Blogs at Amazon

Interview

Deathbook - Interview mit Author Andreas Winkelmann

Deathbook ist eine neue, innovative Thriller-Serie. Die erste Episode steht jetzt kostenlos zum Download zur Verfügung. Im Interview lässt uns Andreas Winkelmann hinter die Kulissen seiner Arbeit blicken.

Deathbook Episode 1. Rowohlt E-Book PlusLieber Herr Winkelmann, in Deathbook geht der Tod 3.0 um und seine Opfer sind nirgendwo sicher. Keiner kann sich vor ihm verstecken – denn er weiß alles über uns dank Handy oder sozialer Netzwerke. Was hat es mit dem Netzwerk der Toten auf sich?

Andreas Winkelmann: Die sozialen Netzwerke sind Netzwerke der Lebenden. Was liegt da näher, als ein Gegenentwurf, ein Netzwerk der Toten. Dieser Gedanke kam mir, als ich bei Recherchen herausfand, dass der Tod eine digitale Erscheinungsform hat. Der Tod ist im Internet wie ein andauerndes sphärisches Rauschen vorhanden. Vielleicht hat er dort ein neues Zuhause gefunden? Und vielleicht nutzt er die Schwächen, die die Digitalisierung mit sich bringt für seine Zwecke aus. Machen wir uns doch nichts vor: Wer in den vergangenen zwanzig Jahren Daten ins Internet gestellt hat, muss sich heute um Datensicherheit keine Sorgen mehr machen. Es ist längst alles bekannt. Und es kann gegen uns verwandt werden. Ohne zu viel zu verraten - genau das geschieht im Deathbook.

Deatbook ist nicht nur ein Psychothriller, sondern geht als digitales Projekt darüber hinaus. Wie funktioniert diese Deathbook-Sache, für die ja sogar ein Blogger gesucht wurde, der zur Figur aus dem Roman werden wird?

Andreas Winkelmann: Deathbook vermischt Realität und Fiktion auf eine nie da gewesene Art und Weise miteinander. In der Geschichte interagieren fiktionale Protagonisten mit Personen aus dem realen Leben. Die sozialen Netzwerke werden eingebunden, das Deathbook nutzt sie für seine mörderischen Zwecke. Teile der Geschichte werden in kurzen Videos erzählt. Wir binden die Leser auf verschiedenen Wegen in die Geschichte ein, sie werden also nicht nur lesen, sondern erleben, was es heißt, in die Fänge des Deathbook zu geraten. Damit erschaffen wir eine realistische Bedrohungslage, in die jeder geraten kann. Für mich als Thriller-Autor ist das ein großartiges, spannendes Projekt an dem ich wahnsinnig viel Spaß hatte und haben werde.

Eine der Hauptfiguren in Deathbook ist der Schriftsteller Andreas, dessen Nichte Kathi von einem Zug getötet wird. Was für ein Typ ist dieser Andreas und wie viel haben Sie mit ihm gemein?

Andreas Winkelmann: Ich habe absolut alles mit dieser Figur aus der Geschichte gemein, denn ich bin diese Figur. Und was für ein Typ bin ich? Tja, interessante Frage. Ich würde sagen, nach dem Deathbook wissen es alle, die es erlebt und gelesen haben.

Wie aufwändig war für Sie die Recherche zum Thema „Digitalisierung“ und Datensicherheit und wie desillusionierend war sie?

Andreas Winkelmann: Die Recherche war eigentlich nicht so aufwändig, wie ich befürchtet hatte, denn gerade in den letzten Monaten war das Thema Datensicherheit in aller Munde und wurde im Web täglich thematisiert. Fast alles, was ich dazu wissen wollte, fand ich im Internet, darüber hinaus habe ich mit Programmierern gesprochen, die dann auch einen Platz im Deathbook bekamen. Und die Recherche war für mich nur dahingehend desillusionierend, als das ich mich immer mehr darüber wundere, wie leichtfertig wir mit einer Gefahr umgehen, die jedem bekannt ist. Wenn irgendwo ein Flyer herumliegt, der einen Döner gratis verspricht, dann wird oft ohne nachzudenken der notwendige QR-Code gescannt – und zack, ist das Handy infiltriert. Laufen Sie mal durch eine x-beliebige Innenstadt und achten dabei auf QR-Codes. Sie werden feststellen, wie inflationär die Dinger benutzt werden. Es kann Werbung dahinter versteckt sein, aber auch etwas völlig anderes. Vielleicht sogar der Eingang ins Netzwerk der Toten. Also Vorsicht!

-- ABi

 

Das Salz der Erde - Interview mit Autor Daniel Wolf

SalzderErde

Daniel Wolfs historischer Roman Das Salz der Erde etablierte sich in kurzer Zeit als Bestseller. Wir haben mit dem Autor gesprochen.

Wie lange haben Sie an Ihrem aktuellen Roman Das Salz der Erde geschrieben?
Alles in allem rund 20 Monate, wobei ich nur etwa die Hälfte dieser Zeit tatsächlich geschrieben habe. Der Rest entfiel auf Recherche, Plotarbeit, Überarbeitung – und noch mehr Recherche.

