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Krimi

Hörprobe zu "Stumme laute Schreie" - ein Thriller von Marion Schreiner

 

Hier geht es direkt zum Buch.

Viele Grüße von Dirk Trost

Heute erscheint der Krimi Granat für Greetsiel bei Amazon Publishing in einer neu gestalteten und lektorierten Auflage. Aus diesem Anlass meldet sich der Autor Dirk Trost selbst zu Wort:

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Herzlich Willkommen in der Krummhörn.

Wie – Sie kennen die Krummhörn noch nicht?

Lernen Sie die Krummhörn und Ostfriesland kennen, indem Sie Jan de Fries bei seinen Ermittlungen begleiten.

Granat für Greetsiel ist der erste Band der „Jan de Fries“ Reihe, in dem der ehemalige Strafverteidiger eigentlich nur noch seinen Hobbies nachgehen will – lange Spaziergänge mit seinem Berner Sennenhund „Motte“, ausgedehnte Kutterfahrten mit Kumpel „Uz“, gemeinsames Kochen mit Freunden und ab und zu vielleicht ein paar Tattoos entwerfen.

 Dachte er… aber Ostfriesland ist nicht nur friedlich und beschaulich; Ostfriesland besteht nicht nur aus blauen Himmel, Sandstränden und Strandkörben.

 Nein! Ostfriesland kann auch mörderisch, brutal und gnadenlos sein!

 Und genau diese Erfahrung musste Jan machen, als er mit seinen Kumpels Uz und Onno beim Krabbenfang fassungslos vor einer Wasserleiche stand, die sich im Fischernetz des Kutters „Sirius“ verfangen hatte und deren leeren Augenhöhlen in höhnisch anzustarren schienen.

 Eigentlich hatte Jan seinen Job als Anwalt an den Nagel gehängt – eigentlich. Aber die blauen Augen der Schwester der Toten, die Bräsigkeit der ermittelnden Kommissare und Jans chronische Neugier lassen ihn seine Recherchen aufnehmen und bevor er sich versieht, befindet er sich mitten in mörderischen Verstrickungen, die nicht in der aufgewühlten Nordsee einer tosenden Unwetternacht enden, sondern – in einer Badewanne.

 Seien Sie also auf der Hut, wenn Sie ihren nächsten Urlaub im malerischen Ostfriesland verbringen. Es ist nicht immer alles so beschaulich, wie es auf den ersten Blick scheint.

 Ich wünsche Ihnen mit „Granat für Greetsiel“ ein mörderisches Lesevergnügen und freue mich darauf, Ihnen beim Lesen über die Schulter zu schauen, wenn das unberechenbare und schaurige Ostfriesland nach Ihnen greift…

 Dirk Trost

Wer den Autor live erleben möchte, sei noch folgende Veranstaltung ans Herz gelegt:

Buchpräsentation & Benefiz – Autorenlesung

„Granat für Greetsiel“

23. November 2014 um 16 Uhr

Notübernachtung der Kältehilfe

Zentrum am Hauptbahnhof

Lehrter Straße 68

10557 Berlin

 

Es stehen 100 druckfrische Buchexemplare zur Verfügung, die nach  der Lesung gegen eine Spende verlost und vom Autor in den Räumen der Notübernachtung der Berliner Stadtmission persönlich signiert werden.

 

Aufgrund des Veranstaltungsortes ist nur eine begrenzte Teilnehmerzahl möglich und macht eine Anmeldung unter folgender Mailadresse notwendig: dirk.trost@gmx.de

 

"Bereue" - ein spannender Psychothriller von Lisa Fink

Ben Biller verliert innerhalb weniger Tage alles. Obdachlos, zurückgewiesen von seinen Mitmenschen erkennt er, was für ihn wirklich wichtig ist. Doch es ist zu spät, sein Leben zu ändern, ein Wahnsinniger fordert seinen Selbstmord … 51meOoU8nVL._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-v3-big,TopRight,0,-55_SX278_SY278_PIkin4,BottomRight,1,22_AA300_SH20_OU03_

