Blogs at Amazon

Thriller

"Inferno" - der neue Roman von Dan Brown

Inferno

 

Lange mussten wir warten, heute ist es endlich so weit: Mit Inferno setzt Dan Brown seine Thriller-Reihe um den Symbolforscher Robert Langdon fort.

Nach Illuminati, Sakrileg und  Das verlorene Symbol wird Langdon erneut in einen geheimnisvollen Fall verwickelt. In Italien ist der Harvard-Professor diesmal einer Verschwörung um Dantes Literaturklassiker Göttliche Komödie auf der Spur.

--NGl

 

Kindle Gratis-Tage: "Trümmermörder" gratis am 28.12.2012

TrümmermörderNur heute kostenlos für Ihren Kindle: Der Trümmermörder von Cay Rademacher.

Hamburg 1947: Die Stadt liegt in Trümmern, und es ist einer der kältesten Winter des Jahrhunderts. Die Menschen versuchen irgendwie zu überleben. Da wird mitten in der Trümmerlandschaft eine Leiche entdeckt: eine junge Frau, nackt, kein Hinweis auf den Mörder. Oberinspektor Stave hat kaum Hoffnung, den grausamen Mord aufzuklären, auch wenn ihm Lothar Maschke von der Sitte und Lieutenant MacDonald von der britischen Verwaltung zur Seite gestellt werden.

 

 12_days-icon-C-DE-160x160

 

 

Auf unserer Kindle eBooks-Seite finden Sie noch bis zum 6.1.2013 jeden Tag ein Buch geschenkt. 

Interview mit der Autorin von "Der Märchenerzähler"

MärchenerzählerDer Märchenerzähler ist aktuell in der Preisaktion "Kindles Advent" für 3,99 EUR erhältlich. Wir hatten die Gelegenheit, der Autorin einige Fragen zu stellen:

Antonia Michaelis, seit wann sind Sie Autorin?
Antonia Michaelis: Mit fünf Jahren habe ich meine ersten Geschichten in ein selbst gebateltes Buch geschrieben. Aber ich nehme an, das tun viele Kinder. Bei den meisten gibt es sich nach einer Weile von selbst. Bei mir gab es sich nicht. Die Geschichten wurden länger, und länger, und länger - wurden Buch, wurden Bücher. Ungefähr 10 Jahre lang habe ich einen Verlag gesucht, von meinem zwölften bis zu meinem 22. Lebensjahr. Ich hätte nie gedacht, dass ich wirklich einmal vom Schreiben leben könnte. Aber siehe da...

Wie entwickeln Sie Ihre Figuren? Wissen Sie schon vor dem Schreiben, wie sie aussehen, was sie denken, wie sie fühlen?
Antonia Michaelis: Die erzählen mir das, wenn wir uns während der Geschichte näher kennenlernen. Bevor die Geschichte beginnt, stehen wir praktisch nur in Briefkontakt, aber während des Schreibens lernen wir uns näher kennen.

Sie schreiben sehr atmosphärisch, welche Atmosphäre benötigen Sie zum Schreiben?
Antonia Michaelis: Ruhe. Oder extremen Lärm, im Star Bucks zum Beispiel, wo alle durcheinander reden.

Wie würden Sie den Charakter von Anna und Abel, den beiden Hauptfiguren in Ihrem Roman "Der Märchenerzähler" beschreiben?
Antonia Michaelis: Diese Charaktere sind (wie Charaktere in der Realität auch) komplex. Keiner ist nur böse, nur gut, nur dumm, nur klug, nur irgendwas. Darum geht es ja gerade. Wichtig ist: Keiner der beiden ist als Vorbildfigur gedacht. Nie gewesen. Sie sind einfach, wie sie sind, auch, wenn das manchen nicht gefällt. Strahlende Helden gibt es bei mir nicht, die muss man schon bei Star Wars suchen.

Welche Reaktion auf eines Ihrer Bücher war eine so schöne, dass sie Ihnen in Erinnerung geblieben ist?
Antonia Michaelis: Da gibt es viele. Einem Kind mussten sie mal eins meiner Bücher wegnehmen, weil es im Unterricht immer heimlich las und nicht mehr aufpasste (haben mir die Lehrer erzählt, denen das auch irgendwie leid tat). Viele Leute verpassen beim Lesen meiner Bücher (angeblich) Haltestellen in Bussen, wo sie aussteigen müssen, das ist natürlich etwas unpraktisch. Oder: Mein Mann hat neulich den "Märchenerzähler" gelesen, was mich sehr erstaunt hat, da er zum Lesen überhaupt keine Zeit hat (er ist Arzt), er liest so gut wie nie Bücher. Und plötzlich wollte er doch allen Ernstes mit mir darüber diskutieren, warum der K. Abels Vater sein MUSS, obwohl ich ihm gesagt habe, hey, ich glaube das nicht, Abel und Anna wollen auch unbedingt, dass es so ist - aber wie wahrscheinlich ist sowas? Und mein Mann meinte, schon etwas sauer, Abel und Anna hätten doch recht und ich hätte unrecht, völlig vergessend, dass ich Abel und Anna erfunden habe. Und in einem Fall ist ein Kaninchen aus einem meiner Bücher ausgestiegen und hat begonnen, real zu existieren. Aber das zu erklären, würde zu weit führen.