Wie kann man sich Ihren Schreib-Alltag vorstellen? Haben Sie bestimmte Rituale, schreiben Sie zu bestimmten Uhrzeiten, an bestimmten Orten?
Ist der Morgenkaffee ein Ritual? In meinem Fall wahrscheinlich eher eine Sucht, denn ohne Kaffee geht bei mir gar nichts. Während ich meine zwei, drei Tassen trinke, surfe ich im Internet und beantworte E-Mails; zwischen halb zehn und zehn fange ich meistens mit dem Schreiben an und arbeite dann den restlichen Tag am Manuskript. Dabei schreibe ich zwischen null und fünfzehn Seiten, je nachdem, wie simpel oder komplex die jeweilige Passage ist. Abends gegen sechs ist meistens Feierabend, wobei ich auch mal länger arbeite, etwa wenn der Abgabetermin drängt oder es gerade gut läuft. Arbeiten kann ich übrigens nur in meinem Büro am Schreibtisch, woanders fehlt mir die Ruhe. Schreiben im Zug oder im Café funktioniert bei mir nicht, zu viel Ablenkung.

Welchen Ausgleich schaffen Sie sich zum Schreiben?
Ich habe vor ein paar Jahren die Freuden des Kochens für mich entdeckt und stelle mich mehrmals in der Woche in die Küche, um meiner Frau und mir das Mittag- oder Abendessen zu kochen oder ein neues Rezept auszuprobieren. Daneben versuche ich, zweimal in der Woche schwimmen zu gehen, was mir mal besser, mal schlechter gelingt. Oft brauche ich aber gar keinen Ausgleich zum Schreiben, weil ich es meistens nicht als Arbeit empfinde.

Was lesen Sie selbst gerne – und welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?
Momentan lese ich die Revelation Space-Reihe von Alastair Reynolds – großartige Science Fiction! Ansonsten lese ich so ziemlich alles, Fantasy, Thriller, Sachbücher – und natürlich historische Romane.

In Ihrem Roman treten jede Menge starke Persönlichkeiten auf. Insbesondere die Protagonistin Isabelle ist, wie ich finde, eine sehr interessante Frau – vor allem für die damalige Zeit. Würden Sie uns verraten, was Sie an ihr fasziniert?
Mich faszinieren Menschen, die gegen den Strom schwimmen und gegen die herrschenden Verhältnisse aufbegehren. Im Mittelalter waren Frauen de facto Menschen zweiter Klasse, sie waren gesellschaftlich benachteiligt, konnten kaum rechtskräftige Entscheidungen treffen und wurden von der Kirche als Ursprung aller Sünden diffamiert. Natürlich gab es immer wieder Frauen, die sich gegen diese Diskriminierung zur Wehr setzten und zu Macht und Ansehen gelangten, etwa Theophanu, Eleonore von Aquitanien oder Hildegard von Bingen, um nur drei zu nennen. Auch Frauen des städtischen Bürgertums konnten aufsteigen und Karriere machen, wenn sie hartnäckig genug waren und sich Nischen suchten, in denen sie sich entfalten konnten. Über eine solche Frau wollte ich schreiben: So entstand Isabelle. Sie denkt recht fortschrittlich für die damalige Zeit, möchte ein selbstbestimmtes Leben führen und lässt sich nicht von der männlichen Dominanz einschüchtern – alles Eigenschaften, die sie für mich zu einem spannenden Charakter machen, da ein solches Verhalten im Mittelalter natürlich Widerstand provozierte.

Welche Eigenschaften schätzen Sie im „wahren“ Leben an einem Menschen?
In erster Linie ganz klassische Tugenden wie Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Empathie und Humor. Daneben schätze ich es sehr, wenn Menschen die Fähigkeit zur Reflexion haben und imstande sind, sich selbst zu hinterfragen. Leute, die sich weigern zu denken, obwohl sie es könnten, bringen mich auf die Palme.

Wann werden Sie selbst „schwach“?
Bei Kaffee – siehe oben. Über meine anderen Schwächen betten wir an dieser Stelle gnädig
den Mantel des Schweigens.
 
© Goldmann Verlag
--FEd

Die Dukan-Diät: Interview mit Dr. Pierre Dukan

Dukan_100

Ausgerechnet aus Frankreich – dem Land der Gourmets – kommt der Diät-Erfolg des Jahres über Großbritannien und die USA nun auch nach Deutschland. In seinem millionenfach verkauften Bestseller Die Dukan-Diät lüftet Dr. Pierre Dukan sein Geheimnis für ein schlankes und zufriedenes Leben. Wir haben den Autor interviewt.

Als Allgemeinarzt haben Sie täglich mit den unterschiedlichsten Beschwerden zu kämpfen. Was hat Sie dazu veranlasst, eine Diät zu entwickeln?

