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Weltenbummler: New York - die Stadt, die niemals schläft

Ob Sie selbst nach New York reisen oder nicht, hier finden Sie die schönsten Bücher rund um das pulsierende Leben im Big Apple, Reiseführer, Kochbücher und Romane aus den USA.

Unsere Empfehlung für Weltenbummler: "New York für Anfängerinnen" von Susann Remke

 

New York

 

Susann Remke im Exklusiv-Interview

 

Sie leben und arbeiten seit einigen Jahren in New York, was fasziniert Sie am Leben in der großen Metropole?

Susann Remke: Ich mag die kreative Energie, die diese Stadt ausstrahlt. Hier entstehen Buch-, TV- und Lifestyletrends und vieles mehr. Wenn man in New York arbeitet, hat man ständig mit unglaublich fix denkenden Menschen zu tun, die nicht nur die irrsten Ideen haben, sondern diese auch umsetzen. Geht nicht, gibt's hier nicht.

 

Als Deutsche kennen Sie den Unterschied – was ist aus Ihrer Sicht der größte Unterschied zum Leben in Deutschland?

Susann Remke: Das Tempo. "A New York Minute", also eine New Yorker Minute, ist hier zur Redewendung geworden. Eine New Yorker Minute dauert per Definition exakt so lange wie der Zeitraum, in welchem eine Fußgängerampel auf Grün springt und der erste New Yorker Taxifahrer zu hupen beginnt. Also einen gefühlten Augenblick. Und weil hier immer alles so rasend schnell passiert, flüchten so viele New Yorker am Wochenende aufs Land oder in die Hamptons - damit sie auf Dauer nicht den Verstand verlieren.

 

Ihr Roman „New York für Anfängerinnen“ kann auch als spezieller Reiseführer gesehen werden. Was hat Sie bewogen diesen Roman zu schreiben?

Susann Remke: Ich habe, wie viele Amerikaner, eine sogenannte "bucket list". Eine Liste von Dingen, die ich in meinem Leben unbedingt tun möchte, bevor ich sterbe. Ganz oben stand schon immer "Roman schreiben". Und irgendwann habe ich mich dann tatsächlich auch hingesetzt. Da ich beruflich als Journalistin eher mit schweren Themen zu tun habe, wollte ich unbedingt etwas Leichtes und Lustiges schreiben. In New York kenne ich mich richtig gut aus. Da lag es nahe, die Geschichte hier an Originalschauplätzen spielen zu lassen.

 

Wird es „New York für Fortgeschrittene“ geben?

Susann Remke: Ich arbeite momentan an einem neuen Roman. Einzelheiten werden aber noch nicht verraten.

 

Ihr Buch „New York für Anfängerinnen“ ist ins Englische übersetzt worden. Was können aus Ihrer Sicht Amerikaner von Ihrem Buch mitnehmen?

Susann Remke: Amerikanische Leser finden vor allem das Element der Benimmfibel sehr lustig, weil es wiederspiegelt, wie ungeschriebene amerikanische Gesetze oder Gewohnheiten von einem Außenseiter gesehen werden. Alleine die Art, wie hier gedated wird, ist schon abenteuerlich für Europäerinnen. Ganz zu schweigen davon, wenn man nicht mit einem normalen Mann ausgeht, sondern mit einem aus der Upper Class. Großen Spaß hat meiner Übersetzerin Kate Northrop, einer Amerikanerin, die in der Schweiz lebt, und mir das Übertragen des Romans ins Englische gemacht. Wir haben inhaltlich auch ein paar Stellen verändert, damit amerikanische Leser verstehen, warum manch eine Situation gar so abstrus für einen Europäer ist.

 

Entdecken Sie hier weitere Empfehlungen rund um New York. Von Romanen aus den USA, über Kochbücher und Reiseführer.

Ein exklusives Interview zur Erscheinung von "Die schwarze Taube von Siwa"

51Xh2kEjqTL._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-v3-big,TopRight,0,-55_SX324_SY324_PIkin4,BottomRight,1,22_AA346_SH20_OU03_Ihre historischen Romane spielen zu unterschiedlichen Zeiten und verfolgen unterschiedliche Themen. Wie kommen Sie auf Ihre Ideen und wie finden Sie sich in die jeweilige Zeit ein?