Welche Leser stellen Sie sich beim Schreiben vor?
Antonia Michaelis: Ich stelle mir beim Schreiben eigentlich eher die Protagonisten und die Handlung vor. Ist das unnormal?

Kommen in Ihren Büchern Orte, Figuren oder Dinge vor, die es wirklich gibt?
Antonia Michaelis: Man darf das ja nicht zugeben, aber: ja. Kommen Sie doch zu einer Lesung, vielleicht verrate ich da mehr.

--ABi

"Abgeschnitten"

AbgeschnittenGrauen pur. Bestseller-Autor Sebastian Fitzek und Starmediziner Michael Tsokos legen mit Abgeschnitten einen Thriller der Extraklasse vor:

Rechtsmediziner Paul Herzfeld findet im Kopf einer monströs zugerichteten Leiche die Telefonnummer seiner Tochter. Hannah wurde verschleppt – und für Herzfeld beginnt eine perverse Schnitzeljagd. Denn der psychopathische Entführer hat eine weitere Leiche auf Helgoland mit Hinweisen präpariert.
Herzfeld hat jedoch keine Chance, an die Informationen zu kommen. Die Hochseeinsel ist durch einen Orkan vom Festland abgeschnitten, die Bevölkerung bereits evakuiert. Unter den wenigen Menschen, die geblieben sind, ist die Comiczeichnerin Linda, die den Toten am Strand gefunden hat. Verzweifelt versucht Herzfeld sie zu überreden, die Obduktion nach seinen telefonischen Anweisungen durchzuführen. Doch Linda hat noch nie ein Skalpell berührt. Geschweige denn einen Menschen seziert …

--BSa

Chris Pavone: Die Frau, die niemand kannte

Frau

Die amerikanischen Eheleute Kate und Dexter führen ein ansehnliches Leben in Luxemburg, wo sie sich um Kinder und Haushalt kümmert und er als IT-Spezialist Banken zur Seite steht. Vor dieser Beschaulichkeit allerdings war Kate CIA-Agentin, was sie nicht mal ihrem Mann verraten hat. Nun droht sie ihre Vergangenheit einzuholen, als ein neu angekommenes US-Pärchen in ihr Leben dringt. Kate hält die beiden für Agenten mit unguten Absichten. Nicht nur erhärtet sich ihr Verdacht zusehends, auch kommen ihr bald Zweifel an der Sauberkeit von Dexters Lebenslauf.

Das Puzzle mag ein etwas abgedroschenes Bild für einen Thriller sein, aber bei Die Frau, die niemand kannte gibt es kein passenderes: Öffnet man das Buch, purzeln die Einzelteile nur so heraus und erst wenn man sie komplett geordnet hat, erkennt man das ganze Bild. Erzählt wird in vermeintlicher Unordnung auf mehreren zeitlich und örtlich getrennten Handlungsebenen, wobei die Gegenwartshandlung in Paris und der Aufenthalt in Luxemburg den Löwenanteil ausmachen. Es kommt derweil auch zu Ausflügen an andere exotische Orte, z. B. München und Südamerika, und es werden immer wieder kurze Blicke in Kates Vergangenheit als CIA-Agentin geworfen. Diese sind dringend notwendig, um die Figur zu komplettieren. Hat Die Frau, die niemand kannte eine Schwachstelle, dann ist es diese besagte Frau. Sie neigt zu einer wehleidigen Besserwisserei, die europäischen Lesern als typisch amerikanisch erscheinen mag, und die es schwierig macht, mit der Dame warm zu werden.

Andererseits: Wir müssen sie ja nicht heiraten. Der Roman zieht seine Spannung aus dem vertrackten Aufbau des Plots, der raffiniert mit Cliffhangern und unerwarteten Wendungen arbeitet. Wer behauptet, alle Entwicklungen der Handlung vorhergesehen zu haben, der lügt wahrscheinlich. Und zum Schluss, wenn ihr traumatischstes Geheimnis gelüftet ist, ist auch Kate eine Frau mit vielen Eigenschaften. Vielleicht nicht im herkömmlichen Sinne sympathisch, aber interessant genug, dass es ein bisschen schade ist, sie schon verlassen zu müssen, wo man sie gerade erst kennengelernt hat. Eine Fortsetzung wäre kein allzu abwegiger Wunsch.