Pierre Dukan: Meine erste Begegnung mit einem Übergewichtigen liegt schon sehr lange zurück. Damals praktizierte ich als frischgebackener Hausarzt im Pariser Viertel Montparnasse. Einer meiner Patienten, ein sehr dicker, stets gut aufgelegter Verleger, der an starkem Asthma litt, erklärte mir eines Tages, er müsse abnehmen. Sein folgender Satz sollte mein ganzes weiteres Berufsleben verändern: "Schlagen Sie mir irgendeine Diät vor, egal welche! Verbieten Sie mir, was Sie wollen! Alles! Aber bitte nicht Fleisch! Ich liebe Fleisch."

Zur Entwicklung meines vierstufigen Diätplans habe ich schließlich zwanzig Jahre gebraucht. Doch die Mühen haben sich gelohnt. Mit der Dukan-Diät kann jeder, der sich wünscht, in Zukunft ein leichteres Leben zu führen, seine überschüssigen Pfunde dauerhaft loswerden.

Stars wie Kate Middelton, Penélope Cruz, Jennifer Lopez oder Nicole Kidman sind mit der Dukan-Diät ihre unerwünschten Fettpölsterchen ein für alle mal los geworden. Was ist das Geheimnis des weltweiten Erfolgs der Dukan-Diät?

Pierre Dukan: Ich denke, dass mein Diätplan allen hilft, die immer wieder vergeblich versucht haben, abzunehmen und mit Recht von einer Diät erwarten, dass sie zu dauerhafter Schlankheit führt – schließlich werden ihnen dafür einige Anstrengungen abverlangt. Jeder hat ein Recht darauf, sich in seinem Körper wohlzufühlen und in Einklang mit ihm zu leben. Das Buch Die Dukan Diät soll dabei helfen.

Wie genau funktioniert die Dukan-Diät? Auf welche Lebensmittel muss ich verzichten, was darf ich essen und wie lange dauern die einzelnen Diätstufen?

Pierre Dukan: Meine Diät basiert auf vier aufeinander aufbauenden Phasen: In der Angriffsphase werden nur eiweißlastige Nahrungsmittel wie Eier, Fisch und Fleisch verzehrt. Der Körper verliert so schnell an Kilos - ohne, dass Muskeln abgebaut werden. Die Aufbauphase erlaubt wieder Kohlenhydrate in Form von Gemüse. In der Stabilisierungsphase soll das erreichte Zielgewicht gehalten werden: Jetzt kehren Nudeln und Brot zurück - zwei Mahlzeiten pro Woche sind zum Schlemmen da. Danach beginnt die Erhaltungssphase: In Maßen ist alles wieder erlaubt. Nur ein Protein-Tag pro Woche verhindert, dass der Jo-Jo-Effekt auftritt. So ist eine dauerhafte Ernährungsumstellung gut durchzuhalten.

--BHa

Bloodcast: Interview mit Casting Director Leander Lewis

Bloodcast-icon

Er gilt bei Kayne & Sparks als Erfolgsgarant: Der Mann mit dem klangvollen Namen ist der Motor hinter der PR-Maschinerie, die alle fünf Jahre ein gefeiertes Topmodel hervorbringt. Im Gespräch mit Inside! gibt sich der durchtrainierte Mitvierziger, der im schneeweißen Anzug zum Interviewtermin erscheint, ungewohnt redselig…

Inside!: Mr. Lewis, danke, dass Sie sich Zeit für uns nehmen…

Leander Lewis: Das Vergnügen ist ganz meinerseits.

Inside!: Es ist wieder so weit. Die Suche nach einem neuen Gesicht für Kayne & Sparks hat begonnen…

Leander Lewis: In der Tat. Aus Tausenden von Bewerberinnen sind wir dabei, ein neues Face of KayS zu finden.

Inside!: Wie es heißt, gibt es gegenüber den vorangegangenen Castings einige Veränderungen…

Leander Lewis: Das ist richtig. Während bei den zurückliegenden Castings die Auswahl der Kandidatinnen von einer Jury vorgenommen wurde, ist diesmal die Internetcommunity aufgefordert, ihre Stimme abzugeben.

Inside!: Und dieses Voting wird ausschlaggebend sein?

Leander Lewis: Absolut. Schließlich soll die Gewinnerin das Label in den nächsten fünf Jahren repräsentieren. Also sollten wir uns auch nach dem richten, was die Öffentlichkeit will.

Inside!: Weshalb diese Öffnung? In der Vergangenheit wurde immer ein großes Geheimnis um das Casting gemacht. Viele außerhalb der Branche wussten nicht einmal, dass es existierte…

Leander Lewis: Ist das nicht in vielen Bereichen so? Die Tatsache, dass Informationen immer und überall verfügbar sind und Menschen sich über Kontinente hinweg vernetzen können, hat viele Bereiche des Lebens entzaubert. Geheimnisse zu wahren, ist im Zeitalter des Internets schwierig geworden.

Inside!: Sie bedauern diese Entwicklung?

Leander Lewis: Nein. Aber ich bin der Ansicht, dass das Internetzeitalter spezielle Herausforderungen bereithält, denen man mit besonderen Lösungen begegnen muss. Dies ist eine davon.

