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Roman

Zum Verlieben: -30% auf über 45 eBooks

Liebe Leserinnen und Leser,

wir haben Ihnen für die Zeit um den Valentinstag eine besonders schöne Auswahl an Romanen zusammengestellt. Stöbern Sie hier zwischen Krimis mit starken weiblichen Hauptcharakteren, wunderbaren Romanen, zuckersüßen Liebesgeschichten und Ratgebern fürs Herz.

 

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Nora Luttmer: Der letzte Tiger

TigerAuch in Vietnam schläft das Verbrechen nicht: Kaum ein Jahr nach seinem ersten niedergeschriebenen Fall muss Kommissar Ly wieder ermitteln. Sein Freund Truong wurde von seinem Kühlschrank per Stromschlag getötet, offiziell ein Unfall. Doch an die offizielle Version will Ly nicht glauben. Er findet bald Zusammenhänge zu dem Fall, der ihm eigentlich übertragen wird: Eine Tiger-Attacke mitten in Hanoi. Der Tiger gehörte zur Beute eines Schmuggler-Netzwerks, das Tiere für die Herstellung traditioneller Medizin verschleppt und verkauft – eine illegale Praxis. Mitschuldige findet der Kommissar jede Menge – doch wird er an die Drahtzieher herankommen und den Mord aufklären?

Der Cover-Slogan „Kommissar Ly ermittelt in Hanoi“ verkauft den Roman eigentlich unter Wert. Dank seines klapprigen Mopeds ermittelt Kommissar Ly auch in den Dörfern und in der Wildnis außerhalb der Stadt, wo Nora Luttmer die eindringlichsten Passagen von Der letzte Tiger ansiedelt. Das Thema zeugt von Sendungsbewusstsein, doch geht die Botschaft nie auf Kosten der Spannung. Der Plot ist schlüssig, flott erzählt, oft überraschend und vor allem besetzt mit glaubhaften Figuren, die sich nicht leicht in ein simples Gut/Böse-Schema pressen lassen. Selbstverständlich sind auch Lys problematische Familienverhältnisse wieder Thema: die etwas unterkühlte Beziehung zu seiner Frau, die nicht mehr ganz fitte Mutter, der brutale Schwager, das bockige Teenagertöchterchen. Es spricht nicht gegen sondern für den Roman, dass man davon gerne noch mehr gelesen hätte. Also auf ein nächstes Mal.

-- ANe

Die Mitternachtsrose - Neuerscheinung und Gruß von Lucinda Riley

Lucinda Riley begeistert mit ihren Romanen Der Lavendelgarten und Das Orchideenhaus eine wachsende Fan-Gemeinde.

Heute erscheint nun Die Mitternachtsrose

Für ihre Leserinnen und Leser hat Lucinda Riley einen kleinen Gruß:

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

es ist mir eine große Freude, Ihnen meinen neuen Roman, „Die Mitternachtsrose“, vorstellen zu dürfen. Von allen Büchern, die ich bisher geschrieben habe, ist es mein liebstes, und auch die Figur der Anni liegt mir am Herzen wie sonst keine! Ich habe zwei Stunden geweint, nachdem ich die letzte Seite geschrieben hatte, denn ich war so eng verbunden mit den Schicksalen meiner Protagonisten, dass ich sie gar nicht ziehen lassen wollte. Nun gehören sie Ihnen, und ich hoffe, Sie mögen sie. Ich danke Ihnen aufrichtig, dass Sie mein Buch lesen. Ohne Sie alle wäre ich nichts.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre

Lucinda Riley

Für immer Ella und Micha: Der neue Roman von Jessica Sorensens

Während Micha sich einen Traum erfüllt und mit seiner Band auf Tour geht, ist Ella ans College zurückgekehrt. Sie sehnt sich nach Micha, aber in letzter Zeit sind die gemeinsamen Momente selten geworden. Zugleich machen die Abgründe in ihrer Familie es Ella schwer, an ihr Glück zu glauben. Sie will Micha auf jeden Fall davor schützen, und eines Tages trifft sie eine radikale Entscheidung, die sie für immer von ihm entfernen könnte. Entdecken Sie einen spannenden Roman von Jessica Sorensen.