-- ANe

Robert Pobi: Bloodman

BloodmanManche Bücher liest man eher trotz als wegen ihres Titels. Heißt ein Roman Bloodman und hantiert der Autor auf Fotos gerne mit Totenschädeln, kann man sich als volljähriger Freund der Spannungsliteratur schon mal sagen: Ach, aus dem Alter bin ich eigentlich raus. Dann verpasst man allerdings eines der bemerkenswertesten Thriller-Debüts seit langem.

Jake Cole ist ein FBI-Sonderermittler mit einer bewegten Vergangenheit. Seine Mutter wurde ermordet, als er ein kleiner Junge war. Zu seinem Vater, einem selbstverliebten Künstler, hat er ein bestenfalls angespanntes Verhältnis. Früh flüchtete er aus seinem provinziellen Heimatort in die große Stadt und Drogensucht. Clean, mit Familie und Beruf kehrt er nun zurück, denn ein Mörder geht in seiner alten Nachbarschaft um. Bald ist Jake klar: Es ist der Mörder, der auch seine Mutter auf dem Gewissen hat.

Bloodman wird die Leserschaft spalten. Die finale Wendung zieht einem den Boden unter den Füßen weg, lässt Ereignisse und Personen in einem neuen Licht erscheinen, das Gemütlichkeitslesern missfallen könnte. Wer hingegen das Radikale schätzt und Überraschungen nicht abgeneigt ist, wird erkennen, wie konsequent Robert Pobi seinen Plot konstruiert hat. Hier geht es nicht um billige Effekthascherei. Es musste kommen, wie es kommt.

Perfekt ist dieses Debüt dabei nicht. Allzu ausführliche Einführungen von Nebenfiguren und inflationäre Rückblenden wirken bisweilen gegen den Spannungsbogen. Dafür allerdings bieten die überdurchschnittliche sprachliche Kunstfertigkeit und die vertrackte Geschichte eine mehr als großzügige Entschädigung. Pobi ist eine interessante neue Stimme im Thriller-Genre, die sich mit Bloodman beeindruckend Gehör verschafft. Man muss dieses Buch nicht lieben. Aber man sollte es lesen.

-- ANe

Entdeckt! - Melanie Lahmer gewinnt im 3. Quartal mit "Knochenfinder"

De_books_26-09-12_award-winners_tcg._V387422886_

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir gratulieren Melanie Lahmer zum Entdeckt!-Preis. Mit ihrem Debüt Knochenfinder hat sie sich gegen vier weitere Kandidaten durchgesetzt und während des Wettbewerbs die meisten Kundenrezensionen bekommen.

In Runde 4 gilt es folgende Kandidaten zu entdecken: Martina Kink, Jasna Mittler, Nora Bossong, Marjana Gaponenko und Nicol Ljubic.

Sie sind die Jury und können mit Ihrer Rezension den Ausgang des Wettbewerbs beeinflussen.

Jetzt mitmachen auf www.amazon.de/entdeckt.

--MRa

"Mädchenfänger" noch bis 14.10.2012 für 3,99 EUR

MädchenfängerDer Thriller Mädchenfänger ist noch bis 14.10.2012 für 3,99 EUR für Kindle erhältlich. Wir haben der Autorin einige Fragen gestellt.

Wie ist die Idee zu Ihrem Thriller Mädchenfänger entstanden?
Eine elfjährigen Schulfreundin meiner Tochter wurde via Instant Messenger von einem Mann kontaktiert, der sich als 17-jähriger Junge ausgab. Anfangs war Alexis geschmeichelt. Der Mann verschaffte sich Zugang zu den E-Mail-Adressen und Handynummern ihrer Freundinnen. Der Mann wollte, dass die jungen Mädchen ihm Nacktfotos schicken. Es kam heraus, dass er in Wahrheit ein 48-jähriger verurteilter Sexualstraftäter war. Erst nach diesem Vorfall wurde mir klar, wie allgegenwärtig das Thema sexuelle Übergriffe im Internet ist.

Wie würden Sie Ihre Hauptfigur, den FBI-Agenten Bobby Dees, beschreiben?
Bobby Dees gehört zu der Sorte altgedienter Ermittler, mit der ich früher häufig zu tun hatte: getrieben, frustriert, abgekämpft, aber gutherzig. Tag für Tag mit den schlimmsten Gewalttaten konfrontiert zu sein geht auch an dem härtesten Kerl nicht spurlos vorbei.