Inside!: Vom Abstimmungsmodus abgesehen, was hat sich sonst noch geändert?

Leander Lewis: Recht wenig - die sieben Kandidatinnen bewohnen noch immer unsere Berliner Modelvilla, und auch die Herausforderungen und Prüfungen, denen sie sich stellen müssen, sind weitgehend gleich geblieben.

Inside!: Diese Herausforderungen haben in der Vergangenheit für Gerüchte gesorgt. Wie es heißt, seien Kandidatinnen dabei zu Schaden gekommen…

Leander Lewis: Sie werden auf solches Gerede doch nichts geben? Wenn es solche Zwischenfälle gegeben hätte, hätte ich es doch zuerst erfahren.

Inside!: Und Sie wissen nichts von solchen Vorfällen?

Leander Lewis: Nein. Beim Casting für das Face of KayS geht alles mit rechten Dingen zu. Davon werden Sie sich schon bald selbst überzeugen können.

Inside!: Dennoch gilt das Casting als eines der härtesten der Branche.

Leander Lewis: Und das nicht von ungefähr. Andere Labels casten sehr viel häufiger, als wir das tun. Wir casten nur alle fünf Jahre, deshalb muss unsere Auswahl sehr sorgfältig und nach besonderen Kriterien erfolgen. Dazu gehört auch, dass unsere Models nicht von der Stange sind. Was wir suchen, sind Typen.

Inside!: Zum Beispiel?

Leander Lewis: Unter den Kandidatinnen, die es diesmal in die engere Auswahl geschafft haben, befindet sich ein Punk-Girl, aber auch eine Mathematikerin, die sich entschieden hat, ihre Karriere zu unterbrechen, um bei unserem Casting mitzuwirken.

Inside!: Wie erklären Sie sich das?

Leander Lewis: Das zu erklären, ist nicht meine Aufgabe. Aber Sie müssen bedenken, dass die Wahl zum Face of KayS das Leben einer jungen Frau grundlegend verändert. Nicht nur, dass sie in die Metropolen dieser Welt reist, von London bis New York, von Sydney bis Singapur. Sie trifft dort auch auf Menschen, denen sie im gewöhnlichen Leben niemals begegnen würde: Politiker, Schauspieler, Stars der Modebranche. Viele ehemalige KayS-Girls haben anschließend in Hollywood Karriere gemacht.

Inside!: Face of KayS zu sein, bereichert also das Leben der Mädchen?

Leander Lewis: Natürlich – und für solch ein Ziel lohnt es sich zu kämpfen, oder nicht?

Quelle: Inside! Magazine. © 2013 by Inside Publishing. Abdruck honorarfrei unter Quellenangabe.

Dein totes Mädchen: Interview mit Autorin Alex Berg

Dein_totes_Mädchen

 

Zum Erscheinen ihres neuen Romans Dein totes Mädchen gab uns Alex Berg ein Interview.

Beschreiben Sie sich mit drei Worten.

Alex Berg: Unangepasst. Optimistisch. Neugierig. 

Wann haben Sie gemerkt, dass Sie ein Talent für das Schreiben haben?

Alex Berg: Schon während der Schulzeit. Dazu gibt es eine wunderbare Anekdote: In der Oberstufe des Gymnasiums habe ich einmal eine Klausur mit der Bemerkung zurückbekommen: "Sie wissen nichts! Aber Sie können Ihr Nichtwissen so hervorragend formulieren, dass ich nicht anders kann, als Ihnen dafür neun Punkte (3+) zu geben." Darüber muss ich heute noch lachen, wenn ich mich daran erinnere.

Woher kam die Idee für Dein totes Mädchen?
Alex Berg: Das ist eine gute Frage. Eine Idee für einen Roman ist bei mir in der Regel plötzlich da, aus heiterem Himmel. Zunächst ganz vage, irgendwo im Hinterkopf, wo sie arbeitet und nach und nach Gestalt annimmt, bis ich mich ihrer schließlich annehme. Sicher wird eine solche Idee durch irgendetwas getriggert … aber wodurch? Ich nehme an, bei Dein totes Mädchen waren es meine eigenen langjährigen Erfahrungen in Schweden mit den Menschen, der Landschaft und dem Winter dort in den Bergen nahe der norwegischen Grenze - ein großartiges Land und fantastische Menschen.

Was ist Ihre Lebensphilosophie?

Alex Berg: Jeder miesen Situation kann man etwas Gutes abgewinnen.

Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?

Alex Berg: In meinem Kopf arbeitet es ständig. Da schwirren dutzende von Ideen und Projekten herum. Wo ist die Zeit, um das alles zu verwirklichen? Mein nächstes konkretes Projekt ist gedanklich schon fertig, aber ich rede nicht gern darüber, so lange ich noch nicht begonnen habe zu schreiben.

--HBi

  1. Beschreiben Sie sich mit drei Worten!

Unangepasst. Optimistisch. Neugierig.