»Herzlichen Glückwunsch! Heute beginnt für Dich nicht nur ein neues Lebensjahr, sondern auch ein neues Leben. Du wirst erkennen, was Du getan hast. Bereue und richte Dich selbst.«

Jahrelang hat Ben Biller all seine Energien darauf verwendet, sich an die Spitze eines namhaften Unternehmens zu kämpfen. Als er an seinem achtunddreißigsten Geburtstag diese anonyme Nachricht in seinem Briefkasten findet, hält er es zunächst für einen üblen Scherz. Doch dann verwandelt sich die glänzende Fassade seines Lebens in ein Trümmerfeld. Ohne Job, ohne Geld, obdachlos, zurückgewiesen von seinen Mitmenschen erkennt er, dass ein wahnsinniger Rächer hinter ihm her ist.

 

Ben kann die Hetzjagd nur überleben, wenn er den Jäger unschädlich macht. Doch wer ist er? Und was hat Annelie damit zu tun, seine Jugendliebe, die ausgerechnet jetzt wieder in seinem Leben auftaucht?

Trevanian: Im Auftrag des Drachen

TrevanianBond-Erfinder Ian Fleming und Bourne-Erfinder Robert Ludlum wurden ihrerzeit verdächtigt, hinter dem Pseudonym Trevanian zu stecken (tatsächlich handelte es sich um den Filmhistoriker Rodney William Whitaker). Angesichts ähnlicher Inhalte und Figuren ist das nachvollziehbar. Andererseits: Warum sollten diese Herren ausgerechnet für ihre besten Werke ein Pseudonym wählen? Literarisch war und ist Trevanian im Thriller-Genre eine Klasse für sich. Sein Stil ist geschliffen, sein Wissen scheint enzyklopädisch, und seine Romane bieten wirklich den Grad an Abenteuerlichkeit, den andere nur versprechen. Der neu aufgelegte Im Auftrag des Drachen (ursprünglich von 1972, 1975 von und mit Clint Eastwood verfilmt) bildet da keine Ausnahme.

Jonathan Hemlock ist Universitätsdozent und Kunstliebhaber. Seine Sammelleidenschaft finanziert er sich als geheimdienstlicher Auftragsmörder. Eigentlich mag er nicht mehr so recht, als ein neuer Auftrag reinkommt, aber er braucht dringend eine Finanzspritze für seine nächste Anschaffung. Außerdem enthält dieser Auftrag eine persönliche Komponente: er gibt Hemlock die Möglichkeit, den Tod eines geschätzten Kollegen zu rächen. Der Haken: die Zielperson ist noch nicht identifiziert. Hemlock muss selbst herausfinden, welches Mitglied einer Bergsteigertruppe der zu killende Killer ist. Ausgerechnet bei einem Besteigungsversuch der Eiger-Nordwand.

Einen gelungenen Unterhaltungsroman mit einer unsympathischen Hauptfigur zu schreiben ist nicht unmöglich, aber sehr schwierig. Trevanian schafft es ohne Weiteres. Jonathan Hemlock ist ein gesellschaftlich integrationsfähiger Psychopath wie Sherlock Holmes, James Bond oder Hannibal Lecter. Große Gefühlsregungen sind nicht sein Ding. Freundschaften sind strengen Regeln unterworfen. Sex nimmt er mit, wo er ihn kriegen kann, und wenn es mal keinen gibt, ist es auch nicht schlimm. Leidenschaft verspürt er allenfalls für die schönen Künste, und auch da begeistert er sich eher für handwerkliche Präzision als für künstlerischen Subtext. Nein, liebenswert ist diese Figur nicht, aber überaus interessant. Das ist mehr als die halbe Miete, insbesondere, wenn die Geschichte um die Figur herum so präzise und dynamisch geschrieben ist, ohne Durststrecken und ohne übertriebene Action, voll politischem Sendungsbewusstsein und sarkastischem Witz. Dass einige der erotischen Begegnungen an Fantasien aus 70er-Jahre-Herrenmagazinen erinnern, ist zu verkraften. Es ist schließlich ein 70er-Jahre-Herrenroman. Daran muss nicht alles schlecht sein. Das meiste ist es ganz und gar nicht.