Zum Erscheinen ihres Buches schickt die Autorin Grüße an ihre deutschen Leser.

 

  EllaLiebe Leserinnen, liebe Leser,

ich liebe es die Figuren meiner Romane zu erfinden, denn sie sind einfach das Wichtigste für mich. Jede soll etwas ganz Besonderes sein und ihre eigene spannende Geschichte erzählen.

Im ersten Teil der Geschichte von Callie und Kayden, Die Sache mit Callie & Kayden, erzähle ich von der scheuen Callie,die niemandem traut und sich sofort übergeben muss, wenn ihre Gefühle zu intensiv werden. Seit sie an ihrem zwölften Geburtstag ein schreckliches Erlebnis hatte, hat sie sich stark verändert. Doch mit dem unnahbaren Kayden teilt sie ein Geheimnis und kann sich mit seiner Hilfe ihrer dunklen Vergangenheit stellen. Denn eigentlich weiß Callie genau, was sie will. Aber wird sie es auch wagen, ihre wahren Gefühle für Kayden zuzulassen?

Auch der dunkelhaarige Kayden trägt ein düsteres Geheimnis mit sich. Er lässt niemanden an sich heran. Am Ende des zweiten Bandes, in Die Liebe von Callie und Kayden, ist es seine große Liebe Callie, die ihm die Kraft gibt, sich selbst zu vertrauen. Calli

Wie Callie hat auch die hübsche Ella in Das Geheimnis von Ella und Micha Angst vor ihren Gefühlen. Sie hat große Schuldgefühle, weil ihre Mutter Selbstmord begangen hat. Doch Micha, mit seinen unglaublich blauen Augen, ist für Ella da. An seiner starken Schulter kommt sie über alles hinweg, was sie erleiden musste. Denn das was sie verbindet ist stärker als der Tod: Die Liebe.

Meine Figuren haben eines gemeinsam, denn sie erleben das großartigste Gefühl der Welt: Sie verlieben sich zum ersten Mal.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Entdecken von Ella & Micha und Callie & Kayden!

Eure Jessica Sorensen

 

 

--DVo

Martin Cruz Smith: Tatjana

TatjanaSeit 1981 lässt Martin Cruz Smith seinen Moskauer Polizisten Arkadi Renko in den zwielichtigeren Winkeln der russischen Gesellschaft ermitteln. Das hat seine Spuren hinterlassen: Inzwischen steckt eine Kugel in Renkos Kopf, die ihn bei zu viel Aufregung umbringen könnte. Dabei ist Aufregung wieder einmal programmiert. In Kaliningrad wird ein Dolmetscher ermordet. Er hinterlässt ein Notizbuch mit einem wirren Code, für den sich Gangster, Polizei und Presse gleichermaßen interessieren. In Moskau verschwindet die Leiche einer Journalistin, die angeblich Selbstmord begangen hat. Ebenfalls tot: Der Mafioso, mit dessen Sohn sich Renkos Ex nun vergnügt. Und dann hat der alte Ermittler auch noch Ärger mit seinem ungezogenen Ziehsohn, der unbedingt zum Militär will.

Martin Cruz Smith hat kürzlich bekanntgegeben, dass er seit geraumer Zeit an der Parkinson-Krankheit leidet und Tatjana nicht mehr komplett selbst tippen konnte, weshalb er große Teile des Manuskripts seiner Frau diktieren musste. Er habe seine Krankheit so lang wie möglich geheim gehalten, weil er nicht als „der Autor mit Parkinson“ gesehen werden wollte. Das ist verständlich, denn nun kann man tatsächlich nicht mehr anders, als sein neuestes Werk nach Auswirkungen der neuen Arbeitsweise abzutasten. Dabei fällt auf, dass Tatjana kompakter ist als andere Renko-Romane, aber keineswegs inhaltlich weniger komplex. Vermutlich handelt es sich sogar um Renkos komplexesten Fall seit langem.  Hier hängt wirklich alles mit allem zusammen; was als Sammlung loser Fäden beginnt, ergibt letztendlich ein festes, meisterlich gewobenes Geflecht. Wer diktiert, muss seine Gedanken stärker fokussieren als der, der frei in die Tasten haut. Vielleicht ist also die straffere Struktur, die dem Spannungsaufbau überaus guttut, der neuen Arbeitsweise geschuldet. Vielleicht ist Smith aber auch einfach ein Autor, der sich mit zunehmender Erfahrung zunehmend auf das Wesentliche konzentriert, zum Gewinn seiner Leser. Aufhalten lässt er sich von seiner Krankheit ebenso wenig wie Arkadi Renko von seiner Kugel im Kopf, der nächste Roman befindet sich bereits im Diktat. Wenn Tatjana ein Indikator ist, stehen uns Martin Cruz Smiths spannendste Arbeiten noch bevor.