 

  1. Wann haben Sie gemerkt, dass Sie ein Talent für das Schreiben haben?

            Schon während der Schulzeit. Dazu gibt es eine wunderbare Anekdote: In der       Oberstufe des Gymnasiums habe ich einmal eine Klausur mit der Bemerkung         zurückbekommen: „Sie wissen nichts! Aber Sie können Ihr Nichtwissen so     hervorragend formulieren, dass ich nicht anders kann, als Ihnen dafür neun Punkte             (3+) zu geben.“ Darüber muss ich heute noch lachen, wenn ich mich daran erinnere.

Bloodcast: Interview mit Art Director Kassiopeia Nevi

Bloodcast-icon-c-de-120x120

Unter der Führung von Casting Director Leander war Kassiopeia Nevi bereits für eine ganze Reihe von Kayne & Sparks-Kampagnen verantwortlich. Zum zweiten Mal ist sie nun auch bei der Suche nach dem neuen Face of KayS dabei. Inside! traf die attraktive 34-Jährige zum Gespräch in einem der trendigsten Coffeeshops von Berlin…

Inside!: Sie trinken Ihren Kaffee schwarz?

Kassiopeia Nevi: Immer (lacht). Eine Angewohnheit aus Zeiten, in denen ich nächtelang durcharbeiten musste.

Inside!: Sie gehören zum zweitem Mal zur Jury von Kayne & Sparks…

Kassiopeia Nevi: Das ist richtig. Allerdings sollten wir jetzt wohl besser von einem Trainerteam sprechen. Die Auswahl der Siegerin findet diesmal ja bekanntlich via Internet statt.

Inside!: Was genau sind denn Ihre Aufgaben als Art Director?

Kassiopeia Nevi: Nun, kurz gesagt geht es darum, die Mädchen gut aussehen zu lassen, in jeder Hinsicht. Dazu gehört das Überwachen des Laufstegtrainings genauso wie das Aussuchen geeigneter Fotoshoots und Locations. Und darüber hinaus…

Inside!: Ja?

Kassiopeia Nevi: Unsere Kandidatinnen sind allesamt weiblich, während das Trainerteam zum größten Teil aus Männern besteht. Das bedeutet, dass auf mich auch Aufgaben zukommen, die nicht im Lehrbuch für Art Directing stehen.

Inside!: Sie sprechen von psychologischer Betreuung?

Kassiopeia Nevi: Naja, Sie dürfen nicht vergessen, dass zumindest die jüngsten unserer Kandidatinnen zum ersten Mal längere Zeit von ihren Familien und Freunden getrennt sind, was für viele eine ziemliche Belastung bedeutet. Außerdem ist das Auswahlverfahren nicht zu unterschätzen. Es kommt nicht selten vor, dass Kandidatinnen kurz vor dem Zusammenbruch stehen. Dann ist es meine Aufgabe, sie zu unterstützen.

Inside!: Inwiefern?

Kassiopeia Nevi: Durch Gespräche. Durch Hilfestellungen. Da wir als Trainer diesmal nicht in die Entscheidungen eingebunden sind, können wir sehr viel individueller auf die Bedürfnisse der Mädchen eingehen.

Inside!: Das klingt nach einer großen glücklichen Familie…

Kassiopeia Nevi: Sehr groß sind wir nicht – es sind nur sieben Kandidatinnen, und von Monat zu Monat müssen wir eine von ihnen verabschieden. Aber natürlich wächst man in dieser Zeit zusammen. Einige ehemalige Kandidatinnen haben mir erzählt, dass diese Zeit die prägendste ihres Lebens gewesen ist.

Inside!: Was sagen Sie zu den Vorwürfen, die gegen das Face of KayS-Casting erhoben werden?

Kassiopeia Nevi: Was soll ich dazu sagen? Diese Branche ist ein Haifischbecken. Die Konkurrenz lässt nichts unversucht, um Kayne & Sparks zu schaden.

Inside!: Hinter den Gerüchten um das spurlose Verschwinden einer Kandidatin während des letzten Castings steckt also nichts weiter als eine Verleumdungskampagne?

Kassiopeia Nevi: Genau so ist es. Das ist das ungeschriebene Gesetz dieser Branche – wer großen Erfolg hat, hat auch viele Neider. Fragen Sie Frau Klum.

Inside!: Wir danken für das Gespräch.

Kassiopeia Nevi: Und ich danke für den Kaffee.

Quelle: Inside! Magazine. © 2013 by Inside Publishing. Abdruck honorarfrei unter Quellenangabe.

--BHa

Peter M. Hetzel - vom Literaturkritiker zum Autor

Ernten

Peter M. Hetzel hat sich jahrelang eher theoretisch mit Literatur beschäftigt, bevor er selbst mit dem Schreiben begann. Uns erzählte der Literaturkritiker, wie es zu diesem Wandel kam.

Seit über 25 Jahren sind Sie im Sat.1 Frühstücksfernsehen der Mann fürs Buch. Was bringt einen eingefleischten Literaturkritiker dazu selbst unter die Autoren zu gehen?