-- ANe

Der lange Kindle-Lesesommer: "Madame le Commisaire und der verschwundene Engländer"

Liebe Leserinnen und Leser,

Wir haben eine große Auswahl an eBooks für Sie, die Sie den ganzen Sommer (bis zum 13. August 2014) zu Sonderpreisen ab -50% erhalten.

Wie wäre es zum Beispiel mit Madame le Commisaire und der verschwundene Engländer von Pierre Martin? Dieser Krimi, angesiedelt in Fragolin, im Hinterland der Côte d’Azur, bietet gleichwohl hervoragend gestaltete Spannung als auch Urlaubsatmosphäre.

Madame le CommisaireZum Inhalt: Die erfolgreiche Kommissarin Isabelle Bonnet muss nach einer gescheiterten Ehe und einer Explosion, die sie fast das Leben kostete, neu anfangen. Sie bewirbt sich auf die frei gewordene Kommissarstelle in ihrem Geburtstort Fragolin, um endlich wieder Ruhe zu finden. Doch damit ist es sehr schnell vorbei, denn erst verschwindet ein reicher Engländer spurlos aus seiner Villa, und dann wird am Strand von Saint-Tropez eine Frauenleiche gefunden.

Ihr glänzender Ruf als Ermittlerin Isabelle Bonnet inmitten der skurrilen Typen, die Fragolin bevölkern, und angesichts jeder Menge Vorurteile, nichts zu nützen. Wie wird Sie dennoch diesen Fall lösen?

--MHo

Exklusiv: Simon Wood erzählt wie der Thriller "Die Abrechnung des Kinderfängers" entstanden ist

In dem Thriller Die Abrechnung des Kinderfängers stößt der Kriminalreporter Scott Fleetwood nach Jahren auf den Kinderfänger, der serienweise die Kinder der wohlhabendsten Familien San Franciscos entführte.  Der Kidnapper hat den Sohn des Reporters. Aber er will kein Geld … er will Blut. Und er wird Fleetwood dazu benutzen, es zu bekommen.

Hier erzählt der Autor wie der Thriller entstanden ist:

 

"How could I kidn51seYY0FipL._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-v3-big,TopRight,0,-55_SX278_SY278_PIkin4,BottomRight,1,22_AA300_SH20_OU03_ap a child and get away with it?"

 This was probably the wrong question to ask an FBI agent right out of the gate. The agent's expression turned grim and his answer was clipped and a tad aggressive. "You couldn't. We'd catch you."

 "Yeah, but," I said before he interrupted me.

"No buts. We'd catch you. When a kid gets snatched, we drop everything. It becomes top priority. You wouldn't stand a chance."

 I'll admit it was at this point I started to panic. Not because I thought the Feds weren't going to let me leave the building, but because I saw my novel falling apart around me. A child kidnapping is a key factor in Die Abrechnung des Kinderfängers. A kidnapper with a grudge comes after the family of a newspaper reporter. I thought it was a good idea. So did the publisher. They'd paid me an advance on this very storyline. In the space of five minutes, my book was in tatters before it was written because the FBI knew better.

 I thought the storyline was going to be tough to pull off, but not this tough. I quickly outlined the scenario for the book to demonstrate my master plan for counteracting law enforcement procedure. I waited for him to applaud me for my criminal genius. He didn't.

 "We'd still catch you," he said.

 I wasn't too downhearted as I didn't care if my antagonist got caught, as long as he got caught on page 347 and not page 10. I put my frayed plotline to one side and we talked kidnappings-procedures, old cases, likely outcomes, etc. As I listened a single thought rose to the surface. It's bloody hard to get away with a high profile crime. As far as I can see it, as soon as the cops get a hold of the case, you (the criminal) are toast.

 The problem is, it is impossible not to leave a trail. It doesn't matter if you go hi-tech or lo-tech. There's a trail. As I listened, I could envisage a snail-like physical trail left behind by my fictional kidnapper and the cops following it all the way to his lair.

