tod eine digitale Erscheinungsform hat. Der Tod ist im Internet wie ein andauerndes sphärisches Rauschen vorhanden. Vielleicht hat er dort ein neues Zuhause gefunden? Und vielleicht nutzt er die Schwächen, die die Digitalisierung mit sich bringt für seine Zwecke aus. Machen wir uns doch nichts vor: Wer in den vergangenen zwanzig Jahren Daten ins Internet gestellt hat, muss sich heute um Datensicherheit keine Sorgen mehr machen. Es ist längst alles bekannt. Und es kann gegen uns verwandt werden. Ohne zu viel zu verraten - genau das geschieht im Deathbook.

Deatbook ist nicht nur ein Psychothriller, sondern geht als digitales Projekt darüber hinaus. Wie funktioniert diese Deathbook-Sache, für die ja sogar ein Blogger gesucht wurde, der zur Figur aus dem Roman werden wird?

Andreas Winkelmann: Deathbook vermischt Realität und Fiktion auf eine nie da gewesene Art und Weise miteinander. In der Geschichte interagieren fiktionale Protagonisten mit Personen aus dem realen Leben. Die sozialen Netzwerke werden eingebunden, das Deathbook nutzt sie für seine mörderischen Zwecke. Teile der Geschichte werden in kurzen Videos erzählt. Wir binden die Leser auf verschiedenen Wegen in die Geschichte ein, sie werden also nicht nur lesen, sondern erleben, was es heißt, in die Fänge des Deathbook zu geraten. Damit erschaffen wir eine realistische Bedrohungslage, in die jeder geraten kann. Für mich als Thriller-Autor ist das ein großartiges, spannendes Projekt an dem ich wahnsinnig viel Spaß hatte und haben werde.

Eine der Hauptfiguren in Deathbook ist der Schriftsteller Andreas, dessen Nichte Kathi von einem Zug getötet wird. Was für ein Typ ist dieser Andreas und wie viel haben Sie mit ihm gemein?

Andreas Winkelmann: Ich habe absolut alles mit dieser Figur aus der Geschichte gemein, denn ich bin diese Figur. Und was für ein Typ bin ich? Tja, interessante Frage. Ich würde sagen, nach dem Deathbook wissen es alle, die es erlebt und gelesen haben.

Wie aufwändig war für Sie die Recherche zum Thema „Digitalisierung“ und Datensicherheit und wie desillusionierend war sie?

Andreas Winkelmann: Die Recherche war eigentlich nicht so aufwändig, wie ich befürchtet hatte, denn gerade in den letzten Monaten war das Thema Datensicherheit in aller Munde und wurde im Web täglich thematisiert. Fast alles, was ich dazu wissen wollte, fand ich im Internet, darüber hinaus habe ich mit Programmierern gesprochen, die dann auch einen Platz im Deathbook bekamen. Und die Recherche war für mich nur dahingehend desillusionierend, als das ich mich immer mehr darüber wundere, wie leichtfertig wir mit einer Gefahr umgehen, die jedem bekannt ist. Wenn irgendwo ein Flyer herumliegt, der einen Döner gratis verspricht, dann wird oft ohne nachzudenken der notwendige QR-Code gescannt – und zack, ist das Handy infiltriert. Laufen Sie mal durch eine x-beliebige Innenstadt und achten dabei auf QR-Codes. Sie werden feststellen, wie inflationär die Dinger benutzt werden. Es kann Werbung dahinter versteckt sein, aber auch etwas völlig anderes. Vielleicht sogar der Eingang ins Netzwerk der Toten. Also Vorsicht!

-- ABi

 

Das Salz der Erde - Interview mit Autor Daniel Wolf

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Daniel Wolfs historischer Roman Das Salz der Erde etablierte sich in kurzer Zeit als Bestseller. Wir haben mit dem Autor gesprochen.

Wie lange haben Sie an Ihrem aktuellen Roman Das Salz der Erde geschrieben?
Alles in allem rund 20 Monate, wobei ich nur etwa die Hälfte dieser Zeit tatsächlich geschrieben habe. Der Rest entfiel auf Recherche, Plotarbeit, Überarbeitung – und noch mehr Recherche.