Inspiration kommt von überall: aus einem Dokumentarfilm, einem historischen Sachbuch oder einem Zeitungsartikel. Für "Die schwarze Taube von Siwa" hatten wir die Idee, über die Anfänge der Fotografie im 19. Jahrhundert und den Reiseunternehmer Thomas Cook, der zu dieser Zeit die organisierte Gruppenreise erfunden hatte, zu schreiben. Als Schauplatz wählten wir Ägypten, weil es im 19. Jahrhundert auf der Welt eine regelrechte Ägyptomanie gab. Entdecker, Abenteurer, Schatzsucher und Schatzräuber sind ins Land gereist und Thomas Cook hat es für den Massentourismus erschlossen. Um all diese Dinge geht es in unserem Roman, in dem ein junges englisches Fotografenehepaar und ein deutscher Archäologe die Hauptrollen spielen.
Sich in die jeweilige Zeit einzufühlen ist nicht so einfach. Wir recherchieren sehr ausführlich, lesen Reiseberichte der Epoche, sehen uns Fotos aus dieser Zeit an oder Dokumentarfilme und sprechen mit Fachleuten, die sich z.B. mit historischer Fotografie auskennen. Um uns mit der Kultur der alten Ägypter vertraut zu machen haben wir Ausstellungen und Museen (z.B. in Berlin) besucht. Sehr hilfreich war auch eine zweiwöchige Recherchereise nach Ägypten, auf der wir sowohl die außergewöhnlichen antiken Schätze als auch das orientalisch-arabische Flair kennenlernten.

„Die schwarze Taube von Siwa“ spielt hauptsächlich in Ägypten. Was fasziniert Sie an diesem Land?

Die uralte Hochkultur, die phantasievolle Mythologie und Götterwelt der alten Ägypter, die Bauwerke wie die Pyramiden von Gizeh, oder die 5000 Jahre alte Stufenpyramide, die mit technischen Mitteln errichtet wurde, die bis heute nicht nachvollziehbar sind. Wie wurden z.B. Steinquader mit einen Gewicht von über 20 Tonnen bewegt? Als wir Ägypten besuchten, begriffen wir, dass unsere heutige Kultur, einschließlich des Christentums, sich direkt von den alten Ägyptern herleiten lassen. Fasziniert hat uns auch, dass dieses große Land nur am Nil bewohnbar ist und alle Menschen dort vom Wasser des Nils abhängig sind - denn Regen oder andere Flüsse gibt es nicht.
In Kairo hat uns das orientalische Flair fasziniert, der uralte Basar Khan el Khallili, die Moscheen und vor allem der Humor und die Freundlichkeit der Menschen in ganz Ägypten.

Welche Stimmung vermittelt „Die schwarze Taube von Siwa“?

In den Träumen unserer Hauptfigur Larissa spielt die altägyptische Mythologie, das Geheimnisvolle, Spirituelle und Unfassbare eine wichtige Rolle. Die Figur des Archäologen Wellink symbolisiert das wissenschaftliche Interesse der westlichen Welt an diesem Land. Der Fotograf Ernest steht für die Schatzgräberstimmung mit der viele Menschen im 19. Jahrhundert nach Ägypten kamen und das Land plünderten. Alle Figuren sind durch die Handlung miteinander verstrickt, sodass wir eine spannende und abenteuerliche Stimmung mit einer Portion Romantik vermitteln. Larissa ist außerdem eine starke und selbstständige Frau, die einen Beruf ausübt und eigene Entscheidungen trifft.

Die Fotografie spielt eine große Rolle, fotografieren Sie selber gerne?

Horst fotografiert und filmt schon seit vielen Jahren und kennt sich auch mit analoger Fotografie gut aus. In Ägypten hat uns die Vielfalt der Motive so überwältigt, dass wir ungefähr 1000 Fotos und Filme gemacht haben. Horst beschäftigt sich auch viel mit Bildgestaltung und Bildbearbeitung. Beeindruckend finden wir beide die Qualität der alten, mit einer Plattenkamera gemachten Bilder, die oft eine sehr viel größere Tiefe haben als digitale Bilder.
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Ein Autorenpaar ist ja eher ungewöhnlich. Wie funktioniert das bei Ihnen mit dem gemeinsamen Schreiben und der männlichen und weiblichen Perspektive? 