 I couldn't see a way around the problem. A kidnapper, being a kidnapper, needs to make contact with the kidnap family. Phones are a nightmare these days. Landline or wireless, they're easy to trace. Digital seems to be the criminal's worst enemy. The technology's strength is its weakness. As easy as it is to use, it's just as easy to locate.

 Going old school doesn't help matters either. If the kidnapper sends a letter, he's going to need a return address for return correspondence. That doesn't even cover the issues of how easy it would be to trace the sorting offices the letter went through to narrow down the sender's location. Document specialists can lift all sorts of forensic evidence off paper.

 The only thing left open to the kidnapper is face-to-face meets and that's fish-in-a-barrel time for law enforcement.

 It doesn't matter how you slice it, if you kidnap a kid for ransom, you're going to get caught.

 Eventually, with a little a devious ingenuity plot-wise and some character flaws, I built a plotline that worked, but the Q&A with the FBI was a tipping point. I'm a good guy, but it made me question myself and whether I would ever cross a legal line. I can't say I won't, but I can't rule it out. Circumstance may dictate otherwise. However, the more I write and the more I research crimes for my stories, the more honest it makes me. In spite of how smart I think I am, I'd get caught. I've seen the inside of police stations, courtrooms and a prison and I quite honestly can say I don't want to be arrested, I don't want to go to court, and I definitely don't want to go jail. I wouldn't last a day in the big house. This smart mouth would get me into all sorts of trouble.

 So a simple question about kidnapping helped turn me into a more law abiding person. It's my fiction that's just plain criminal...

 

Totenfrau: Autor Bernhard Aichner im Interview

Bernhard Aichner hat mit Totenfrau einen viel beachteten Thriller geschrieben. Wir haben mit ihm über sein neues Buch und die Protagonistin Frau Blum geredet.

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Die Heldin der Totenfrau ist ja nicht ganz alltäglich was ihren Beruf betrifft... was sie tut. Erzählen Sie uns ein bisschen von ihr.

Die Heldin des Romans heißt Brünhilde Blum. Sie hasst ihren Vornamen, und besteht deshalb seit ihrer Jugend darauf Blum genannt zu werden. Blum hat einen sehr ungewöhnlichen Beruf für eine Frau, sie ist Bestatterin und setzt sich in einem männlich dominierten Gewerbe durch. Was sie aber noch besonders macht, ist, dass sie Menschen umbringt. Blum ist Serienmörderin, sie rächt sich an den Mördern ihres Mannes. Das absolut Ungewöhnliche daran ist, dass man sie mag. Der Leser fiebert mit Blum mit, er heißt gut, was sie macht. Das ist das Neue und Besondere an diesem Buch und dieser Figur. "Die Totenfrau ist eine rasende Rachegöttin, die einen schauern lässt", heißt es in einer Rezension. Es hat großen Spaß gemacht Blum auf die Welt zu bringen.

Eine Heldin, die mordet. Eine Heldin, die man trotzdem mag. Gibt es da keinen Gewissenskonflikt? Moralische Bedenken? Wie sind Sie darauf gekommen?

Sie kennen die Geschichte von Edmond Dantes. Ich habe das Buch „Der Graf von Monte Christo“ als Kind gelesen und alle Verfilmungen gesehen, und ich war immer schon begeistert von dieser Rachegeschichte, von dieser Liebe, die Edmond Dantes genommen wird. Man betrügt ihn, stiehlt ihm sein Leben, man nimmt ihm alles, was er hat. Meiner Heldin geht es ebenso. Blum verliert ihre Liebe, ihr Glück. Alles zerbricht. Was sie erleiden muss, was sie erfährt, treibt sie an. Ihr Mann Mark wurde umgebracht, fünf Männer sind für seinen Tod verantwortlich. An diesen Männern rächt sie sich.

Sie haben einen Thriller geschrieben, aber man munkelt, dass Sie ja einen Liebesroman schreiben wollten. Was ist mit dem Liebesroman passiert?