Sie haben lange als stellvertretende Staatsanwältin und Rechtsberaterin gearbeitet. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Die Idee zu meinem ersten Thriller Cupido hatte ich während eines Prozesses gegen einen siebenfachen Vergewaltiger. Als ich im Zeugenstand eines der Opfer vernahm, reagierte der Angeklagte völlig emotionslos, fast amüsiert. Da dachte ich mir: „Was, wenn dieses arme junge Mädchen Gelegenheit hätte, die Strafe für ihren Peiniger selbst zu wählen? Würde sie Gerechtigkeit fordern – oder Vergeltung?“
Anfangs habe ich Vollzeit gearbeitet und meine zwei Mädchen versorgt. Alles unter einen Hut zu bringen war ein Ding der Unmöglichkeit. Ich entschied mich, meinen Job an den Nagel zu hängen.

In Ihren ersten drei Krimis war eine Staatsanwältin die Hauptperson, nun ist es mit Robert Dees ein Mann. Wie war es, aus der Perspektive eines Mannes zu schreiben?
Eine Herausforderung. Bobby Dees ist kein normaler Cop, sondern ein dekorierter Special Agent, Leiter der Abteilung für Gewalt gegen Minderjährige, außerdem Vater einer pubertierenden Tochter, die seit fast einem Jahr verschwunden ist – der einzige Fall, den er bisher nicht lösen konnte.

Im Oktober erscheint Ihr neuer Thriller Argus in Deutschland. Wovon handelt er?
Argus ist nach Cupido und Morpheus der letzte, in sich abgeschlossene Teil meiner „Thrillogy“ um C.J. Townsend und Bill Bantling.
Die Leiche der Studentin Holly Skole wird in einem Müllcontainer gefunden. Die attraktive junge Frau wurde brutal ermordet. Ein Snuff-Club soll mit den schrecklichen Taten zu tun haben, eine Gruppe einflussreicher Männer, die viel Geld bezahlen, um anderen beim Sterben zuzusehen. Niemand kennt die Mitglieder des Clubs, außer einem: William Bantling, verurteilter Serienkiller mit Spitznamen „Cupido“, der seit zehn Jahren im Florida State Prison auf seine Hinrichtung wartet. Bantling ist bereit zu kooperieren, verlangt aber einen hohen Preis: seine Freiheit. Aber es gibt eine Frau, die seine Freiheit mit dem Tod bezahlen wird: Staatsanwältin C.J. Townsend, die Bantling damals in den Todestrakt gebracht hatte…

Jetzt schon vorbestellen: Argus, der neue Thriller von Jilliane Hoffman, erscheint am 5. Oktober 2012.

--ABi

Jean-Christophe Grangé: Der Ursprung des Bösen

GrangeDas Klingeln bohrte sich wie eine glühende Nadel in sein Bewusstsein. Bereits vom ersten Satz an weiß man, dass man wieder tief im Grangé-Land ist. Ein Land, in dem nichts jemals subtil oder leise ist und in dem sogar Wecker mit bohrenden, glühenden Nadeln kommen. Wozu mögen dann die Mörder in diesem Land erst fähig sein? In Der Ursprung des Bösen geht einer um, der seine Opfer nach Vorbildern aus der griechischen Mythologie hin- und herrichtet. Der Psychotherapeut Mathias Freire bekommt das ungute Gefühl, dass er etwas mit dem Fall zu tun hat, weiß aber nicht was. Bald befindet er sich auf der Flucht vor der Polizei und einem ominösen Killer-Trupp, stellt eigene Ermittlungen an und erfährt, dass er gar nicht der ist, der er dachte. Ist er selbst der Mörder? Oder ist es komplizierter?

Selbstverständlich ist es komplizierter. So sehr einen Jean-Christophe Grangés theatralischer Stil mitunter verzweifeln lässt: Sein Ideenreichtum, befeuert durch penibelste Recherche abseitigster Themen, entschädigt für manches. Mehr noch: Der Ursprung des Bösen hält auf deutlich mehr als 800 Seiten konstant seine Spannung. Die Hauptfigur ist ausnehmend originell, anfangs etwas klischierte Nebenfiguren wachsen mit der Zeit über ihre Klischees hinaus. Wie alle Romane des Autoren ist auch dieser ein Road-Roman; lange hält es ihn nicht an einem Fleck. Anders als sonst geht es diesmal jedoch nicht in allzu exotische Gefilde. Verschiedene Handlungsorte in Frankreich und Belgien reichen vollkommen aus, um der Geschichte ein angemessenes, abwechslungsreiches Panorama zu bereiten. Bei der Beschreibung von Orten hat Grangé außerdem die Finesse, die er bei der Beschreibung von Menschen und deren Interaktionen mitunter missen lässt. So hat Der Ursprung des Bösen neben seiner Spannung jede Menge Atmosphäre. Es ist Grangés stimmigster und stimmungsvollster Thriller seit langem.