Den Traum vom Schreiben hatten wir schon länger unabhängig voneinander, aber die Idee zum gemeinsamen Schreiben kam von Horst. Es dauerte auch nicht lange, bis er Julia überzeugt hatte. Wir sind inzwischen ein sehr gut eingespieltes Team, das alle Ideen und Handlungsstränge gemeinsam entwickelt und gemeinsam recherchiert. Während wir über die Gestaltung der Szenen sprechen, bringt jeder seine Sichtweise ein. Horst nimmt den Standpunkt des Mannes stärker ein, Julia den der Frau; für Romantik, Spannung und Geheimnis sind wir beide zuständig. Julia achtet mehr auf authentische historische Hintergründe, Horst auf stimmige Beschreibungen von technischen Vorgängen.

Die letzte Fahrt des legendären Schiffsfrisörs Sigismund Skrik

611chezrNBL._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-v3-big,TopRight,0,-55_SX324_SY324_PIkin4,BottomRight,1,22_AA346_SH20_OU03_Liebe Leserin und lieber Leser,

  es gibt Welten, die kennt man kaum, weil sie im Verborgenen gedeihen, oder zumindest früher mal gediehen. Aber dafür gibt es ja Bücher, zum Beispiel dieses.

 Lange vor Udo Waltz, Vidal Sassoon oder wie die Star-Stylisten alle heißen, gab es einen Mann, der die wirklich schrillen Haar-Kunstwerke schuf. Er war der Super-Friseur des 19. Jahrhunderts und hieß Sigismund Skrik. Er arbeitete viel auf Auswandererschiffen, die zwischen Europa und der neuen Welt verkehrten. Und wie alle wirklich guten Coiffeure bearbeitete er nicht nur die Köpfe seiner Kunden, sondern auch deren Seelen. Er wurde so etwas wie der Beichtvater der sieben Meere.

 Und so erfährt Sigismund Skrik, während er auf der Liberty, dem letzten großen Atlantik-Segler, zwischen Hamburg und New York hin und her schippert, was jene Menschen umtreibt und bewegt, die die alte Welt hinter sich lassen und in der neuen Welt ihr Glück suchen wollen. Schicksale, Hoffnungen, Abenteuer, Siege und Niederlagen. Auch während seiner letzten Fahrt auf der Liberty im Jahr 1879, nach der er auf den neuen Superdampfer Gigantik überwechseln will (was nichts wird, aber das müssen Sie selber lesen), sitzen sie vor Sigismund Skrik auf dem Friseurstuhl und reden sich alles von der Seele, nebenbei überstehen sie gemeinsam während der langen Wochen auf See die aberwitzigsten Abenteuer.

Da ist zum Beispiel die Edel-Kurtisane, die von einem Verehrer von Sankt Petersburg ein Vermögen geerbt hat, der Zoologe aus Leipzig, der seine vier Makaken-Damen mit einem Affen in Desmoines verkuppeln will, die Ringerin aus dem Kopenhagener Tivoli, die bei Barnum&Bailey als „stärkste Frau der Welt“ auftreten soll, der Anarchist aus Moskau, der sich als harmloser Nudist entpuppt, die junge Adlige, die auf der Flucht vor den Häschern ihres Vaters ist, der sächsische Erfolgsschriftsteller, der inkognito zum ersten Mal in den Wilden Westen reist, um die Indianer zu bekehren, die Operndiva aus Mailand, die ein letztes Mal singen will, der Arbeitsvermittler, der 20 Klöpplerinnen aus Brügge eine große Zukunft versprochen hat, die alte Gräfin aus Ostpreußen, die mit einer geheimnisvollen Kiste unterwegs ist, der Bauer aus Lauenburg, der es in Minnesota zu einer eigenen Farm und mehreren Squaws gebracht hat und nun seine Familie nachholt, der Konzertpianist, der als Goldgräber in Kalifornien reich werden will, der Weinbauer aus Bordeaux, dessen Rebstöcke die salzhaltige Luft auf See nicht vertragen, der Heiratsschwindler auf der Suche nach der richtigen Frau und die Taschendiebin, die in Amerika neu anfangen will.