Das Tolle am Schreiben ist ja, dass man das mixen kann. Das ist wie Fruchtsaft machen - in einem Buch kann alles stecken, die verschiedenen Zutaten machen das Ganze erst perfekt. TOTENFRAU ist ein Liebesroman und es ist auch ein Thriller, es ist beides. Denn ohne die Liebe geht nichts im Leben. Und ohne den Tod auch nicht, beide Motive sind seit jeher Grundpfeiler der Literatur. Die Liebe, die Blum nach vierundzwanzig Jahren findet, ist die Basis für alles, was passiert in dem Roman. Blum hatte eine fürchterliche Kindheit und Jugend, mit vierundzwanzig Jahren lernt sie Mark kennen, und das, woran sie nicht mehr geglaubt hat, passiert: das Glück küsst sie. Acht Jahre lang darf sie glücklich sein, sie ist verheiratet und hat zwei Kinder, alles ist perfekt. Bis man ihr Mark nimmt. An einem Dienstag Morgen wird Mark von einem Rover überfahren. Unfall mit Fahrerflucht.  Die Liebe ist tot. Das ist alles sehr, sehr schrecklich, das alles passiert in den ersten paar Kapiteln. Diese Liebe wird beschrieben und man fühlt mit Blum mit. Egal was kommt, was sie tut. Man erlaubt es ihr.

Die Geschichte nimmt nach dem Unfalltod von Mark richtig Fahrt auf, aus dem Liebesroman wird schnell ein knallharter Thriller. Und trotzdem ist da immer dieser feine Ton. Gefühle werden in diesem Buch ganz groß geschrieben. Sind sie ein Romantiker?

Bestimmt bin ich das. Es ist wunderschön, wenn man mit Worten so was machen kann. Wenn Leser mir sagen, dass sie weinen mussten, dass sie bewegt waren. Ich möchte Geschichten erzählen, ich möchte unterhalten und ich möchte packen. Allem voran möchte ich Menschen rühren. Bewegen. Leser dazu bringen einzutauchen in meine Geschichten. Das ist wichtig. Dass meine Sprache das schafft, den Leser reinzuziehen und bis zum Schluss nicht mehr loszulassen. Tempo aufnehmen, Pausen machen, einatmen, ausatmen.

Stichwort Tempo. Man reitet ja wirklich durch dieses Buch, man beginnt zu lesen und kann nicht mehr aufhören. Ein Höllentempo ist das.

Das Schlimmste für einen Autor ist es wohl, zu langweilen. Ich möchte fesseln, Figuren schreiben, die den Leser packen. Eine tolle Geschichte erzählen. Mit meinen Worten. In meinem Tempo. Es gibt neben der Liebe nichts Schöneres.

 

--BHa

Countdown: Preis der Leipziger Buchmesse

Heute nachmittag um 16 Uhr wird der Preis der Leipziger Buchmesse zum zehnten Mal verliehen. Wer geht als Sieger aus dem Rennen hervor, bei dem 136 Verlage insgesamt 410 Titel eingereicht haben?

Wir haben die 15 für den Preis nominierten Bücher aus den Bereichen Belletristik, Sachbuch und Übersetzung nochmal für Sie aufgelistet:

Am Ende schmeißen wir mit Geld Angezogen das Geheimnis der Mode Buch des Fluesterns

 

 

 

 

 

Das Blutbuchenfest Das Hohe Haus Ein Jahr im Parlament Der Schatten des Fotografen Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki Europe Central Jacques der Fatalist und sein Herr

 

 

 

 

 

 

Vor dem Fest

Max Weber Ein Leben zwischen den Epochen     

 

 

Flut und Boden Vielleicht Esther 

 

 

 

Spielen Der Schatten des Fotografen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schauen Sie auf Amazon.de/kindle-liest vorbei und entdecken Sie weitere eBooks rund um die Leipziger Buchmesse, die Nominierungen für den diesjährigen Leipziger Buchpreis und in vorherigen Jahren preisgekrönte eBooks. Wir wünschen viel Vergnügen beim Stöbern.