Wie kann man sich Ihren Schreib-Alltag vorstellen? Haben Sie bestimmte Rituale, schreiben Sie zu bestimmten Uhrzeiten, an bestimmten Orten?
Ist der Morgenkaffee ein Ritual? In meinem Fall wahrscheinlich eher eine Sucht, denn ohne Kaffee geht bei mir gar nichts. Während ich meine zwei, drei Tassen trinke, surfe ich im Internet und beantworte E-Mails; zwischen halb zehn und zehn fange ich meistens mit dem Schreiben an und arbeite dann den restlichen Tag am Manuskript. Dabei schreibe ich zwischen null und fünfzehn Seiten, je nachdem, wie simpel oder komplex die jeweilige Passage ist. Abends gegen sechs ist meistens Feierabend, wobei ich auch mal länger arbeite, etwa wenn der Abgabetermin drängt oder es gerade gut läuft. Arbeiten kann ich übrigens nur in meinem Büro am Schreibtisch, woanders fehlt mir die Ruhe. Schreiben im Zug oder im Café funktioniert bei mir nicht, zu viel Ablenkung.

Welchen Ausgleich schaffen Sie sich zum Schreiben?
Ich habe vor ein paar Jahren die Freuden des Kochens für mich entdeckt und stelle mich mehrmals in der Woche in die Küche, um meiner Frau und mir das Mittag- oder Abendessen zu kochen oder ein neues Rezept auszuprobieren. Daneben versuche ich, zweimal in der Woche schwimmen zu gehen, was mir mal besser, mal schlechter gelingt. Oft brauche ich aber gar keinen Ausgleich zum Schreiben, weil ich es meistens nicht als Arbeit empfinde.

Was lesen Sie selbst gerne – und welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?
Momentan lese ich die Revelation Space-Reihe von Alastair Reynolds – großartige Science Fiction! Ansonsten lese ich so ziemlich alles, Fantasy, Thriller, Sachbücher – und natürlich historische Romane.

In Ihrem Roman treten jede Menge starke Persönlichkeiten auf. Insbesondere die Protagonistin Isabelle ist, wie ich finde, eine sehr interessante Frau – vor allem für die damalige Zeit. Würden Sie uns verraten, was Sie an ihr fasziniert?
Mich faszinieren Menschen, die gegen den Strom schwimmen und gegen die herrschenden Verhältnisse aufbegehren. Im Mittelalter waren Frauen de facto Menschen zweiter Klasse, sie waren gesellschaftlich benachteiligt, konnten kaum rechtskräftige Entscheidungen treffen und wurden von der Kirche als Ursprung aller Sünden diffamiert. Natürlich gab es immer wieder Frauen, die sich gegen diese Diskriminierung zur Wehr setzten und zu Macht und Ansehen gelangten, etwa Theophanu, Eleonore von Aquitanien oder Hildegard von Bingen, um nur drei zu nennen. Auch Frauen des städtischen Bürgertums konnten aufsteigen und Karriere machen, wenn sie hartnäckig genug waren und sich Nischen suchten, in denen sie sich entfalten konnten. Über eine solche Frau wollte ich schreiben: So entstand Isabelle. Sie denkt recht fortschrittlich für die damalige Zeit, möchte ein selbstbestimmtes Leben führen und lässt sich nicht von der männlichen Dominanz einschüchtern – alles Eigenschaften, die sie für mich zu einem spannenden Charakter machen, da ein solches Verhalten im Mittelalter natürlich Widerstand provozierte.

Welche Eigenschaften schätzen Sie im „wahren“ Leben an einem Menschen?
In erster Linie ganz klassische Tugenden wie Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Empathie und Humor. Daneben schätze ich es sehr, wenn Menschen die Fähigkeit zur Reflexion haben und imstande sind, sich selbst zu hinterfragen. Leute, die sich weigern zu denken, obwohl sie es könnten, bringen mich auf die Palme.

Wann werden Sie selbst „schwach“?
Bei Kaffee – siehe oben. Über meine anderen Schwächen betten wir an dieser Stelle gnädig
den Mantel des Schweigens.
 
© Goldmann Verlag
--FEd

Die Dukan-Diät: Interview mit Dr. Pierre Dukan

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Ausgerechnet aus Frankreich – dem Land der Gourmets – kommt der Diät-Erfolg des Jahres über Großbritannien und die USA nun auch nach Deutschland. In seinem millionenfach verkauften Bestseller Die Dukan-Diät lüftet Dr. Pierre Dukan sein Geheimnis für ein schlankes und zufriedenes Leben. Wir haben den Autor interviewt.

Als Allgemeinarzt haben Sie täglich mit den unterschiedlichsten Beschwerden zu kämpfen. Was hat Sie dazu veranlasst, eine Diät zu entwickeln?