Sie alle schütten Sigismund Skrik (der übrigens der Ich-Erzähler des Buches ist) ihr Herz aus und entwerfen so ein Panorama der großen Auswanderungszeit, das hinter aller Komik eine Welt zeigt, die für viele tatsächlich keine Zukunft mehr bot. Ich zumindest möchte damals nicht als Mitglied einer der ärmeren Gesellschaftsschichten gelebt haben.

Ob das alles stimmt? Naja, es ist ein Roman. Aber es hat solche Schiffs-Friseure gegeben. Der Urgroßvater eines Freundes von mir war so einer, deshalb bin ich überhaupt auf die Idee für diese Geschichte gekommen. Für mich ist Sigismund Skrik im Laufe des Jahres, in dem ich an seinen Memoiren geschrieben habe, so real geworden, dass ich ihn leibhaftig vor mir sehe. Er ist mir ans Herz gewachsen, und all die anderen an Bord auch. Am meisten – aber das verrate ich nicht. Mal sehen, wie das bei Ihnen ist. Sie können es mir dann ja schreiben.

Ich kann Ihnen versichern, dass ich selbst den größten Spaß  gehabt habe beim Schreiben.

 Herzliche Grüße an alle, ob Wasserratten oder nicht.

Ihr

Karsten Flohr

Marco Polo Oktoberfest 2013 als eBook für 0,99 EUR

Alles was Sie schon immer rund um die berühmte Münchner Wiesn wissen wollten – bis zum 6. Oktober für  0,99 EUR als eBook für Ihren Kindle oder andere mobile Endgeräte zum Download.

Marco Polo Oktoberfest 2013

 

Von den besten Tipps zum Wiesn-Outfit und Shopping-Empfehlungen über den Zeltplan und Wiesn-Kalender, bis zum kleinen Wiesn-Lexikon (Bayerisch – Deutsch, Deutsch - Bayerisch). Lesen Sie in Marco Polo Oktoberfest 2013 nach, wer wo feiert und wie Sie wann in welches Zelt kommen – einfach alles zum größten Volksfest der Welt.

 

--BHa

 

Urlaubszeit = Zeit für das Beste

Mallorca

 

 

Der Mai 2013 eignet sich dank seiner vielen Feiertage hervorragend für kleine und große Urlaubsreisen. Wer nur ein paar Tage zum Entspannen hat, möchte sich meist nicht mit langwieriger Reisevorbereitung aufhalten. Die Reihe Zeit für das Beste aus dem Hause Bruckmann stellt jeweils die Highlights, Geheimtipps und Wohlfühladressen einer Region vor. So beginnt Ihr Urlaub schon vor der Abreise. Viele Titel der Reihe sind nun auch als Kindle eBooks verfügbar, so dass Sie Ihr Reisegepäck kaum mit zusätzlichem Gewicht belasten brauchen.

--SMi

"Ich bin da nochmal hin": Interview mit Anne Butterfield

51OQklFGSWL._BO2,204,203,200_,TopRight,35,-76_AA278_PIkin4,BottomRight,-72,22_AA300_SH20_OU03_[1]Anne Butterfield, Autorin von Ich bin da nochmal hin - Mit Gott und Hape auf dem Jakobsweg, hat dem Kindle-Team einige Fragen zu ihrem Reisebericht beantwortet.

2001 sind Sie das erste Mal nach Santiago de Compostela gepilgert. Was hat Sie dazu bewogen, 2010 den Jakobsweg ein zweites Mal auf sich zu nehmen, und wann haben Sie den Entschluss gefasst, ein Buch darüber zu schreiben?