-- ANe

Ben Winters: Der letzte Polizist

WintersMan stelle sich vor, es ist Weltuntergang und einer löst noch Kriminalfälle. So einer ist Detective Hank Palace. Warum ihm sechs Monate vor einem verheerenden Asteroideneinschlag daran gelegen ist, einen Mörder zu fassen, der seine gerechte Strafe eh nicht mehr erleben wird, liegt eigentlich auf der Hand: In den letzten Tagen der Menschheit macht jeder, was er schon immer machen wollte. Und Hank wollte schon immer Kriminalfälle lösen.

Das ist der clevere Ausgangspunkt von Ben Winters‘ präapokalyptischem Kriminalroman Der letzte Polizist. Detective Palace mag nicht glauben, dass der Versicherungsangestellte, der mit einem Gürtel erhängt in der Toilette eines Fast-Food-Restaurants gefunden wurde, Selbstmord begangen hat. Seine Ermittlungen ergeben, dass das Opfer nicht so bieder gelebt hatte, wie es zunächst den Anschein hat. Drogen und sogar der Asteroid Maia, der bald noch einigen Menschen mehr den Garaus machen soll, spielen eine Rolle. So schafft Winters eine glaubwürdige Verquickung seines Science-Fiction-Themas mit der traditionellen Krimihandlung, ohne dass eines von beidem zum Gimmick verkäme. Das Kurz-vor-Endzeit-Szenario ist konsequent durchdacht und bleibt genau das: ein Szenario. Es beeinflusst die Story, aber es buttert sie nicht unter. Im Kern bleibt das Ganze klassische Kriminalliteratur mit einem stoischen Ermittler inklusive problematischen Familienverhältnissen, einer Femme Fatale und allerlei anderen Lügnern.

Der letzte Polizist ist der erste Band einer geplanten Trilogie. Wer aufmerksam liest, dem mögen Zweifel kommen, ob das Ende der Welt tatsächlich in so trockenen Tüchern steckt, wie der Menschheit weisgemacht wird. Aber vielleicht ist das nur eine falsche Fährte oder lebenshungrige Überinterpretation. Wie auch immer es ausgeht: Wenn es so weitergeht, folgt man dem letzten Polizisten gerne bis zu seinem letzten Fall.

-- ANe

Familienduell des Grauens: Doctor Sleep vs. Christmasland

LandDer Horrorautor Joe Hill hatte sich einst sein Pseudonym gewählt, weil er nicht mit seinem Vater verglichen werden wollte. Kein Wunder, wenn der Vater Stephen King ist. Es hat geholfen: Hill durfte zu einer eigenständigen Größe im Genre werden, bevor die ganze Sache aufflog. Mit seiner neuen Veröffentlichung allerdings kann er sich den Vergleichen nicht mehr entziehen, denn Christmasland ist mit seinem epischen Umfang, seinem übersinnlich begabten Provinzpersonal, seiner dämonischen Unterwanderung des amerikanischen Traums und seinen Entwicklungsroman-Themen verdächtig nah am Werk des Vaters. Da dieser Tage außerdem Stephen Kings neuer Großroman Doctor Sleep erschienen ist, liegt es nahe, beide Bücher in einem Kampf über 7 Runden gegeneinander antreten zu lassen.