-- ANe

"Der Architekt": Jonas Winner im Interview

Der_ArchitektHerr Winner, Sie haben mit Ihrer Berlin Gothic-Reihe enormen Erfolg gehabt. Jetzt ist Ihr neuer Thriller Der Architekt erschienen. Worum geht es?
Zunächst einmal um einen Mordprozess. Ein spektakulärer Fall. Der etwas undurchsichtige Architekt Julian Götz ist angeklagt, seine Frau und seine beiden Töchter ermordet zu haben. Die Indizien sind erdrückend. Doch Götz streitet die Tat vehement ab. Wir erleben den Prozess aus der Perspektive eines jungen Mannes mit, der es sich in den Kopf gesetzt hat, ein Buch über den Mordprozess zu schreiben. Etwas, das man im Englischen auch „True Crime“ nennt, also einen Bericht, in dem sehr genau alle Aspekte eines Mordfalls beschrieben werden. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an den O.J. Simpson Prozess zum Beispiel. Es kann einfach ungeheuer spannend sein, sich in das Geheimnis zu vertiefen, das ein ungeklärter Mord darstellt. Und der junge Mann, Ben Lindenberger, um den es in dem Roman geht, verfällt immer mehr dieser Faszination.

Haben Sie für den Roman ausgiebig recherchiert?
Ja. Ich bin mehrfach in das Berliner Kriminalgericht gegangen, in dem die großen Mordprozesse der Hauptstadt stattfinden. Die Verhandlungen sind – meistens – für Besucher zugänglich. Es ist ein imposantes altes Gebäude und eine unglaubliche Erfahrung, in den Sälen mitzuerleben, wie Zeugen, Angeklagte, Opfer, Staatsanwälte, Richter und Verteidiger darum ringen herauszubekommen, was z.B. in einer bestimmten Nacht passiert ist – und wer genau welche Schuld auf sich geladen hat. Oftmals geht es um Menschenleben und um Momente von extremer, gewaltiger Emotionalität …

Wie sind Sie auf die Idee zu dem Buch gekommen?
Ich schreibe ja seit Jahren Krimis (auch fürs Fernsehen) und mich hat schon immer die Frage bewegt, was es eigentlich ist, das uns an einem Krimi so fesselt. Die Antwort hat sicher mit dem Rätsel zu tun, das oft am Anfang eines Krimis steht - mit der Leiche. Was genau ist passiert, wie konnte es dazu kommen, wer hat das getan? Von diesem Rätsel geht eine Art Sog aus, der einen darauf brennen lässt, die Wahrheit zu erfahren. Aber was, wenn dieses Interesse an der Wahrheit zur Besessenheit wird? Wenn es dazu führt, dass man in den Fall verwickelt wird - wenn man plötzlich entdecken muss, die gesicherte Position des Beobachters nicht länger innezuhaben, sondern SELBST mitten in dem Fall zu stecken?

Der Architekt ist also (anders als etwa der erste Band der „Berlin Gothic“ Reihe) eine in sich abgeschlossene Geschichte?
Ja, der Roman beginnt mit einem Rätsel und am Ende des Buchs wird der Leser erfahren haben, was sich wirklich ereignet hat.

Und Berlin – spielt die Stadt wieder eine tragende Rolle?
Schon, ja. Wie der Titel des Buchs ja sagt, geht es um einen Mann, der als Architekt sein Geld verdient, und zwar um jemanden, der sehr viel in Berlin gebaut hat. Manche würden sogar sagen, dass er der Stadt in den letzten 20, 30 Jahren seinen Stempel aufgedrückt hat. Und was genau das heißt - das ist es, was unser Held, der den Mordprozess verfolgt, erst nach und nach in seiner vollen Bedeutung begreift.

Können Sie schon etwas über Ihre nächsten Projekte sagen?
Im Moment bin ich unter anderem mit der amerikanischen Ausgabe von „Berlin Gothic“ beschäftigt, die Übersetzung ist – wie ich finde – großartig geworden und ich freue mich sehr, dass die Reihe weltweit auf englisch erscheinen wird. Außerdem geht es mit der Verfilmung der Reihe voran, was mich zur Zeit ebenfalls auf Trab hält …

-- BHa