Seit meinem Teenageralter macht es mir Spaß, viel zu reisen, und schon immer habe ich mit großer Leidenschaft meinen Freunden und meiner Familie in Briefen und auf dicht beschriebenen Postkarten von meinen Abenteuern berichtet. Bei meinem ersten Camino 2001 kam mir dann der Gedanke, ein paar Berichte oder sogar ein Buch über meine Reisen zu schreiben. Als ich damals gemeinsam mit Hans (Hape, eigentlich Hans-Peter, Kerkeling) unter der heißen spanischen Sonne lief und wir uns gegenseitig mit Episoden aus unserem Leben bei Laune hielten, sagte Hans plötzlich, dass ich mich ernsthaft als Reiseschriftstellerin versuchen sollte.

Als Hans' Buch Ich bin dann mal weg auch in England erschienen ist, haben mich meine Freunde gedrängt, meine eigene Version von diesem Camino aufzuschreiben – die Idee fing langsam an, in mir zu wachsen. Aber mein Buch sollte nicht einfach nur eine Wiederholung der Erlebnisse mit Hans sein, sondern etwas völlig Neues und Eigenständiges. Ich wollte darin sowohl der wahren Bedeutung des Jakobswegs auf den Grund gehen als auch die gesamte Bandbreite an Erfahrungen erfassen, die einen Pilger auf dem Weg erwarten können. Einige meiner Erinnerungen von 2001 waren allerdings bereits verblasst und ich wusste, dass ich den Weg noch einmal gehen musste, um seine Botschaft erneut zu erfahren. Deshalb bin ich 2010 zurückgekehrt und habe dem Geist meines ersten Camino nachgespürt. Und tatsächlich: Die Erinnerungen von meinem Jakobsweg mit Hans kamen zurück und verbanden sich mit den intensiven Erlebnissen meiner zweiten Pilgerreise. Der Herbst 2010 verlief dann anders als der Herbst 2001: Als ich von Santiago de Compostela nach England zurückkam, kehrte ich nicht in meinen Beruf zurück, sondern begann – endlich! – mit dem Schreiben meines eigenen Buches.

Nachdem Sie 2001 weite Strecken gemeinsam mit Hape Kerkeling gepilgert sind, verbindet Sie auch heute noch eine Freundschaft. Wie hat er reagiert, als Sie ihm von Ihrer Rückkehr auf den Camino und Ihren Plänen für ein Buch erzählt haben?

Er war begeistert! "Was habe ich die ganzen letzten zehn Jahre gesagt?", rief er am Telefon. "Du musst ein Buch schreiben! Das hat ja lange gedauert, aber endlich gehst du es an!" Während meiner zweiten Pilgerreise hat er mich förmlich mit SMS bombardiert, um sicherzugehen, dass ich ja nicht aufgebe. Ein Großteil unserer SMS-Korrespondenz kommt auch im Buch vor, inklusive Hans' schadenfroher Kommentare zu einem ganz bestimmten Fußball-WM-Spiel: Deutschland – England: 4:1 ...

Wie hat sich der Weg im Vergleich zu Ihrem ersten Camino verändert?

Der Camino ist nicht mehr so rau und unwegsam wie 2001. Mittlerweile gibt es mehr Herbergen mit einer komfortableren Ausstattung. Es ist einfach viel bequemer geworden. Aber die Kameradschaft, Sorgen und Freuden haben sich nicht verändert. Ich kann nicht für andere Pilger sprechen, denn jeder erfährt den Jakobsweg aufgrund seiner Erwartungen, Erfahrungen und inneren Wahrnehmung auf seine eigene Weise. Mein Camino 2010 war allerdings ganz anders als der von 2001, weil ich ihn viel aufmerksamer gegangen bin! Nur so – das habe ich diesmal gelernt – kann man dessen Bedeutung wirklich entdecken.

Was hat Sie 2010 auf dem Jakobsweg am meisten bewegt?

Das lässt sich nur schwer beantworten. Jeder Tag auf dem Camino war eine besondere Erfahrung mit vielen Fragen, die in meinem Kopf herumschwirrten (keine Sorge, ich habe sie am Ende alle für mich beantwortet). Die drei bewegendsten und zugleich schwierigsten Momente auf dem Camino waren: mein Scheitern auf dem Fahrrad, meine Einsamkeit in Rabanal ohne Hans, und Englands Niederlage gegen Deutschland – was meinen eigentlich ganz schönen Tag in Carrión de los Condes ziemlich ruiniert hat! Die schönsten Momente waren für mich die rituelle Fußwaschung in Puente de Itero, mein Gespräch mit Schwester María Anunciación in Sahagún und natürlich die Pilgermesse in Santiago am Ende meiner Reise.