Pierre Dukan: Meine erste Begegnung mit einem Übergewichtigen liegt schon sehr lange zurück. Damals praktizierte ich als frischgebackener Hausarzt im Pariser Viertel Montparnasse. Einer meiner Patienten, ein sehr dicker, stets gut aufgelegter Verleger, der an starkem Asthma litt, erklärte mir eines Tages, er müsse abnehmen. Sein folgender Satz sollte mein ganzes weiteres Berufsleben verändern: "Schlagen Sie mir irgendeine Diät vor, egal welche! Verbieten Sie mir, was Sie wollen! Alles! Aber bitte nicht Fleisch! Ich liebe Fleisch."

Zur Entwicklung meines vierstufigen Diätplans habe ich schließlich zwanzig Jahre gebraucht. Doch die Mühen haben sich gelohnt. Mit der Dukan-Diät kann jeder, der sich wünscht, in Zukunft ein leichteres Leben zu führen, seine überschüssigen Pfunde dauerhaft loswerden.

Stars wie Kate Middelton, Penélope Cruz, Jennifer Lopez oder Nicole Kidman sind mit der Dukan-Diät ihre unerwünschten Fettpölsterchen ein für alle mal los geworden. Was ist das Geheimnis des weltweiten Erfolgs der Dukan-Diät?

Pierre Dukan: Ich denke, dass mein Diätplan allen hilft, die immer wieder vergeblich versucht haben, abzunehmen und mit Recht von einer Diät erwarten, dass sie zu dauerhafter Schlankheit führt – schließlich werden ihnen dafür einige Anstrengungen abverlangt. Jeder hat ein Recht darauf, sich in seinem Körper wohlzufühlen und in Einklang mit ihm zu leben. Das Buch Die Dukan Diät soll dabei helfen.

Wie genau funktioniert die Dukan-Diät? Auf welche Lebensmittel muss ich verzichten, was darf ich essen und wie lange dauern die einzelnen Diätstufen?

Pierre Dukan: Meine Diät basiert auf vier aufeinander aufbauenden Phasen: In der Angriffsphase werden nur eiweißlastige Nahrungsmittel wie Eier, Fisch und Fleisch verzehrt. Der Körper verliert so schnell an Kilos - ohne, dass Muskeln abgebaut werden. Die Aufbauphase erlaubt wieder Kohlenhydrate in Form von Gemüse. In der Stabilisierungsphase soll das erreichte Zielgewicht gehalten werden: Jetzt kehren Nudeln und Brot zurück - zwei Mahlzeiten pro Woche sind zum Schlemmen da. Danach beginnt die Erhaltungssphase: In Maßen ist alles wieder erlaubt. Nur ein Protein-Tag pro Woche verhindert, dass der Jo-Jo-Effekt auftritt. So ist eine dauerhafte Ernährungsumstellung gut durchzuhalten.

--BHa

Bloodcast: Interview mit Casting Director Leander Lewis

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Er gilt bei Kayne & Sparks als Erfolgsgarant: Der Mann mit dem klangvollen Namen ist der Motor hinter der PR-Maschinerie, die alle fünf Jahre ein gefeiertes Topmodel hervorbringt. Im Gespräch mit Inside! gibt sich der durchtrainierte Mitvierziger, der im schneeweißen Anzug zum Interviewtermin erscheint, ungewohnt redselig…

Inside!: Mr. Lewis, danke, dass Sie sich Zeit für uns nehmen…

Leander Lewis: Das Vergnügen ist ganz meinerseits.

Inside!: Es ist wieder so weit. Die Suche nach einem neuen Gesicht für Kayne & Sparks hat begonnen…

Leander Lewis: In der Tat. Aus Tausenden von Bewerberinnen sind wir dabei, ein neues Face of KayS zu finden.

Inside!: Wie es heißt, gibt es gegenüber den vorangegangenen Castings einige Veränderungen…

Leander Lewis: Das ist richtig. Während bei den zurückliegenden Castings die Auswahl der Kandidatinnen von einer Jury vorgenommen wurde, ist diesmal die Internetcommunity aufgefordert, ihre Stimme abzugeben.

Inside!: Und dieses Voting wird ausschlaggebend sein?

Leander Lewis: Absolut. Schließlich soll die Gewinnerin das Label in den nächsten fünf Jahren repräsentieren. Also sollten wir uns auch nach dem richten, was die Öffentlichkeit will.

