Der Märchenerzähler ist aktuell in der Preisaktion "Kindles Advent" für 3,99 EUR erhältlich. Wir hatten die Gelegenheit, der Autorin einige Fragen zu stellen:
Antonia Michaelis, seit wann sind Sie Autorin?
Antonia Michaelis: Mit fünf Jahren habe ich meine ersten Geschichten in ein selbst gebateltes Buch geschrieben. Aber ich nehme an, das tun viele Kinder. Bei den meisten gibt es sich nach einer Weile von selbst. Bei mir gab es sich nicht. Die Geschichten wurden länger, und länger, und länger - wurden Buch, wurden Bücher. Ungefähr 10 Jahre lang habe ich einen Verlag gesucht, von meinem zwölften bis zu meinem 22. Lebensjahr. Ich hätte nie gedacht, dass ich wirklich einmal vom Schreiben leben könnte. Aber siehe da...
Wie entwickeln Sie Ihre Figuren? Wissen Sie schon vor dem
Schreiben, wie sie aussehen, was sie denken, wie sie fühlen?
Antonia Michaelis: Die erzählen mir das, wenn wir uns während der Geschichte näher kennenlernen. Bevor die Geschichte beginnt, stehen wir praktisch nur in Briefkontakt, aber während des Schreibens lernen wir uns näher kennen.
Sie schreiben sehr atmosphärisch, welche Atmosphäre benötigen Sie
zum Schreiben?
Antonia Michaelis: Ruhe. Oder extremen Lärm, im Star Bucks zum Beispiel, wo alle durcheinander reden.
Wie würden Sie den Charakter von Anna und Abel, den beiden Hauptfiguren in Ihrem Roman "Der Märchenerzähler" beschreiben?
Antonia Michaelis: Diese Charaktere sind (wie Charaktere in der Realität auch) komplex. Keiner ist nur böse, nur gut, nur dumm, nur klug, nur irgendwas. Darum geht es ja gerade. Wichtig ist: Keiner der beiden ist als Vorbildfigur gedacht. Nie gewesen. Sie sind einfach, wie sie sind, auch, wenn das manchen nicht gefällt. Strahlende Helden gibt es bei mir nicht, die muss man schon bei Star Wars suchen.
Welche Reaktion auf eines Ihrer Bücher war eine so schöne, dass sie
Ihnen in Erinnerung geblieben ist?
Antonia Michaelis: Da gibt es viele.
Einem Kind mussten sie mal eins meiner Bücher wegnehmen, weil es im Unterricht immer heimlich las und nicht mehr aufpasste (haben mir die Lehrer erzählt, denen das auch irgendwie leid tat).
Viele Leute verpassen beim Lesen meiner Bücher (angeblich) Haltestellen in Bussen, wo sie aussteigen müssen, das ist natürlich etwas unpraktisch.
Oder: Mein Mann hat neulich den "Märchenerzähler" gelesen, was mich sehr erstaunt hat, da er zum Lesen überhaupt keine Zeit hat (er ist Arzt), er liest so gut wie nie Bücher. Und plötzlich wollte er doch allen Ernstes mit mir darüber diskutieren, warum der K. Abels Vater sein MUSS, obwohl ich ihm gesagt habe, hey, ich glaube das nicht, Abel und Anna wollen auch unbedingt, dass es so ist - aber wie wahrscheinlich ist sowas? Und mein Mann meinte, schon etwas sauer, Abel und Anna hätten doch recht und ich hätte unrecht, völlig vergessend, dass ich Abel und Anna erfunden habe.
Und in einem Fall ist ein Kaninchen aus einem meiner Bücher ausgestiegen und hat begonnen, real zu existieren. Aber das zu erklären, würde zu weit führen.
Welche Leser stellen Sie sich beim Schreiben vor?
Antonia Michaelis: Ich stelle mir beim Schreiben eigentlich eher die Protagonisten und die Handlung vor. Ist das unnormal?
Kommen in Ihren Büchern Orte, Figuren oder Dinge vor, die es wirklich gibt?
Antonia Michaelis: Man darf das ja nicht zugeben, aber: ja. Kommen Sie doch zu einer Lesung, vielleicht verrate ich da mehr.
--ABi