Peter M. Hetzel: Sportlicher Ehrgeiz. Nach sechs Jugendbüchern wollte ich einfach einmal ausprobieren, ob mir auch ein Krimi gelingt. Am Ende war ich zufrieden, aber geistig dehydriert!

Als Kritiker haben Sie stets klare Worte gefunden. Sie haben in Ihrem Buchtipp unzählige Bücher empfohlen, aber auch etliche verrissen. Sind Sie aufgeregt, wie die Kritiken zu Ernten und Sterben ausfallen werden?

Peter M. Hetzel: Leider ja. Ich dachte, dass ich cooler reagieren würde. Mich interessieren aber mehr die Kritiken der Leser als die der Profis. Meine erste 5-Sterne- Bewertung bei Amazon habe ich mit einem inneren Feuerwerk gefeiert.

Sie haben einen »Landkrimi« geschrieben. Was hat es damit auf sich?

Peter M. Hetzel: Das Landleben bedeutet Entschleunigung und die haben wir in unserer Gesellschaft dringend nötig. Dazu gehört gutes Essen und andere geistige Genüsse. Zumindest in meiner Vorstellung. Natürlich sieht die Realität ein wenig anderes aus...

Was verbindet Sie selbst mit dem Landleben?

Peter M. Hetzel: Ich habe die ersten 18 Jahre meines Leben in einem ziemlich kleinen Ort mit einem wunderbaren mittelalterlichen Stadtkern verbracht. Das prägt für ein ganzes Leben. Vielleicht wäre ich Winzer geworden, wenn es mich nicht nach Norddeutschland verschlagen hätte.

In Ihrem Krimi wird die ländliche Idylle gehörig durcheinander gewürfelt. Trotz aller Verbrechen ist Ernten und Sterben aber auch ein sehr humorvoller Kriminalroman, was nicht zuletzt an den charmanten Protagonisten liegt. Was zeichnet Landärztin Albertine von Krokow und ihren Nachbarn Hubertus aus?

Peter M. Hetzel: Albertine ist anfangs etwas snobistisch veranlagt, aber blitzgescheit und sie hat eine sehr wache Beobachtungsgabe. Hubertus wirkt dagegen etwas bräsig und vielleicht gibt er deswegen mit seiner Bildung etwas arg an. Gemeinsam sind sie unschlagbar, auch wenn Hubertus vergeblich an seiner Nachbarin herumbaggert. Vergessen darf man in diesem Zusammenhang natürlich nicht die Haushälterin Clementine und den rasenden Reporter Egon-Erwin.

Woher nehmen Sie Ihre Inspiration für Charaktere und Plot?

Peter M. Hetzel: In vino veritas!

--ABi

Rush of Love - Autorin Abbi Glines im Interview

Rush

Abbi Glines neuer Roman Rush of Love hat sich innerhalb einer Woche zum Bestseller entwickelt. Bis zum 13. Mai 2013 ist der Titel noch zum Sonderpreis von 4,99 EUR erhältlich.

Wir haben uns mit der Autorin über ihr Schaffen unterhalten.

Wie fühlt es sich an, wenn das eigene Werk so positiv wahrgenommen wird?
Abbi Glines: Es ist einfach großartig! Ich liebe es zu schreiben. Und zu wissen, dass es da draußen Leser gibt, die das, was ich schreibe, auch noch gerne lesen, ist das schönste Gefühl der Welt.

Woher kommen Ihre Geschichten? Was inspiriert Sie? Ist das alles erfunden oder basiert das ein oder andere "auf wahren Begebenheiten"?
Abbi Glines: Abgesehen vom Setting und den Dialogen ist alles erfunden. Musik inspiriert mich, und ich beobachte auch gerne Leute. Ich achte sehr auf Körpersprache und die Art, wie Leute miteinander umgehen. Und natürlich ist da noch meine vollkommen hyperaktive Fantasie.

Sind Ihre Figuren von Menschen in Ihrem Umfeld inspiriert?
Abbi Glines: Eigentlich eher selten. Meine Figuren sind meistens Mischungen aus verschiedenen Menschen, die ich im Lauf der Jahre kennengelernt habe.

Sie veröffentlichen Ihre Bücher in einem wahnsinnig hohen Tempo (was viele Ihrer ungeduldigen Fans durchaus schätzen!). Wie lange dauert es in der Regel, bis der erste Entwurf für ein neues Buch fertig ist?
Abbi Glines: Eine Woche.

Wow! Beeindruckend. Und wie viele Stunden schreiben Sie am Tag?
Abbi Glines: So sechs bis acht … wobei ich auch schon 12 Stunden am Stück geschrieben habe.

Was würde die Leser überraschen, wenn sie es über Sie wüssten?
Ich habe schreckliche Angst vor Geistern. Wirklich.

Wenn Sie Ihren Lesern einen guten Rat mit auf den Weg geben könnten, welcher wäre das?
Vergesst nie: Bücher sind Fantasie. Flüchtet mit ihnen aus der Realität. Das ist genau das, was ich tue, wenn ich sie schreibe.