Runde 1: Die Geschichte

Christmasland heißt das schaurige Zwischenreich in Joe Hills Roman, in das ein anscheinend unsterblicher Unhold und sein nicht allzu heller aber umso brutalerer Handlanger mit ihrem bösen Automobil Kinder entführen, die dort über kurz oder lang zu gefühllosen kleinen Monstern werden. Als der Sohn der übersinnlich begabten Vicky entführt wird, macht sie sich auf, dem finsteren Mr. Manx das Handwerk zu legen.Sleep
Doctor Sleep ist der Spitzname von Dan Torrance, weil er mit seinen übersinnlichen Begabungen Sterbenden beim letzten Einschlafen hilft. Dem ähnlich begabten Mädchen Abra hingegen muss er nicht beim Sterben helfen, sondern beim Überleben. Eine Bande vampirartiger Schwerenöter hat es auf die Energie abgesehen, die Kinder wie sie im Todeskampf abgeben.
Hills Geschichte ist zielgerichteter, schnörkelloser als die seines Vaters, wodurch sie lange Zeit die Nase vorn hat. Denn King mäandert und verweilt auf Wegen und Plätzen, die nicht immer rasend interessant sind. Auf den letzten Metern aber holt er auf und zaubert überraschende Enthüllungen und kluge Verweise auf den Vorgänger-Roman Shining aus dem Hut, wodurch in dieser Runde beide Autoren gerade noch gleichziehen und einen Punkt bekommen.

Runde 2: Die Stimme

Wenn man einen Stephen-King-Roman liest, weiß man sofort, dass man einen Stephen-King-Roman liest – selbst wenn man es nicht weiß. Des Autoren Plauderton ist unverkennbar. Wenn er gut drauf ist, hört man ihm gebannt zu. Wenn er sich zu sehr bemüht, wird er unangenehm aufdringlich. In Doctor Sleep hat King den Stil, der ihn zu Recht reich und seine Leser glücklich gemacht hat, souverän im Griff.
Joe Hills Stil ist nüchterner, weniger verbindlich, geht weniger Risiko ein. Damit liegt man im Zweifelsfall nie verkehrt. Gewinnt aber im Vergleich mit einem höchst unikalen Meistererzähler keinen Blumentopf, denn dieser Punkt geht eindeutig an Stephen King.

Runde 3: Die Guten

Dan Torrance und Abra sind eckige und kantige King-Charaktere, mit denen man gerne 700 Seiten und mehr verbringt. Joe Hills Vicky allerdings, diese gebrochene Frau, die wir schon als tapferes Mädchen kennengelernt haben, werden wir nie vergessen. Ein Punkt für den Sohnemann.

Runde 4: Die Bösen

Das Dämonische Duo und die Monster-Kinder von Christmasland gewinnen an Substanz, je mehr sich die Ereignisse zuspitzen. Anfangs allerdings scheinen sie viel zu lang reine Oberfläche zu sein; als käme es Joe Hill vor allem darauf an, dass seine Geschöpfe cool auf einem Filmplakat aussähen.
Stephen Kings Vampir-Wesen hingegen sind von Anfang an über-erklärt und wir müssen so viel Zeit mit ihnen verbringen, dass ihnen eher der Schrecken lästiger Verwandter als blutrünstiger Ungeheuer anhängt. Dann doch lieber noch ein Punkt für Joe Hill.

Runde 5: Der Subtext

Doctor Sleep ist ein Roman über Abhängigkeit, Christmasland ist einer über Missbrauch. Hill opfert sein Thema mitunter dem grellen Effekt, während King es stets ernst nimmt, ob beim Alkoholiker Dan Torrance oder den anderweitigen Substanzabhängigkeiten der Antagonisten. Ein klarer Punkt für den King.


Runde 6: Der Horror

Würde Christmasland auf alles Übernatürliche verzichten, was durchaus denkbar wäre, wäre der Roman weitaus erschreckender. Vielleicht sogar unerträglich und nicht mehr als Unterhaltungsliteratur vertretbar. Genau das weiß Joe Hill, genau deshalb hat er den Fantastik-Filter eingesetzt und genau deshalb funktioniert sein Buch als Horror-Roman.
King hat inzwischen ein so festes Regelwerk um seine Shining-Mythologie geschnürt, dass ihr die Luft fehlt, die der Schrecken zum Atmen braucht. Dies mag gelungene Fantasy sein, aber für den Horror fehlt das Geheimnis, der dunkle Fleck. Ein Punkt für Hill.