Inside!: Weshalb diese Öffnung? In der Vergangenheit wurde immer ein großes Geheimnis um das Casting gemacht. Viele außerhalb der Branche wussten nicht einmal, dass es existierte…

Leander Lewis: Ist das nicht in vielen Bereichen so? Die Tatsache, dass Informationen immer und überall verfügbar sind und Menschen sich über Kontinente hinweg vernetzen können, hat viele Bereiche des Lebens entzaubert. Geheimnisse zu wahren, ist im Zeitalter des Internets schwierig geworden.

Inside!: Sie bedauern diese Entwicklung?

Leander Lewis: Nein. Aber ich bin der Ansicht, dass das Internetzeitalter spezielle Herausforderungen bereithält, denen man mit besonderen Lösungen begegnen muss. Dies ist eine davon.

Inside!: Vom Abstimmungsmodus abgesehen, was hat sich sonst noch geändert?

Leander Lewis: Recht wenig - die sieben Kandidatinnen bewohnen noch immer unsere Berliner Modelvilla, und auch die Herausforderungen und Prüfungen, denen sie sich stellen müssen, sind weitgehend gleich geblieben.

Inside!: Diese Herausforderungen haben in der Vergangenheit für Gerüchte gesorgt. Wie es heißt, seien Kandidatinnen dabei zu Schaden gekommen…

Leander Lewis: Sie werden auf solches Gerede doch nichts geben? Wenn es solche Zwischenfälle gegeben hätte, hätte ich es doch zuerst erfahren.

Inside!: Und Sie wissen nichts von solchen Vorfällen?

Leander Lewis: Nein. Beim Casting für das Face of KayS geht alles mit rechten Dingen zu. Davon werden Sie sich schon bald selbst überzeugen können.

Inside!: Dennoch gilt das Casting als eines der härtesten der Branche.

Leander Lewis: Und das nicht von ungefähr. Andere Labels casten sehr viel häufiger, als wir das tun. Wir casten nur alle fünf Jahre, deshalb muss unsere Auswahl sehr sorgfältig und nach besonderen Kriterien erfolgen. Dazu gehört auch, dass unsere Models nicht von der Stange sind. Was wir suchen, sind Typen.

Inside!: Zum Beispiel?

Leander Lewis: Unter den Kandidatinnen, die es diesmal in die engere Auswahl geschafft haben, befindet sich ein Punk-Girl, aber auch eine Mathematikerin, die sich entschieden hat, ihre Karriere zu unterbrechen, um bei unserem Casting mitzuwirken.

Inside!: Wie erklären Sie sich das?

Leander Lewis: Das zu erklären, ist nicht meine Aufgabe. Aber Sie müssen bedenken, dass die Wahl zum Face of KayS das Leben einer jungen Frau grundlegend verändert. Nicht nur, dass sie in die Metropolen dieser Welt reist, von London bis New York, von Sydney bis Singapur. Sie trifft dort auch auf Menschen, denen sie im gewöhnlichen Leben niemals begegnen würde: Politiker, Schauspieler, Stars der Modebranche. Viele ehemalige KayS-Girls haben anschließend in Hollywood Karriere gemacht.

Inside!: Face of KayS zu sein, bereichert also das Leben der Mädchen?

Leander Lewis: Natürlich – und für solch ein Ziel lohnt es sich zu kämpfen, oder nicht?

Quelle: Inside! Magazine. © 2013 by Inside Publishing. Abdruck honorarfrei unter Quellenangabe.

Dein totes Mädchen: Interview mit Autorin Alex Berg

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Zum Erscheinen ihres neuen Romans Dein totes Mädchen gab uns Alex Berg ein Interview.

Beschreiben Sie sich mit drei Worten.

Alex Berg: Unangepasst. Optimistisch. Neugierig. 

Wann haben Sie gemerkt, dass Sie ein Talent für das Schreiben haben?

Alex Berg: Schon während der Schulzeit. Dazu gibt es eine wunderbare Anekdote: In der Oberstufe des Gymnasiums habe ich einmal eine Klausur mit der Bemerkung zurückbekommen: "Sie wissen nichts! Aber Sie können Ihr Nichtwissen so hervorragend formulieren, dass ich nicht anders kann, als Ihnen dafür neun Punkte (3+) zu geben." Darüber muss ich heute noch lachen, wenn ich mich daran erinnere.