--ABi

Alexander Broicher über seinen neuen Roman "Unter Frauen"

Unter_Frauen

 

Zum Erscheinen seines neuen Romans Unter Frauen erzählte uns Alexander Broicher im Interview über seine persönlichen Erlebnisse unter Frauen.

In Ihrem neuen Buch Unter Frauen lebt ein Mann mit drei Frauen in einer WG. Schreiben Sie aus eigener Erfahrung?

Alexander Broicher: Während meiner Studienzeit habe ich ein Praktikum in Hamburg absolviert und war in einem Mädchenwohnheim einer Modeschule untergebracht, da das Wohnheim während der Semesterferien angeblich leer stünde. Tatsächlich waren aber einige Bewohnerinnen nicht ausgeflogen. Da die Unterkunft lediglich für Frauen vorgesehen war, gab es keine getrennten Waschräume. Ein Umstand, den ich eines Morgens am eigenen Leib erfuhr, als ich gerade in der Sammeldusche stand. 
 
Sie haben zum Beispiel für die TV-Serie Verliebt in Berlin geschrieben. Was reizt Sie als erfahrener Drehbuchautor an Romanen?

Alexander Broicher: Romane bieten die Möglichkeit, tiefer in die Gedankenwelt der Figuren einzutauchen. Im Film muss man den Großteil der Gedanken und Gefühle ja nach außen bringen, um diese erfahrbar zu machen. Aber das Erzählen in seiner Grundstruktur ist in beiden Medien ähnlich. Ich versuche, auch meine Romane so zu schreiben, dass man sie im Kopf wie einen Film vor sich sehen kann. Ich finde, damit werden die Geschichten lebendiger. Das Lesen wird dadurch dreidimensionaler und macht mehr Spaß.

Ich habe zuvor auch mit Begeisterung Thriller geschrieben. Jetzt ein Buch zu schreiben, das Menschen zum Lachen bringt, ist auch für den Autor ein Geschenk. Nicht selten habe ich beim Schreiben selber schmunzelnd oder sogar lachend am Schreibtisch gesessen.

In Ihrem Buch geht es um Liebe, Komik und Großstadtleben. Was reizt Sie an den Themen am meisten?

Alexander Broicher: Städte ziehen viele Menschen magisch an, aber das vermeintliche Glück findet dort nicht jeder. Im Gegenteil, vieles ist in Städten auch schwieriger, besonders die Partnersuche. Mit Humor lassen sich viele Konflikte einer Figur einfach sehr viel charmanter behandeln. Denn wo es um Liebe geht, ist meist auch Leid im Spiel.

Warum sollte man dieses Buch Ihrer Meinung nach unbedingt lesen?

Alexander Broicher: Ich finde, es ist an der Zeit, das alte Vorurteil "Männer und Frauen passen nicht zusammen" neu zu betrachten. Dafür lasse ich den Helden des Buches in einer Versuchsanordnung mit falschen Vorzeichen starten - als angeblich Schwuler unter Frauen. Und schon entlarven sich Vorurteile und Vorverurteilungen wie von selbst. Es macht einfach Spaß, ihm auf seinem steinigen Weg zur Ehrlichkeit zu folgen, die ihm letztendlich sein ersehntes Liebesglück bringt.

Das Buch ist zudem hochaktuell. Gerade heute wird in Deutschland jeden Tag über Gleichberechtigung diskutiert, sei es beim Thema Frauenquote, Homo-Ehe oder der aktuellen Sexismusdebatte.

--ABi

Verflucht seist du: Interview mit Krimi-Autorin Inge Löhnig

Loehnig_Inge_sw_c_Vogel_Marek_zugeschnitten

Im Exklusiv-Interview verriet uns Inge Löhnig, Autorin der Krimiserie um Kommissar Dühnfort, warum auch der aktuelle Band Verflucht seist du: Kommissar Dühnforts fünfter Fall in München spielt.

Liebe Inge Löhnig, wie sind Sie eigentlich zum Schreiben gekommen?

Inge Löhnig: Das ist eigentlich eine lustige Geschichte, der ich inzwischen eine Überschrift verpasst habe: Hochmut kommt vor dem Fall.

Vor Jahren habe ich eine begeisterte Rezension zu einem Krimi gelesen und mir das Buch als leidenschaftliche Krimileserin, sofort gekauft. Doch ich war enttäuscht. Nein, ich war richtig sauer. Mir hat der Roman überhaupt nicht gefallen. "Das kann ich auch. Und das kann ich besser!", sagte ich in die Stille meines Arbeitszimmers hinein. So viel zum Hochmut. Spontan habe ich sofort begonnen, diese Idee in die Tat umzusetzen. Jedenfalls habe ich das versucht und sehr schnell Abbitte geleistet für meinen verwegenen Plan. Denn man schüttelt nicht einfach so einen Roman aus dem Ärmel. Irgendwann hatte ich ein zweihundertseitiges Chaos angerichtet, ein buntes Durcheinander an Handlungssträngen. Nur kannte ich diesen Begriff damals noch nicht. Ich erkannte allerdings, dass ich es nie schaffen würde, dieses Desaster zu einem vernünftigen Ende zu bringen. Soviel zum Fall.