Runde 7: Die Verweise

Vater und Sohn haben es sich nicht nehmen lassen, in ihren Romanen auf die eigenen Werke und die des anderen zu verweisen. King tut dies kunstvoll, ihm scheint wirklich an der Schaffung eines gemeinsamen, schlüssigen Erzähl-Universums gelegen. Bei Hill hingegen kommen King-Anspielungen als plumpes Seitenknuffen und Augenzwinkern daher, was einen eher aus der Geschichte rausbringt als in eine größere hinein. Dafür ein Punkt für Stephen King.

Damit steht es letztendlich 4:4. Man wird wohl doch nicht umhin kommen beide zu lesen.

-- ANe

Khaled Hosseini: Traumsammler

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Drei Romane, dreimal Afghanistan, dreimal Geschichten von suchenden und verlorenen Menschen. Khaled Hosseini gehört zu den Autoren, die sich immer wieder am selben Themenkomplex abarbeiten. Einer seiner Beweggründe ist von jeher klar: Er ist ein Mann mit einem Anliegen. Er will Afghanistan und insbesondere Kabul von den Schreckensmeldungen und Elendsbildern der internationalen Nachrichtenproduktion lösen. Das tut er nicht, indem er den Schrecken und das Elend schönredet, sondern es in historische Zusammenhänge setzt. Indem er von Menschen erzählt, die nicht einfach nur Täter oder Opfer sind, und auch vom facettenreichen kulturellen Leben vor Sowjet-Besatzung und Taliban-Herrschaft. Mit Traumsammler wird ein weiterer legitimer Beweggrund deutlich, sich immer wieder auf dasselbe Thema zu stürzen: Man schreibt und schreibt und schreibt, um zu verfeinern. Drachenläufer und Tausend strahlende Sonnen waren beeindruckende, atemlose und atemberaubende Geschichten, bei denen sich das Literarische dem Erzählten unterordnen musste. In Traumsammler wird nun die Erzählwut ein wenig gedrosselt, dafür hält eine größere erzählerische Finesse Einzug.

Mit drei Jahren wird das Mädchen Pari von ihrem notleidenden Vater an einen wohlhabenden Kabuler und seine exaltierte Dichter-Gattin verkauft. Ihr zehnjähriger Bruder Abdullah bleibt mit gebrochenem Herzen beim Vater auf dem Land. Pari kann sich bald an ihre frühe Kindheit nicht mehr erinnern. Sie geht mit ihrer Ziehmutter nach, nomen est omen, Paris. Sie wird zur Frau, überwirft sich mehrmals mit der Mutter, gründet eine eigene Familie. Letzteres tut Abdullah ebenso, ihm wird eine Tochter geboren, er nennt sie Pari. Die junge Pari ist eine von einigen Personen, die eine späte Wiedervereinigung der Geschwister herbeiführen könnte.

Wie in seinen ersten beiden Romanen schafft Hosseini es, eine hochemotionale Geschichte ohne falsche Sentimentalität zu erzählen, und ohne seine Figuren und Leser mit einem plumpen Happy End zu beleidigen. In erster Linie ist die Geschichte aber diesmal ein Gefäß für mehrere Geschichten, die episodenhaft wiedergegeben werden, munter zwischen Orten, Zeiten und Perspektiven springend. Hosseini trifft die feinen Tonänderungen, die bei jedem Perspektivwechsel nötig sind, perfekt. Trotz der breitgefächerten Handlung hat man nie den Eindruck, es mit stilistischem und narrativem Flickwerk zu tun haben. Traumsammler bleibt ein Roman, selbst wenn die Struktur an eine Novellensammlung mit wiederkehrenden Figuren und Motiven erinnert.  Die Beschreibungen von städtischen und ländlichen Umgebungen sind kitschlos poetisch, die Figuren sind nie nur das, was sie bei der ersten Begegnung zu sein scheinen. Ein großer Erzähler war Khaled Hosseini schon immer. Mit Traumsammler ist aus ihm auch ein großer Schriftsteller geworden.