Wie sehen Ihre nächsten Reisepläne aus?

Nun ja, eigentlich habe ich schon damit begonnen sie umzusetzen, als ich für ein paar Monate nach Berlin gekommen bin, um Deutsch zu lernen. Ich bin wahnsinnig beeindruckt, dass die Deutschen so eine schwierige Sprache beherrschen. Wie macht ihr das nur? Da ich seit Weihnachten 2009 keinen Urlaub mehr hatte (der Camino ist kein Urlaub!), gönne ich mir dieses Jahr außerdem eine ausgiebige Trekkingtour durch Ladakh im Himalaja – das wird wohl ein bisschen hügeliger als der Camino!

-- ABi

Kindle-Deal des Tages: 7. Juni 2012

Daily-deal-icon_120Der Kindle-Deal des Tages am 7. Juni ist London in 2012: Frommers Express Kindle Exclusive von Joe Fullman. Sie erhalten das englische eBook heute für 1,09 EUR - und sparen 71% im Vergleich zum gestrigen Preis.

Dieser kompakte, ehrliche Reiseführer ist nur als Kindle eBook erhältlich. Bereiten Sie sich auf die Hauptstadt des Jahres 2012 vor: Wo findet man Plätze, um kostenlos einen Blick auf die Olympischen Spiele zu erhaschen? Wo gibt es das beste Essen? Wie entstand Harry Potter? Entdecken Sie London jetzt ganz neu.

Damit Ihnen kein Angebot entgeht, schauen Sie immer wieder hier auf dem Kindle Post vorbei oder setzen Sie sich ein Lesezeichen auf die Kindle-Deal des Tages-Seite.

Bonjour erstmal: Stephen Clarkes Gebrauchsanweisung für Paris

Paris Muss ein Engländer ein deutsches Buch über die französische Hauptstadt schreiben? Non, aber schön, dass er es trotzdem getan hat. Stephen Clarke ist Wiederholungstäter in Sachen literarischer Paris-Abarbeitung. Seine quasi-autobiografischen Romane um Paul West, den liebestollen Engländer in Frankreich, wurden vom selbstverlegten und handverkauften Hobby-Projekt zu internationalen Bestsellern. Ja, auch in prädigitalen Zeiten wurden schon publizistische Tellerwäschermärchen war. In seiner Gebrauchsanweisung für Paris lässt Clarke die Hose meist zu und erzählt von Paris und den Parisern (also den Bürgern von Paris), und natürlich – Hose zu oder nicht – auch wieder von den Pariserinnen. Zu Frauenthemen lässt er dabei vielfach andere erzählen, etwa Künstlerinnen und Modeexpertinnen, was die Perspektive des Buches bereichert und ein sympathischer Gegenentwurf ist zur Ich-weiß-alles-ganz-alleine-Attitüde vieler anderer Reisebuchautoren.

Paris hat zu kleine Fahrstühle und zu wenige Toiletten, Vegetarier können unter Kellnern kollektive Panik auslösen, ohne „bonjour“ geht gar nichts, und der unbestreitbare aber schwer zu definierende Stil der Einwohnerinnen erklärt sich nicht aus dem, was sie tragen, sondern aus der Haltung, mit der sie es tragen. Das alles beschreibt Stephen Clarke richtig und amüsant. Wie bei jedem Reisebuch – ach was, wie bei jedem Buch überhaupt – kann man persönlich-geschmäcklerisch an der Themengewichtung mäkeln, wenn einem danach ist. Ich persönlich hätte gern etwas mehr Zeit in Philosophen-, Künstler- und Modezirkeln verbracht und etwas weniger in den Schlangen von Supermärkten und Bäckereien. Aber gut möglich, dass es anderen genau umgekehrt geht. 220 Seiten Paris sind natürlich zu wenig. Also schnell lesen und nichts wie hin. Vorbereitet ist man dann dank Clarke bestens.

--ANe