Es war also höchste Zeit, sich mit dem Handwerk des Schreibens zu beschäftigen. Das habe ich dann getan. Ich habe mir Fachliteratur besorgt und Workshops im Münchner Literaturhaus besucht. Aus dem hochmütigen Plan wurde ein vernünftiger: Schaffe ich es, einen Roman zu schreiben, den ich gerne lesen würde? Nach fünf Jahren Arbeit war es endlich soweit. Ich schrieb zum ersten Mal das magische Wort ENDE unter ein Manuskript. Das druckt zwar niemand. Aber es muss sein. Das mache ich noch heute so, nach acht Romanen. Und bald das neunte Mal.

Wieso haben Sie ausgerechnet Kommissar Konstantin Dühnfort zum Helden gemacht?

Inge Löhnig: Das hatte ich gar nicht vor. Er sollte ursprünglich nicht einmal eine eigene Perspektive bekommen, geschweige denn der Held werden. Es sollte ein Roman mit einer weiblichen Hauptfigur werden, die sich gegen eine finstere Gestalt wehren muss. Aus Sicht dieser beiden Figuren wollte ich das Buch schreiben. Der Leser hätte meinen Ermittler Konstantin Dühnfort nur durch ihre Augen sehen sollen.

Doch beim ersten Workshop des Münchner Literaturhauses waren die beiden Leiter und die anderen Teilnehmer der Meinung, dass das nicht ginge. Dühnfort sollte eine eigene Sicht auf die Ereignisse haben. Also gut. Ich habe sie ihm gegeben. Was dann geschah, war eine echte Überraschung für mich. Schon im ersten Kapitel, das ich aus seiner Perspektive schrieb, hat Dühnfort sich eigentlich mir vorgestellt. Er hat sich selbst erfunden, denn aus meiner ursprünglichen Planung kannte ich nur seinen Namen und seinen Dienstgrad und hatte die vage Idee, dass er aus Hamburg kommt. Das schien mir zum Namen zu passen.

Sie recherchieren sehr intensiv. Für welche Themen haben Sie bereits Experten an der Hand? Wie haben Sie diese kennengelernt?

Inge Löhnig: Angefangen hat es mit Polizeiarbeit. Ein Kriminalhauptkommissar der Münchner Mordkommission berät mich seit Dühnforts erstem Fall. Ihn habe ich durch einen netten Zufall kennengelernt. Dann wären da noch ein Rechtsmediziner, ein Fallanalytiker, ein Geigen- und Bogenbauer, ein Quantenphysiker, ein Rettungsflieger, die Mitarbeiter der Pressestelle des LKA Bayern, ein Reifenhändler, ein ADAC-Mitarbeiter, ein Autohändler für Luxuskarossen, ein Pfarrer … Das sind sicher noch nicht alle. Ich recherchiere sehr gerne. Recherche ist für mich das Salz in der Suppe. Je mehr ich weiß, umso intensiver kann ich die Handlung planen, umso mehr Tiefe gewinnt sie. Oft ergeben sich völlig überraschende Gestaltungsmöglichkeiten erst aufgrund von Recherche.

Ihr neues Buch Verflucht seist du spielt wieder in München. Nach welchen Kriterien wählen Sie dort die Schauplätze?
Inge Löhnig: München ist meine Heimatstadt. Ich habe da so meine Lieblingsecken und natürlich gibt es auch Gegenden, die ich nicht so mag und die vielleicht auch ein wenig unheimlich sind. Jedenfalls nachts. Diese Ecken sind gewissermaßen eine Art Basisfundus für Handlungsorte.

Einer meiner Lieblingsplätze ist der Alte Südfriedhof. Als ich Dühnfort in seinem ersten Fall eine Unterkunft spendiert habe - irgendwo musste er ja wohnen - habe ich ihn in der Pestalozzistraße einquartiert und zwar in eine Wohnung mit Ausblick auf die efeuüberwucherten Gräber und bröselnden Marmorengel des Friedhofs. Mir schien das für einen Mordermittler passend. Zu seiner Grundstimmung, die eher nachdenklich und grüblerisch und manchmal sogar melancholisch ist, passte es ebenfalls sehr gut.

Dühnforts fünfter Fall Verflucht seist du spielt in weiten Teilen in Unterhaching. Der Grund dafür ist ganz profan. Mir schwebte ein Vorort vor. Doch welcher? Es gibt etliche. In Unterhaching gibt es allerdings eine wunderbare Kaffeerösterei. Dort hatte ich mal eine Lesung und außerdem kaufen mein Mann und ich dort gerne ein. Wer Dühnfort kennt, weiß, dass er leidenschaftlicher Espressotrinker ist. Also habe ich ihn nach Unterhaching geschickt und ihn die Kaffeerösterei entdecken lassen!

--HBa