Woher kam die Idee für Dein totes Mädchen?
Alex Berg: Das ist eine gute Frage. Eine Idee für einen Roman ist bei mir in der Regel plötzlich da, aus heiterem Himmel. Zunächst ganz vage, irgendwo im Hinterkopf, wo sie arbeitet und nach und nach Gestalt annimmt, bis ich mich ihrer schließlich annehme. Sicher wird eine solche Idee durch irgendetwas getriggert … aber wodurch? Ich nehme an, bei Dein totes Mädchen waren es meine eigenen langjährigen Erfahrungen in Schweden mit den Menschen, der Landschaft und dem Winter dort in den Bergen nahe der norwegischen Grenze - ein großartiges Land und fantastische Menschen.

Was ist Ihre Lebensphilosophie?

Alex Berg: Jeder miesen Situation kann man etwas Gutes abgewinnen.

Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?

Alex Berg: In meinem Kopf arbeitet es ständig. Da schwirren dutzende von Ideen und Projekten herum. Wo ist die Zeit, um das alles zu verwirklichen? Mein nächstes konkretes Projekt ist gedanklich schon fertig, aber ich rede nicht gern darüber, so lange ich noch nicht begonnen habe zu schreiben.

--HBi

  1. Beschreiben Sie sich mit drei Worten!

Unangepasst. Optimistisch. Neugierig.

 

  1. Wann haben Sie gemerkt, dass Sie ein Talent für das Schreiben haben?

            Schon während der Schulzeit. Dazu gibt es eine wunderbare Anekdote: In der       Oberstufe des Gymnasiums habe ich einmal eine Klausur mit der Bemerkung         zurückbekommen: „Sie wissen nichts! Aber Sie können Ihr Nichtwissen so     hervorragend formulieren, dass ich nicht anders kann, als Ihnen dafür neun Punkte             (3+) zu geben.“ Darüber muss ich heute noch lachen, wenn ich mich daran erinnere.

Bloodcast: Interview mit Art Director Kassiopeia Nevi

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Unter der Führung von Casting Director Leander war Kassiopeia Nevi bereits für eine ganze Reihe von Kayne & Sparks-Kampagnen verantwortlich. Zum zweiten Mal ist sie nun auch bei der Suche nach dem neuen Face of KayS dabei. Inside! traf die attraktive 34-Jährige zum Gespräch in einem der trendigsten Coffeeshops von Berlin…

Inside!: Sie trinken Ihren Kaffee schwarz?

Kassiopeia Nevi: Immer (lacht). Eine Angewohnheit aus Zeiten, in denen ich nächtelang durcharbeiten musste.

Inside!: Sie gehören zum zweitem Mal zur Jury von Kayne & Sparks…

Kassiopeia Nevi: Das ist richtig. Allerdings sollten wir jetzt wohl besser von einem Trainerteam sprechen. Die Auswahl der Siegerin findet diesmal ja bekanntlich via Internet statt.

Inside!: Was genau sind denn Ihre Aufgaben als Art Director?

Kassiopeia Nevi: Nun, kurz gesagt geht es darum, die Mädchen gut aussehen zu lassen, in jeder Hinsicht. Dazu gehört das Überwachen des Laufstegtrainings genauso wie das Aussuchen geeigneter Fotoshoots und Locations. Und darüber hinaus…

Inside!: Ja?

Kassiopeia Nevi: Unsere Kandidatinnen sind allesamt weiblich, während das Trainerteam zum größten Teil aus Männern besteht. Das bedeutet, dass auf mich auch Aufgaben zukommen, die nicht im Lehrbuch für Art Directing stehen.

Inside!: Sie sprechen von psychologischer Betreuung?

Kassiopeia Nevi: Naja, Sie dürfen nicht vergessen, dass zumindest die jüngsten unserer Kandidatinnen zum ersten Mal längere Zeit von ihren Familien und Freunden getrennt sind, was für viele eine ziemliche Belastung bedeutet. Außerdem ist das Auswahlverfahren nicht zu unterschätzen. Es kommt nicht selten vor, dass Kandidatinnen kurz vor dem Zusammenbruch stehen. Dann ist es meine Aufgabe, sie zu unterstützen.

Inside!: Inwiefern?

Kassiopeia Nevi: Durch Gespräche. Durch Hilfestellungen. Da wir als Trainer diesmal nicht in die Entscheidungen eingebunden sind, können wir sehr viel individueller auf die Bedürfnisse der Mädchen eingehen.