Nora Luttmer: Der letzte Tiger

TigerAuch in Vietnam schläft das Verbrechen nicht: Kaum ein Jahr nach seinem ersten niedergeschriebenen Fall muss Kommissar Ly wieder ermitteln. Sein Freund Truong wurde von seinem Kühlschrank per Stromschlag getötet, offiziell ein Unfall. Doch an die offizielle Version will Ly nicht glauben. Er findet bald Zusammenhänge zu dem Fall, der ihm eigentlich übertragen wird: Eine Tiger-Attacke mitten in Hanoi. Der Tiger gehörte zur Beute eines Schmuggler-Netzwerks, das Tiere für die Herstellung traditioneller Medizin verschleppt und verkauft – eine illegale Praxis. Mitschuldige findet der Kommissar jede Menge – doch wird er an die Drahtzieher herankommen und den Mord aufklären?

Der Cover-Slogan „Kommissar Ly ermittelt in Hanoi“ verkauft den Roman eigentlich unter Wert. Dank seines klapprigen Mopeds ermittelt Kommissar Ly auch in den Dörfern und in der Wildnis außerhalb der Stadt, wo Nora Luttmer die eindringlichsten Passagen von Der letzte Tiger ansiedelt. Das Thema zeugt von Sendungsbewusstsein, doch geht die Botschaft nie auf Kosten der Spannung. Der Plot ist schlüssig, flott erzählt, oft überraschend und vor allem besetzt mit glaubhaften Figuren, die sich nicht leicht in ein simples Gut/Böse-Schema pressen lassen. Selbstverständlich sind auch Lys problematische Familienverhältnisse wieder Thema: die etwas unterkühlte Beziehung zu seiner Frau, die nicht mehr ganz fitte Mutter, der brutale Schwager, das bockige Teenagertöchterchen. Es spricht nicht gegen sondern für den Roman, dass man davon gerne noch mehr gelesen hätte. Also auf ein nächstes Mal.

-- ANe

Ben Winters: Der letzte Polizist

WintersMan stelle sich vor, es ist Weltuntergang und einer löst noch Kriminalfälle. So einer ist Detective Hank Palace. Warum ihm sechs Monate vor einem verheerenden Asteroideneinschlag daran gelegen ist, einen Mörder zu fassen, der seine gerechte Strafe eh nicht mehr erleben wird, liegt eigentlich auf der Hand: In den letzten Tagen der Menschheit macht jeder, was er schon immer machen wollte. Und Hank wollte schon immer Kriminalfälle lösen.

Das ist der clevere Ausgangspunkt von Ben Winters‘ präapokalyptischem Kriminalroman Der letzte Polizist. Detective Palace mag nicht glauben, dass der Versicherungsangestellte, der mit einem Gürtel erhängt in der Toilette eines Fast-Food-Restaurants gefunden wurde, Selbstmord begangen hat. Seine Ermittlungen ergeben, dass das Opfer nicht so bieder gelebt hatte, wie es zunächst den Anschein hat. Drogen und sogar der Asteroid Maia, der bald noch einigen Menschen mehr den Garaus machen soll, spielen eine Rolle. So schafft Winters eine glaubwürdige Verquickung seines Science-Fiction-Themas mit der traditionellen Krimihandlung, ohne dass eines von beidem zum Gimmick verkäme. Das Kurz-vor-Endzeit-Szenario ist konsequent durchdacht und bleibt genau das: ein Szenario. Es beeinflusst die Story, aber es buttert sie nicht unter. Im Kern bleibt das Ganze klassische Kriminalliteratur mit einem stoischen Ermittler inklusive problematischen Familienverhältnissen, einer Femme Fatale und allerlei anderen Lügnern.

Der letzte Polizist ist der erste Band einer geplanten Trilogie. Wer aufmerksam liest, dem mögen Zweifel kommen, ob das Ende der Welt tatsächlich in so trockenen Tüchern steckt, wie der Menschheit weisgemacht wird. Aber vielleicht ist das nur eine falsche Fährte oder lebenshungrige Überinterpretation. Wie auch immer es ausgeht: Wenn es so weitergeht, folgt man dem letzten Polizisten gerne bis zu seinem letzten Fall.

-- ANe