-- ANe

Autor des Monats November: Karen McQuestion

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Der November hat uns fest im Griff. Die Zeit der kurzen, grauen Tage beginnt. Das ist genau die richtige Zeit für lange Leseabende auf dem Sofa. Heute möchten wir Ihnen den Roman Alles, was man braucht von Karen Mc Question empfehlen. Die Autorin schickt darin ein Jahr lang drei sehr unterschiedliche Frauen auf die Suche nach sich selbst und dem Wesen der Liebe.

Sie interessieren sich auch für andere Autoren des Monats? Hier finden Sie unsere Auswahl für 2013.

--SMi

William Boyd: Solo

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Filmisch geht es James Bond seit einigen Jahren wieder prächtig, aber literarisch scheint er in einer Identitätskrise zu stecken. Seit sich mit Raymond Benson 2002 der letzte festangestellte Bond-Romanautor verabschiedete, setzen die Rechteverwalter bei neuen Titeln auf Event-Charakter statt Kontinuität. So wird alle paar Jahre ein neuer Promi aus dem Hut gezaubert, der ein Buch nach eigener Fasson schreiben darf, ohne Rücksicht auf zuvor Geschehenes. 2008 blamierte sich Sebastian Faulks beim Versuch, mit der Stimme Ian Flemings zu sprechen. Jeffery Deaver gebar 2011 den Agenten gleich ganz neu, als moderne Figur in modernen Zeiten. Eine überraschend runde Sache, aus der gerne eine Serie hätte werden können. Nun allerdings ist mit William Boyd der nächste Gast-Starautor dran, der wieder sein eigenes Süppchen kocht und die Figur heim in die 60er holt. Das ist zwar schade um die verpasste Gelegenheit zu einer neuen Kontinuität. Ein Vergnügen ist Solo dennoch.

James Bond wird in das (fiktive) afrikanische Land Zanzarim berufen, um einen Despoten aus dem Weg zu schaffen und damit einen Bürgerkrieg zu beenden. Es kommt zu einer Auseinandersetzung mit einem Söldner, dem Bond nach Beendigung der Mission zwecks persönlicher Rache in die USA nachreist. Dabei muss er feststellen, dass in Afrika nicht alles war, was es gewesen zu sein schien.

Das Hauptaugenmerk liegt bei Boyd, wie bei Bond-Erfinder Ian Fleming, nicht auf überzeichneter Action, sondern auf der wendungsreichen Handlung und der lebendigen Schilderung der internationalen Schauplätze und des mondänen Lebensstils eines kosmopolitischen Schwerenöters. Dabei ist Solo ein Bond-Roman mit der Betonung auf Bond. Wir erleben Bond nicht nur als Abenteuerfigur, sondern auch als Liebenden (also nicht nur, wie zu erwarten, als Liebhaber), Mieter (seine Wohnung wird renoviert) und Zweifler (mit 45 fühlt er sich langsam zu alt für seine anspruchsvollen Aufgaben). Die Geschichte schreitet im angenehmen mittleren Tempo eines klassischen Spionagekrimis voran, ein Genre, das Boyd beherrscht. Genauso souverän beherrscht er die Beschreibung des Lebensgefühls im London der ausschwingenden 60er und der Zustände in afrikanischen Krisengebieten (Boyd wuchs in Ghana und Nigeria auf). Die Überraschungsversuche der Handlungswendungen sind unterschiedlich erfolgreich. Der scheinbare Verrat einer vertrauten Figur und ihre folgende Rehabilitierung sind ebenso sichere Bond-Bretter wie der anschließende Beischlaf zur Wiedergutmachung und der tragische Todesfall, der gerächt werden will. Auch wenn sie einem nicht vor Erstaunen die Sprache verschlagen: Dramaturgisch sind die Wendepunkte glänzend gesetzt und geben den Rhythmus für den bislang gelungensten Bond-Roman der Post-Benson-Ära vor.

-- ANe