Inside!: Das klingt nach einer großen glücklichen Familie…

Kassiopeia Nevi: Sehr groß sind wir nicht – es sind nur sieben Kandidatinnen, und von Monat zu Monat müssen wir eine von ihnen verabschieden. Aber natürlich wächst man in dieser Zeit zusammen. Einige ehemalige Kandidatinnen haben mir erzählt, dass diese Zeit die prägendste ihres Lebens gewesen ist.

Inside!: Was sagen Sie zu den Vorwürfen, die gegen das Face of KayS-Casting erhoben werden?

Kassiopeia Nevi: Was soll ich dazu sagen? Diese Branche ist ein Haifischbecken. Die Konkurrenz lässt nichts unversucht, um Kayne & Sparks zu schaden.

Inside!: Hinter den Gerüchten um das spurlose Verschwinden einer Kandidatin während des letzten Castings steckt also nichts weiter als eine Verleumdungskampagne?

Kassiopeia Nevi: Genau so ist es. Das ist das ungeschriebene Gesetz dieser Branche – wer großen Erfolg hat, hat auch viele Neider. Fragen Sie Frau Klum.

Inside!: Wir danken für das Gespräch.

Kassiopeia Nevi: Und ich danke für den Kaffee.

Quelle: Inside! Magazine. © 2013 by Inside Publishing. Abdruck honorarfrei unter Quellenangabe.

--BHa

Peter M. Hetzel - vom Literaturkritiker zum Autor

Ernten

Peter M. Hetzel hat sich jahrelang eher theoretisch mit Literatur beschäftigt, bevor er selbst mit dem Schreiben begann. Uns erzählte der Literaturkritiker, wie es zu diesem Wandel kam.

Seit über 25 Jahren sind Sie im Sat.1 Frühstücksfernsehen der Mann fürs Buch. Was bringt einen eingefleischten Literaturkritiker dazu selbst unter die Autoren zu gehen?

Peter M. Hetzel: Sportlicher Ehrgeiz. Nach sechs Jugendbüchern wollte ich einfach einmal ausprobieren, ob mir auch ein Krimi gelingt. Am Ende war ich zufrieden, aber geistig dehydriert!

Als Kritiker haben Sie stets klare Worte gefunden. Sie haben in Ihrem Buchtipp unzählige Bücher empfohlen, aber auch etliche verrissen. Sind Sie aufgeregt, wie die Kritiken zu Ernten und Sterben ausfallen werden?

Peter M. Hetzel: Leider ja. Ich dachte, dass ich cooler reagieren würde. Mich interessieren aber mehr die Kritiken der Leser als die der Profis. Meine erste 5-Sterne- Bewertung bei Amazon habe ich mit einem inneren Feuerwerk gefeiert.

Sie haben einen »Landkrimi« geschrieben. Was hat es damit auf sich?

Peter M. Hetzel: Das Landleben bedeutet Entschleunigung und die haben wir in unserer Gesellschaft dringend nötig. Dazu gehört gutes Essen und andere geistige Genüsse. Zumindest in meiner Vorstellung. Natürlich sieht die Realität ein wenig anderes aus...

Was verbindet Sie selbst mit dem Landleben?

Peter M. Hetzel: Ich habe die ersten 18 Jahre meines Leben in einem ziemlich kleinen Ort mit einem wunderbaren mittelalterlichen Stadtkern verbracht. Das prägt für ein ganzes Leben. Vielleicht wäre ich Winzer geworden, wenn es mich nicht nach Norddeutschland verschlagen hätte.

In Ihrem Krimi wird die ländliche Idylle gehörig durcheinander gewürfelt. Trotz aller Verbrechen ist Ernten und Sterben aber auch ein sehr humorvoller Kriminalroman, was nicht zuletzt an den charmanten Protagonisten liegt. Was zeichnet Landärztin Albertine von Krokow und ihren Nachbarn Hubertus aus?

Peter M. Hetzel: Albertine ist anfangs etwas snobistisch veranlagt, aber blitzgescheit und sie hat eine sehr wache Beobachtungsgabe. Hubertus wirkt dagegen etwas bräsig und vielleicht gibt er deswegen mit seiner Bildung etwas arg an. Gemeinsam sind sie unschlagbar, auch wenn Hubertus vergeblich an seiner Nachbarin herumbaggert. Vergessen darf man in diesem Zusammenhang natürlich nicht die Haushälterin Clementine und den rasenden Reporter Egon-Erwin.

Woher nehmen Sie Ihre Inspiration für Charaktere und Plot?

Peter M. Hetzel: In vino veritas!

--ABi